Bergung von Flüchtlingen im Mittelmeer

Abbergung im Mittelmeer - insgesamt werden für einen sicheren Einsatz noch circa 180 Feststoffwesten benötigt



Der ehemalige Kreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die "Minden", wird in Kürze in Richtung Lampedusa aufbrechen, um dort Flüchtlinge aus überfüllten Schlauchbooten zu retten. Die Aktion wird von der Organisation LifeBoat durchgeführt, einem engen Personenkreis aus erfahrenen See- und Rettungsleuten sowie engagierten Privatpersonen, die sich bereits vor mehreren Monaten entschieden haben, dem Menschensterben im Mittelmeer nicht länger zusehen zu wollen.

Die ehemals auf Sylt stationierte "Minden" wurde 2014 von der DGzRS ausgemustert und an einen deutschen Privatmann verkauft, der sie im vergangenen Spätsommer an die Organisation LifeBoat übergab. Von März bis Anfang Juni 2016 trat die "Minden" vorübergehend zurück in den Dienst der DGzRS, die mit ihr in der Ägäis patrouillierte. "Wir haben in dieser Zeit rund 1.100 Menschen, darunter mehr als 200 in der Regel unterkühlte Kinder, in katastrophalem Zustand aus Schlauchbooten übernommen", sagt Stephan Schumacher, der bei dem Einsatz mit an Bord war. Seit das EU-Türkei-Abkommen in Kraft getreten ist, seien in diesem Gebiet jedoch so gut wie keine Flüchtlinge mehr unterwegs.

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Die "Minden" war früher auf Sylt stationiert - jetzt werden mit ihr Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet



Da die "Minden" nun jedoch nur ohne die nötige Ausrüstung an LifeBoat übergeben werden kann, rufen die Initiatoren zu Sachspenden auf. Vor allem alte Feststoffwesten für Erwachsene und Kinder werden benötigt, um die Menschen aus den Schlauchbooten vor der Übernahme auf den Kreuzer zu sichern. "Ich habe selbst zwei segelnde Töchter, die von Jahr zu Jahr größer und größer werden, und so haben wir mittlerweile zu klein geratene Ausgaben der orangen Feststoffrettungswesten in Kindergröße auf dem Dachboden liegen", sagt Stephan Schumacher, der in seiner Freizeit begeisterter Segler ist. Vielleicht gehe es anderen Bootseignern ähnlich und sie wären bereit, diese für den guten Zweck zu spenden. Auch Rettungsfolien, warme Rettungsdecken und gute Ferngläser würden noch benötigt. Die Ausrüstungsgegenstände sollen Ende Juni verschifft werden, damit die "Minden" ab der zweiten Juliwoche in den Einsatz gehen kann.

Seenotkreuzer Minden

Die "Minden, ein ehemaliger Seenotkreuzer der DGzRS, rettet Flüchtlinge im Mittelmeer



Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie bei LifeBoat, siehe untenstehende Postadresse für das Zusenden von Sachspenden:
LifeBoat
c/o Stephan Schumacher
Friedhofsweg 7/7a
24787 Fockbek

oder direkt abgegeben werden bei:

Hanseatic-Help e.V.
Große Elbstraße 264
22767 Hamburg
Donnerstag bis Dienstag 10.00-20.00 Uhr (Mittwoch ist Ruhetag)

Segelmacher Faber + Münker GmbH & Co. KG
Lauenburger Str. 23
24113 Kiel
werktags 7.30-16.30 Uhr

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung der AYacht logo Europas größtem Segelmagazin

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