Aqua Royal ist die Eigenmarke, die bootsoutlet.de in Deutschland vertreibt, wobei die Produkte gemeinsam mit Femis-Boats in Polen entwickelt und gebaut werden, ähnlich wie es etliche internationale Großhersteller handhaben, die ebenfalls mit polnischen Fachbetrieben kooperieren. Außer der Aqua Royal 250, einem Ruderboot, das mit kleinen Außenbordern motorisierbar ist, gibt es aktuell unter dieser Marke noch das bereits von uns getestete Einstiegsmodell 550 cruiser, und die 2014 vorgestellte 780 Navigator.

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Wandelbar: Mit Zusatzausrüstung, wie z. B. dem Verdeck, kann die Aqua Royal je nach Bedarf aufgerüstet werden. Foto: Dieter Wanke



Wie gewohnt ist Importeur Rene Stini auch mit der Aqua Royal 680 cruiser bestrebt, ein Schiff anzubieten, das in seiner einfachsten Form mit einem Basispreis von unter 20,000 Euro Einsteigern oder budgetbewussten Bootsfreunden entgegenkommt, dabei aber auch anspruchsvolleren Vorstellungen gerecht werden kann. Natürlich werden Käufer wie der Eigner des Testbootes die Grundausstattung nach Wunsch ergänzen, zum Beispiel mit der Komfort-Cabrio-Persenning für 2290 Euro, die das Fahrzeug allwettertauglich macht. Wer auf Geschwindigkeit großen Wert legt und mit der maximal zugelassenen Motorisierung von 150 PS liebäugelt, wird jedoch deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Unbenommen der monetären Möglichkeiten der Käufer, die Aqua Royal 680 cruiser ist leicht und damit auch leicht transportabel. Selbst mit Maximalmotorisierung und Trailer wiegt das Boot nur wenig mehr als anderthalb Tonnen, womit es sich tadellos trailern lässt. Dabei kann’s auch ans Meer gehen, denn das Schiff ist für die CE-Kategorie C zugelassen, also für die küstennahe Fahrt mit bis zu sechs Besatzungsmitgliedern.

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Praktisch: Der Vorderteil über der Windschutzscheibe kann bei Schönwetter zur besseren Belüftung aufgerollt werden. Foto: Dieter Wanke



Mehr Komfort kostet mehr
Eines gleich vorab: Auf dem Testboot gab es viel aufpreispflichtiges Zubehör, wie z.B. den Teakbelag auf der Badeplattform oder die versenkbare Edelstahl-Badeleiter. Auch eine Heckdusche muss aus der Zubehörliste geordert werden. Ähnliches gilt für das Cockpit, wo Teakboden, Echtholztisch, Polsterung, Küchenblock, Sonnenliege, Sitzbankverlängerung oder ein 30-Liter-Kühlfach in der Rücksitzbank zu den Extras zählen. Am Steuerstand ist von Haus aus ein gepolsterter, höhenverstellbarer und drehbarer Einzelsitz montiert, eine Doppelsitzbank wie am Testboot ist aufpreispflichtig. Das gilt auch für den Steuerkompass oder die Hydrauliklenkung, die anstelle der serienmäßigen Teleflex montiert werden kann. Kurzum: Je höher die Ansprüche an Komfort, desto größer wird auch das Investment in Optionen ausfallen.

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Übersichtlich: Der Steuerstand mit dem Doppelsitz, ein aufpreispflichtiges Extra. Foto: Dieter Wanke



Nicht gespart wurde an den serienmäßigen Handläufen und an den Haltegriffen am Rahmen der Acrylglas-Windschutzscheibe oder der soliden Edelstahl-Bugreling, die den Weg über die seitlichen Gangborde zum Bug absichern. Ankerkasten und -rolle aus Edelstahl sind Standard, doch Edelstahlanker samt Kette und Zubehör gehören wie auch auf vielen anderen Booten nicht zur Grundausstattung.

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Solide: Edelstahlarbeiten am Bug. Anker kostet extra. Foto: Dieter Wanke



Drei Kojen, ein Nassraum
Eine Schiebetür gibt den Zugang zu den beiden Kajüten unter Deck frei. Im Bug befindet sich eine v-förmigen Sitzgruppe, die sich in eine geräumige Liegefläche verwandeln lässt, die 2,10 Metern mal 2,05 Meter misst. Der WC-Raum mit Marine-Toilette samt Fäkalientank an Steuerbord ist ebenso ein Extra wie der Kajüttisch aus Echtholz und eine Decksluke, deren Anschaffung zwecks besserer Belüftung empfehlenswert scheint. Das deshalb, weil die seitlichen Acrylglas-Fensterflächen zwar für ein helles Ambiente sorgen, doch sich ebensowenig öffnen lassen, wie das Fenster im WC-Raum. Besser gelöst ist die Belüftung der 1,88 Meter langen Unterflurkoje mittschiffs, deren seitliches Luk aufgeklappt werden kann. Doch aufgrund der geringen Breite von nur 0,95 Meter reicht der Platz hier bestenfalls für einen Erwachsenen oder zwei kleine Kinder.
Auch wenn es für die Aqua Royal 680 cruiser zahlreiche Aufrüstoptionen gibt, Stehhöhe befindet sich auch gegen Zuzahlung nicht im Angebot. Immerhin: Mit 1,50 Meter Kopffreiheit können auch relativ groß gewachsenen Mitfahrer unter Deck kommod sitzen. Stauraum, das sollte nicht unerwähnt bleiben, gibt es unter den Sitzflächen und in den seitlichen Ablagen genug.

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Wohnraum: Die Kopffreiheit in der Kajüte beträgt 1,50 Meter. Zum Sitzen und Liegen riecht das allemal. Foto: Dieter Wanke



Solide Performance, begrenzte Reichweite
An der Aqua Royal 680 cruiser lassen sich Außenborder mit Langschaft und einer Leistung bis maximal 110 kW (150 PS) montieren. Am Testboot war ein Mercury F 100 EFI ELPT angeflanscht, ein 2,1-Liter-Vierzylinder Reihenmotor mit elektronischer Multi-Port-Kraftstoffeinspritzung. Mit 74 kW (100 PS) entwickelte dieser Motor genügend Leistung, um die 680 cruiser zügig zu bewegen. Wer viel Wert auf Speed legt und häufiger mit hoher Zuladung unterwegs ist oder vielleicht auch Brettsport betreiben will, wird allerdings eher zur Maximalmotorisierung tendieren. Bei Vollgas ist nach sieben Sekunden bei 4000 Umdrehungen und 12,2 Knoten die Gleitfahrt erreicht. Angenehm dabei: Das Boot hebt beim Beschleunigen die Nase nur minimal. Nach insgesamt 28 Sekunden liegt mit zwei Personen an Bord bei 5300 Umdrehungen und 20,4 Knoten die Höchstgeschwindigkeit. Das liegt im angegebenen Drehzahlband des Antriebs von 5000 bis 6000 Touren und zeugt von guter Propellerabstimmung.

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Motorwahl: Beim Test reichten 100 PS für solide Fahrleistungen. Bis maximal 150 PS sind erlaubt, für alle, die mit großer Eile oder Beladung unterwegs sind. Foto: Dieter Wanke



Mit der im Testboot montierten aufpreispflichtigen Hydrauliklenkung war jede Richtungsänderung ein Kinderspiel weil jede Lenkbewegungen unmittelbar in Kurvenfahrt umgesetzt wurde. Vollkreise, die aus voller Fahrt heraus eingeleitet wurden, absolvierte die Aqua Royal 680 cruiser innerhalb von 1,5 Bootslängen in beide Richtungen, wobei die Drehzahl allerdings schnell auf 4000 Touren sank. Doch auch in solchen Momenten blieb die Krängung im akzeptablen Bereich und die Besatzung hatte dank hoher Bordwände stets ein Gefühl der Sicherheit. Eingekuppelt bei Standgas erreichte das Boot 2,2 Knoten und blieb für Anlegemanöver bestens manövrierbar. Da der exakte Verbrauch beim Test nicht ermittelt werden konnte, musste die Reichweite mit dem 90-Liter-Einbautank auf Basis von Vergleichswerten mit dem gleichen Motor auf ähnlichen Booten geschätzt werden. Bei einer Marschfahrt mit 5000 Umdrehungen bei 18,5 Knoten, also fast Vollgas, dürfte sich der Mercury F 100 stündlich etwa 25 bis 30 Liter Benzin genehmigen. Unter Berücksichtigung einer 15-prozentigen Reserve kann also von Einsatzzeiten bis maximal drei Stunden und Distanzen von rund 50 Seemeilen ausgegangen werden. Für ein Tourenboot ist das vergleichsweise gering bemessen, zumal ja nicht die Höchstmotorisierung im Einsatz war.

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Knappes Tankvolumen: Das großzüge Platzangebot im Cockpit geht zulasten der  Treibstoffkapazität und der Reichweite. Foto: Dieter Wanke



Ganz schlicht oder ziemlich komfortabel
Die Aqua Royal 680 cruiser ist als preiswerter kleiner Kreuzer positioniert, der dank seines recht geringen Gewichts auch ohne großen Aufwand gut zu trailern ist uns somit auch fremde Reviere erschließt. Von der Auslegung her ist das Schiff fürs Touren mit kleiner Familie geeignet, ebenso wie für Anglerausflüge mit Freunden oder als Zugboot, vorausgesetzt man investiert in die dafür nötigen PS am Heck. Die geringe Tankkapazität schränkt die Langstreckentauglichkeit allerdings ein. Wer’s gerne etwas komfortabler will, also mit Toilettenraum und Küchenblock, Cockpitpersenning und anderen aufpreispflichtigen Nachrüstungen, wird jedoch schnell 10 000 bis 15 000 Euro mehr ausgeben müssen, denn die Ausstattung des Basismodells wird eher schlank gehalten. Wer es eilig hat oder Fahrfreude mit Geschwindigkeit gleich setzt, wird wohl zur Topmotorisierung greifen, womit sich der attraktive Einstiegspreis von 19.990 Euro für Boot ohne Motor rasch auf 50 000 Euro oder mehr erhöhen könnte. Und das wäre wahrlich ein ziemlich stattliches Sümmchen für ein Boot dieses Zuschnitts.

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Aufrüstbar: Die Aqua Royal 680 cruiser ist in der Grundversion eher spartanisch, doch das Testboot war mit zahlreichen Optionen ausgestattet. Foto: Dieter Wanke



Technische Daten Aqua Royal 680 cruiser
Länge: 6,80 m
Breite: 2,50 m
Tiefgang: 0,35 m (ohne Motor)
Leergewicht: 1.000 kg (ohne Motor)
Baumaterial: GFK
CE-Kategorie: C
Zulässige Personenzahl: 6
Kojen: 3
Einbautank: 90l
Wassertank: 60 l
Motorisierung: Außenborder mit Langschaft, Leistung bis 110 kW (150 PS)

Grundpreis Boot ohne Motor: 19 990 Euro
Preis Testmotorisierung: Mercury F 100 EFI ELPT mit 74 kW (100 PS): 12 899 Euro
Motor im Testboot: Mercury F 100 EFI ELPT, Leistung 74 kW (100 PS), Zylinderzahl: 4 in Reihe, Hubraum: 2064 cm3, Nenndrehzahl: 5000 - 6000 min-1

Revier: Kölpinsee, Deutschland, Crew 2, Messung: GPS, Wasser 18° C, Luft; 20° C, Wind: 1 Bft, See 0, Benzin: 45 l (50%)

 

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Herstellung, Vertrieb und Testpartner:

René Stini
bootsoutlet.de
Schwenziner Str. 2
17192 Waren (Müritz)
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