hreko1000_1

Ungewöhnlich und neu: die Hreko 1000



Herr Perkovic ist ein umtriebiger, freundlicher Herr. Und er brennt für seine Idee. Wie ein Derwisch springt er auf seinem Prototypen hin und her und erläutert Details des ungewöhnlichen Gefährtes. Warum etwa zu den beiden je 10 kW starken Podantrieben auch noch ein Diesel hinzukommen musste – weil sich die Pods bei seitlichem Seegang aus dem Wasser hoben – oder wie der Wasserballast Einfluss nimmt auf die Stabilitätskurve. Die ist ohne Ballast eher flach; wird das Wasser an die richtigen Stellen gepumpt, entsteht jedoch eine hohe Anfangsstabilität. Etwa 17 Grad Krängung seien optimal, so Perkovic, da sich dann der luvseitige Pod aus dem Wasser hebt und weniger bremst.

Unter Deck ist vieles offen, Achterkabine, Salon und Pantry: alles ein großer luftiger und heller Raum. Nur das WC und die Koje im Vorschiff haben natürlich eine Tür. Der Ausbau sei allerdings noch prototypisch, Kunden könnten selbstverständlich mitbestimmen, versichert Perkovic. Betten und Räume sind ausreichend groß, fast schon enorm für ein Zehn-Meter-Schiff.

Der Clou beginnt wirklich erst an Deck: Doppelte Steuerräder auf doppelte Ruder, so weit nicht sehr ungewöhnlich. Allerdings steckt in der achteren Verlängerung des Cockpits das Dingi fest. Es dient entweder als zusätzlicher Auftriebskörper oder als Stauraum, als Dingi, als Sonnenterrasse und Badeplattform. Notfalls könnte sogar Wasser darin gebunkert werden. Das ist jedoch kaum erforderlich, denn die Ballasttanks sind mit trinkbarem Süsswasser gefüllt.

Weiterhin fällt an Deck das große Sonnendach für die Kajüte auf, ebenso wie die großen Fensterflächen. Der Mastfuß verteilt die Lasten des Riggs auf die Kajütseitenwände und erleichtert durch ein Scharnier das Legen des Riggs. Auf dem Vorschiff fällt der Blick automatisch auf den Bugspriet. Der macht aus dem Bug ein rechteckiges Vehikel. Damit er an Schleusenwänden nicht zerkratzt, hat Tüfftler Perkovic flugs zwei kleine Räder an die Ecken montiert. Hübsch ist das nicht, praktisch allemal. Damit passt es zum Schiff. Für lange Reisen gebaut, auf Autarkie ausgelegt – so laden die Pods unter Segeln die Akkus, zum Trockenfallen, da bleibt die Optik auf der Strecke. Aber wen stört das, wenn Skipper und Crew zufrieden und einsam in einer Bucht liegen, in die sonst niemand kommen kann?

herko1000_3

Von Grund auf anders, von Grund auf außerhalb der Norm: Beides trifft auf die Hreko 1000 zu.



Gefragt nach dem Preis, ist sich Perkovic noch nicht ganz sicher. Rund 180.000 Euro werden es sein. Für ein Schiff mit dieser Ausstattung, in Epoxid gebaut mit Schaumkern und E-Glas, mit zwei E-Motoren und Diesel, ist das tatsächlich in Ordnung. Eine weitere Einordnung in den Markt ist nicht möglich, denn so etwas wie die Hreko 1000 gibt es bislang schlicht nicht.

Spezifikationen Hreko 1000
LüA: 10.00 m
Mit Tender: 12.30 m
LWL: 9.65/11.20 m
Breite: 4.50 m
Tiefg.: 0.42/0.85 m
Verdr.: 4 t
Wasserballast: 700 i
Treibst.: 200 l.
Wasser: 200 L
Akkukapazität: 24 Kilowattstunden
Großsegel: 26 m2 280 ft2
Fock/Stagsegel: 21 m2
Code Zero: 43 m2

Zur Werftseite

 

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung der AYacht logo Europas größtem Segelmagazin

Anzeige