Für Perpetual Loyal und Eigner Tony Bell war der Sieg beim diesjährigen Rolex Sydney Hobart Race mehr als nur Trostpflaster. Denn mit 1 Tag, 13 Stunden und 31 Minuten gab's auch gleich einen ziemlich sportlichen neuen Streckenrekord für den 628 Seemeilen langen Kurs, der bisher bei 1 Tag und 18 Stunden gelegen war und vom ewigen und erfolgreicheren Widersacher Wild Oats XI gehalten wurde.

Endlich am Ziel: Sieg beim Sydney-Hobart-Race für Perpetual Loyal, und das mit fantastischem Rekord. Foto: Rolex/Daniel Forster

Endlich am Ziel: Sieg beim Sydney-Hobart-Race für Perpetual Loyal, und das mit fantastischem Rekord. Foto: Rolex/Daniel Forster



Bells Team, dem u. a. auch Laser-Olympiasieger Tom Slingsby angehörte, nutzte in mehrfacher Hinsicht die Gunst der Stunde, weil der Hauptkonkurrent nach halber Strecke passen musste und weil die Verhältnisse so gut waren, wie schon lange nicht. "Es ist ein Sieg für alle, die stets an uns geglaubt haben", sagte der glückliche Eigner, der ursprünglich eigentlich gar nicht an dem Rennen teilnehmen wollte. "Wir haben es noch einmal versucht und das hat sich ausgezahlt." Loyal hatte anfangs geführt, wurde dann von Wild Oats überholt, die aber nach rund 21 Stunden mit einem Problem am Hydraulikmechanismus ihres Neigekiels zur Aufgabe gezwungen wurde. " Wir lagen praktisch gleichauf mit Wild Oats, vielleicht eine Meile entfernt, als es passierte", erinnerte sich Bell. "Schade, dass sie ausgefallen sind. Wir hätten das Match gerne noch weiter gespielt, doch so ist es nun mal beim Regattasegeln".

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Der siegreiche Eigner Tony Bell (l.) mit seinem neuen Rolex Zeiteisen. Foto: Rolex



Perpetual Loyal, ein Juan Kouyoumdjian-Design, hatte eigentlich nie den ganz großen Wurf gelandet, weder als Speedboat noch als Rambler 100. Im Gegenteil. Manche erinnern sich vielleicht noch an das Fastnet-Race von 2011, in dem das Boot in Führung liegend nach Kielverlust durchkenterte, ohne dass die Crew zu Schaden kam. Nun also die späte Genugtuung. “Das Boot fährt nur in gewissen Bedingungen gut vorwärts”, erklärte Navigator Tom Addis, der 2012 mit Wild Oats den alten Streckenrekord aufstellte. "Wir wollten Schäden ersten Nachmittag verhindern, um uns am zweiten Tag in Position zu bringen, für Verhältnisse, die für uns günstig waren."

Dank des frischen aber nicht stürmischen Windes aus nördlichen Richtungen war es ein sehr schnelles Rennen mit einem hohen Anteil an Raumschotkursen, in dem noch zwei weitere Yachten den alten Rekord zu brechen vermochten: Zweiter nach gesegelter Zeit wurde der V,O 70 Giacomo (vormals Groupama 4), der nach 1 Tag 15 Stunden und 27 Minuten die Ziellinie in Hobart kreuzte, gerade mal zwei Minuten vor dem nächsten 100-Fußer, Scallywag. Damit führt Giacomo, die einem neuseeländischen Weinbauer gehört, im Klassement nach berechneter Zeit vor Perpetual Loyal. Beachtlich die Leistung der deutschen Yacht Varuna VI mit Eigner Jens Kellinghusen, der die Ker 56 als 11. ins Ziel brachte, einen Wimpernschlag nach der TP52 Ichi Ban, einem Design von Judel/Vrolijk & Co aus Bremerhaven. Ichi Ban lag damit bei Redaktionsschluss in Klasse 1 nach berechneter Zeit auf Rang 3.

Auch gut: Jens Kellinghusen am Steuer seiner Varuna VI, einer ker 56, die im Konzert der Großen lange mitspielte. Foto: Rolex/Kurt Arrigo

Auch gut: Jens Kellinghusen am Steuer seiner Varuna VI, einer Ker 56, die im Konzert der Großen lange mitspielte. Foto: Rolex/Kurt Arrigo



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