Etwas Großes hat Bavaria letzten Spätsommer versprochen und etwas Großes ist es dann auch geworden. Die neue Bavaria C57 wurde mit großer Fanfare auf dem ebenfalls großen Messestand (4000 Quadratmeter) aus der Taufe gehoben. Es ist das neueste und bisher auch größte Modell der Giebelstädter Werft und eine deutliche Abkehr von der bisherigen Designsprache. Denn neu ist auch Konstrukteur Maurizio Cossutti aus Italien, der dem Schiff eine moderne und frischere Optik verpasste mit flachem Kajütaufbau, Rundumverglasung, großer Lounge, zwei Cockpittischen, zwei Steuerständen und auch zwei Rudern.

Viel Rauch um Großes: Premiere der Bavaria C57 auf der Boot in D Düsseldorf. Foto: boats.com/Loibner

Viel Rauch um Großes: Premiere der Bavaria C57 auf der Boot in 
Düsseldorf. Foto: boats.com/Loibner



Groß ist allerdings auch relativ, denn fast alle namhaften Produktionswerften wie Beneteau, Jeanneau, Dufour, Hanse, oder X-Yachts haben mittlerweile größere Schiffe im Programm. Oder zumindest längere. Denn obwohl die neue Bavaria "nur" 16,73 m misst, ist sie dennoch voluminös, weil die Breite gegenüber dem Vorgänger, der Bavaria Cruiser 56 , um fast 50 cm anwuchs.

Breite Hüften also, die für viel Platz unter Deck sorgen, wo es wahlweise drei, vier oder fünf Kajüten gibt. Hell ist es unter Deck, auch wenn das ausgestellte Boot mit Nussholzfurnier dunkel möbliert war, denn Bavaria hat sich bei den verglasten Oberlichten und bei den Rumpffenstern nicht lumpen lassen. Erwähnenswert ist dabei die "horizontale Pantry", die vorne im Salon am Hauptschott installiert ist und sich über die gesamte Schiffsbreite erstreckt.

Hell und freundlich: Salon der C57 mit quer eingebauter Galley am Hauptschott. Foto: boats.com/Loibner

Hell und freundlich: Salon der C57 mit quer eingebauter Galley am Hauptschott. Foto: boats.com/Loibner



Breite Hüften machen sich aber auch außen bemerkbar, denn die C57 hat nun neben möglichen zwei Doppelkajüten oder einer großen Eignersuite achtern auch eine Dingi-Garage im Heck, die sich hinter der absenkbaren Badeplattform verbirgt un Platz bietet für einen unendlich coolen, weil jetgetriebenen Williams-Tender, der aufgrund seiner kleinen Abmessungen jedoch nur bedingt praktisch ist.

Richtig viel Platz gibt es dagegen an Deck für Sonnenliegen am Vorschiff, am Dach und im Cockpit, denn die beiden Tische dort lassen sich absenken und können so mit den nötigen polstern zu zwei Liegewiesen umfunktioniert werden. Grill und Spüle am Heck dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Sie dienen in geschlossenem Zustand als zusätzliche Sitze hinter den beiden Steuerständen, die mit B&G Instrumenten ausgestattet sind.

Der Rudergänger hat dabei (fast) alles in Reichweite, weil die Schoten und Kontrollleinen verdeckt nach achtern geführt werden, was die Bedienung der Yacht ebenso erleichtert wie die Selbstwendefock, die bei Bavaria bisher nicht unbedingt Usus war. Ebenfalls neu zumal auf einer Serienyacht ist die elektronische Steuerung der Bordsysteme vom Chartplotter bzw. Mobiltelefon.

Es wurde seitens der Werft bei der Premiere auch betont, dass beim Bau nun Vinylester zum Einsatz kommt und ein Vakuum-Infusionsverfahren, das Bavaria Vakutec nennt, und dass die einzelnen Module nun außerhalb des Rumpfes zusammengesetzt und getestet werden, bevor sie zum Einbau gelangen. Auch dafür haben die Giebelstädter einen Begriff: Modutec

Bavaria nennt einen Einstiegspreis von knapp unter 450,000 Euro (inkl. Mwst.)

 

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