Gemeinsam mit den Konstrukteuren des bekannten französischen Büros Van Peteghem - Lauriot-Prévost (VPLP) wird Groupe Bénéteau die erste Einheitsklasse für foilende Kielboote auf den Markt bringen, die in Serie produziert wird. Das Projekt wird auf der Salon Nautique in Paris der Öffentlichkeit präsentiert. Der Erstauftritt im Regattabetrieb ist allerdings erst für die 50. Auflage des Solitaire URGO– Le Figaro im Jahr 2019 geplant.
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Das neue Schiff wird die bewährte Figaro Bénéteau 2 ablösen, die seit 2003 im Einsatz steht. “Der Konstruktionsauftrag suchte nach einem Boot, das sowohl gute Segelleistungen als auch die Robustheit der Figaro Bénéteau 2 bietet”, erklärte Vincent Lauriot-Prévost in der Presseaussendung.  “Um ein Boot zu schaffen, das sowohl vom Material als auch vom Herstellungsprozess her high-tech ist,  arbeiteten wir intensiv mit den Spezialisten der Groupe Bénéteau zusammen.”

Das heißt im Klartext: Foils, schmaler und leichterer Kiel für weniger Widerstand, Mast weiter achtern, einen sehr schnellen, leichten Rumpf ohne Wasserballast und, klar, mehr Segelfläche dank des Fathead Großsegels einem großem Spinnaker, der vom Masttop gefahren wird und einem Gennaker, der am Bugrüssel angeschlagen ist. Interessant, dass die neue Figaro trotz der High-Tech-Anspruchs “nicht aus Kohlfaser, sondern etwas altmodisch aus GFK Sandwich gefertigt wird und dass die Foils nicht nach außen gebogen sein werden, wie etwa auf den IMOCA Open 60, sondern nach innen, also unter den Rumpf. “Diese vielseitige Anhang wird nicht nur den dynamischen Auftrieb erzeugen, wie er auf den IMOCAs vonnöten ist”, so Lauriot-Prévost. “Wir haben die Foils so konstruiert, dass sie bei Leichtwind möglichst wenig Widerstand erzeugen und (dennoch) bei Höchstgeschwindigkeit die Abdrift reduzieren.” Letzteres wir auch aufgrund des schmaleren Kiels nötig sein.
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Um in Zukunft den Bau von sportlichen und innovativen Produktionsbooten zu optimieren, so die Werft, wurde eigens die Bénéteau Racing Division Group ins Leben gerufen, die aus 15 Spezialisten besteht und über eine eigene Produktionsstätte in Nantes-Cheviré (Loire-Atlantique) verfügt. Diese neue Abteilung ist nun gefordert, für 2018 50 Figaro Bénéteau 3 zu bauen, die dann den Kunden durch Los zugeteilt werden, angeblich um die Chancengleichheit zu wahren. Der erste Prototyp dieses Bootes, das nach Kategorie A (Offshore) homologisiert wird, soll noch vor Sommer 2017 gewassert werden um ausgedehnte Tests zu segeln.

Spezifikationen Figaro Bénéteau  3
Lüa: 10.85 m
Rumpflänge: 9.75 m
LWL: 9.00 m
Breite: 3.40 m
Tiefg.: 2.50 m
Verdr.: 2,9 t
Ballast: 1,1 t
Großsegel : 39.5 m²
Fock: 30.5 m²
Spinnaker: 105 m²

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