Das Schiff sieht zum Schreien seltsam aus: Es hat einen stumpfen, breiten Bug, einen Flügelmast und ein Unterwasserschiff, das mit seinen zahlreichen Anhängen (Neigekiel, zwei Ruderblätter, zwei Foilingschwerter) eher einem Schweizer Messer gleicht, denn einer kleinen Segelyacht. Diese Arkema 3 Mini 6.50 hat es allerdings in sich, denn ein halbes Jahr nach ihrer Wasserung zeigt der Prototyp, dass das Folingkonzept auch auf kleinen kielyachten funktioniert. Testpilot ist der junge Quentin Vlamynck, der damit 2017 beim nächsten Mini-Transat teilnehmen will. Lesen Sie unsere Vorstellung des Projekts.

Foilender Zwerg: Die Arkema 3 Mini 6.50 beim Flugtraining in Frankreich

Foilender Zwerg: Die Arkema 3 Mini 6.50 beim Flugtraining in Frankreich



Die Arkema Group, ein französischer Chemiekonzern will mit High-Tech-Segelbooten allerdings mehr erreichen als Regattasiege. Es geht um die Entwicklung eines recyclingfähigen Laminats, das am Wasser höchsten Ansprüchen genügt und das nach Abwracken eines Bootes, anders als das heute immer noch gebräuchliche GFK, noch weiteren sinnvollen Verwendungen zugeführt werden kann.

Die Arkema 3 Mini 6.50 ist deshalb aus thermoplastischem Kompositmaterial gefertigt unter Zuhilfenahme eines speziellen Acrylharzes (Elium) mit Kohlefaserinfusion, das alle Eigenschaften herkömmlicher Bootsbauharze haben soll, sich aber am Schluss eben auch zum Recycling eignen soll.

Infusion des Decks

Infusion des Decks



Neu sind solche Ideen nicht. Ähnliches wurde bereits in Nordamerika versucht, wo der kanadische Hersteller Campion Marine  ein Bioharz zur Herstellung der Rümpfe seiner kleinen Motorboote verwendet. Ob es sich bei dem Arkema-Versuch nur um einen Werbegag einer Chemiefirma handelt, oder um eine tatsächliche Revolution des Bootsbaus, muss die Zukunft weisen.

Mehr dazu unter der Projektseite

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