Jahrelang haben die etablierten Werften das Segment unter 32 Fuß geradezu sträflich vernachlässigt. Abgesehen von Dehlers Varianta 18, Elans 210 und Bavarias B/One gab es allenfalls Modifikationen von bestehenden Modellen, etwa die kleinen Firsts von Beneteau. Jetzt aber kommt Leben in den Markt.

So....: Die direkt übers Web verkaufte Saphire 27 gibt es in verschiedenen Farben und Dekors. Auch in Leuchtorange



Archambault hat mit der A 27 den Anfang gemacht. In Kürze erscheint die mit Spannung erwartetet Seascape 27. Und etwa zur gleichen Zeit feiert ein kompletter Newcomer aus der Schweiz Premiere: die Saphire 27.

Das Boot soll Cruiser, Racer und One-Design in einem sein. Sportlicher, ambitionierter als die Elan 210, aber eben auch deutlich kompromissfähiger als eine Melges 24. Kurzum: der Allzweck-Sportler für Binnen und Küste. Und das auch noch vergleichsweise günstig: 58.310 Euro soll das Boot segelfertig kosten, inklusive Mehrwertsteuer. Darin ist eine relativ komplette Ausstattung, vor allem aber feine Extras wie Bleikiel und Carbonrigg enthalten. Erste, noch vorläufige Computer-Illustrationen zeigen wir in der YACHT-online-Galerie.

Mit 8 Meter Länge und 2,50 Meter Breite, Hubkiel und einem Gewicht von 1,15 Tonnen ist die Saphire 27 voll trailerbar. Das Rigg kommt ohne Achterstag aus. Mit Fat-Head-Groß und leicht überlappender Genua beträgt die Segelfläche 44 Quadratmeter. Reichlich Power, die sich mit Code Zero und Gennaker noch steigern lässt. Alternativ gibt es ein "Family-Groß" ohne ausgestellten Topp. Auf Wunsch können Eigner einen E-Antrieb von Torqeedo ordern, der unterm Cockpitboden als Schachtmotor arbeitet, sich zum Segeln aber aufholen und flachgelegt stauen lässt.

E-Motor im Schacht: Unterm Cockpitboden liegt ein Torqeedo-Außenborder (Option), der für Hafenmanöver abgesenkt wird



Die Idee zum Boot kommt von Michael Tobler, ein Eidgenosse, der als Vertriebsvorstand des Outdoor-Bekleidungsherstellers Mammut internationale Managementerfahrung gesammelt und als A-Cat-Segler schon früh ein Faible fürs rasante Dahingleiten entwickelt hat. Nach seinem Ausstieg bei Mammut widmet er sich jetzt ganz dem Aufbau der Marke Saphire.

Gezeichnet hat der Italiener Claudio Maletto, der schon für Prada erfolgreiche IACC-Cupper konstruiert hat und unter anderem die Daysailer von Dinamica entwarf. Ein ruhiger, analytischer Kopf, hierzulande eher unbekannt, aber in Fachkreisen hoch geschätzt.

Unverkünstelt: Unter Deck gibt sich die Saphire 27 eher schlicht, bietet aber Platz für bis zu vier Erwachsene



Um ihn herum hat Michi Tobler eine ganze Reihe weiterer Spezialisten aus Italien versammelt: darunter Interior Designer Mauro Sculli, Struktur-Ingenieur Francesco Pelizza, Segelmacher Alessandro Castelli und Projektleiter Sebastiano Rech Morassutti. Alles erfahrene Männer, die der Neugründung das notwendige technische Fundament geben sollen.

Laminiert und ausgebaut werden die Boote in Polen bei Delphia Yachts. Dort lässt auch Comar seine kleineren Typen fertigen. Eine solide Werft mit moderner Fertigung, die in der Lage ist, auch hohe Stückzahlen zu liefern, sollte die Saphire 27 zum Verkaufshit avancieren.

Einen traditionellen Vertrieb mit Händlerstruktur wird es vorerst nicht geben. Michael Tobler will auf Messen und übers Netz direkt verkaufen. Seit dem Wochenende ist seine Website online. Bis zur Messepremiere wird die Funktionalität der Homepage bis hin zum Online-Konfigurator weiter ausgebaut. Keine Frage: Auf der Interboot wird die Saphire 27 fraglos zu den am meisten besuchten Neuheiten zählen.

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Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung der YACHT, Europas größtem Segelmagazin.

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