42 Boote werden am Sonntag, den 25. Oktober in Le Havre an den Start des Transat Jacques Vabre gehen mit Ziel in Itajaj, Brasilien. Diese 5400 Seemeilen lange Transatlantikregatta, die in Frankreich den Charakter eines maritimen Großereignisses hat, ist für Yachten mit Zweierbesatzungen ausgeschrieben, die sich auf Class 40, IMOCA 60, Multi 50 und die riesigen Ultime-Multihulls verteilen. Stars der Show dürften heuer allerdings eine Handvoll neuer IMOCA 60 werden, die sich mit fast horizontalen Foilingschwertern so viel Auftrieb holen, dass sie nicht nur früher und stabiler gleiten, sondern bei viel Wind kurzfristig sogar den gesamten Rumpf aus dem Wasser bekommen. Es sei wie damals, als der Neigekiel erstmals ausprobiert wurde, sagte beispielsweise Klassenveteran Marc Guillemot. Und dieser Neigekiel, obwohl anfangs sehr skeptisch betrachtet, ist heute bei großen und schnellen Kielbooten nicht mehr wegzudenken.


Die neuen IMOCAs sehen auch anders aus als die bisherigen, denn die Klassenregeln erlauben mehr Breite und mehr Volumen im Bug und gestatten es, das Cockpit weiter nach achtern und tiefer zu legen, um der Crew bei hohen Geschwindigkeiten mehr Schutz zu bieten. Boote der neuesten Generation wie Banque Populaire VIII, St.Michel-Virbac, Safran 2, Edmond de Rothschild und Hugo Boss können im Foilingmodus Geschwindigkeiten von mehr als 30 Knoten erzielen. Wie es allerdings bei weniger Wind aussieht, wird sich im Lauf der Regatta weisen, denn es ist nicht zu erwarten, dass rund um den Äquator in den gefürchteten Rossbreiten gute Foilingbedingungen herrschen werden.

Morgan Lagraviere, der Skipper von Safran 2, wählt einen luftigen Platz auf den Foils während Nico Lunven von hand steuert. Foto: Jean Marie Liot/DPPI/Safran

Hugo Boss? Nicht ganz. Morgan Lagraviere, Skipper von Safran 2, wählt einen luftigen Platz auf den Foils, während Kollege Nico Lunven von Hand steuert. Foto: Jean Marie Liot/DPPI/Safran



Die Boote seien für die langen Raumschotkurse bei Starkwind optimiert, wie sie beim Vendee Globe im kommenden Jahr bevorstehen. Das Transat Jacques Vabre sei eher eine Standortbestimmung. "Was die Foils betrifft, sind wir mitten in der Lernphase", sagt Konstrukteur Quentin Lucet von VPLP, der französischen Designschmiede, die gemeinsam mit Guillaume Verdier diese neuen IMOCA 60 entwickelt. "IMOCA-Regeln erlauben keine dynamische Verstellung der Foils, deshalb müssen wir den besten Kompromiss finden, um die Raumschotperformance zu maximieren und die Nachteile auf den Kreuzkursen zu reduzieren".

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