Was für eine Überraschung! Die für ihre sportlichen Kielboote bekannte Werft in Slowenien plant offenbar eine Erweiterung nach unten. Gerüchte darüber gab es schon länger. Jetzt aber ist erstmals eine Illustration aufgetaucht, welche die unter dem internen Code-Namen "D2" laufende Neuentwicklung erahnen lässt.

Eine erste Illustration des  neuen Seascape-Modells.

Eine erste Illustration des neuen Seascape-Modells.



Naheliegender wäre gewesen, das Portfolio nach oben auszubauen – und eine von vielen Fans der Marke heiß ersehnte Yacht von 30 bis 35 Fuß zu bringen, die über eine fest eingebaute Maschine verfügt. Doch jetzt wird es wohl erstmal eine Jolle.
Die Werft mochte die Richtigkeit des Renderings gegenüber YACHT online nicht bestätigen, dementierte freilich auch nicht. Der einzige Kommentar von Werftchef und Mitbegründer Andraz Mihelin lautete nur: "No comment!" Aus dem Unternehmen nahestehenden Quellen ist aber zu hören, dass die Markteinführung schon auf einer der kommenden Herbstmessen bevorstehe.
Typisch für eine Seascape ist, dass die Jolle über einen großen Gennaker verfügt, der allem Anschein nach an einem ausfahrbaren Bugspriet angeschlagen ist – so wie bei bisher allen vorangegangenen Modellen. Die Rumpflänge soll um 14 Fuß betragen, also gut vier Meter, was das Boot Autodach-transportfähig machen würde. Auch dies passt zur Seascape-Philosophie, die auf Mobilität fußt.
Das Kürzel, unter dem das Projekt bisher offenbar läuft, lässt weitere Rückschlüsse zu: "D2" steht mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit für ein Zwei-Personen-Dingi, das nach RCD-Kategorie D für geschützte Gewässer konzipiert ist (bis 4 Beaufort, Wellenhöhe bis 0,3 Meter). Die Cockpit-Ergonomie wird aber darauf ausgelegt sein, dass die Jolle auch einhandtauglich ist – beim Hintergrund der Werftgründer Andraz Mihelin und Kristian Hajnsek, beide Mini-Transat-Segler, kann man das als sicher voraussetzen.
Neu für Seascape ist das einzelne Ruderblatt; die Seascape 18, 24 und 27 haben je zwei. Die Rumpfform mit Chines stellt aber die Familienähnlichkeit her. Dem Vernehmen nach tüftelt die Werft noch an einem System, mit dem das Boot von einer Person bequem vom Auto ins Wasser kommt – eventuell sogar mittels in den Rumpf integrierter Rollen.
Darüber sowie über genaue Daten und Preise gibt es aber derzeit noch keinerlei bestätigte Informationen. Stimmen die Gerüchte, sollten diese binnen weniger Wochen bekannt werden. YACHT online bleibt dran!

 

Anzeige