"Liftoff" gleich beim ersten Probeschlag: Der Prototyp der Quant 23 hat seinen Jungfernflug erfolgreich hinter sich gebracht. Projektinitiator Michael Aeppli von Quant Boats in der Schweiz schwärmt: "Schon bei 12 Knoten ist das Boot mit einer Dreier-Mannschaft auf die Foils gekommen, ganz einfach so. Wahnsinn!" Damit ist die Quant 23 das erste Segelboot mit einem festen Kiel (Ballastanteil 60 Kilogramm), das "fliegen" kann. Der Bildnachweis ist erbracht.




Foilen trotz Kiel .

Quant 23: Foilen trotz Kiel









Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Konstrukteur Hugh Welbourn bereits an der innovativen DSS-Technologie (Dynamic Stability System, er ist deren geistiger Vater. Die Funktionsweise von DSS: Seitlich am Rumpf ausfahrbare, asymmetrische Profile generieren in Lee zusätzlichen Auftrieb, was mit Hebelwirkung das aufrichtende Moment verstärkt. Damit kann der Ballastanteil von Kielbooten wesentlich reduziert werden. In Zusammenarbeit mit Quant Boats  in der Schweiz (Quant 28 und Quant 30) sowie mit Infinity Yachts in Monaco (Infinity 36GT und im Bau Infinity 46R) brachte Hugh Welbourn das DSS-System schließlich zur Serienreife. Die Projekte, die Boote und die Physik wurden in der YACHT 16/2011 ausführlich vorgestellt.




Das DSS arbeitet mit Ballastkiel und horizontalen „Schwertern".

Das DSS arbeitet mit Ballastkiel und horizontalen „Schwertern".


Jetzt kommt zur Funktion DSS der vertikale Lift hinzu. Die jüngste Technologie von Welbourn kombiniert das DSS mit flexiblen Profilflügelschwertern in V-Form, die jeweils in Lee ausgefahren werden. In Kombination mit zusätzlichen Tragflächen am Ruderblatt schaffen die Foils deshalb genügend Auftrieb,d er die Quant 23 bei einer gewissen Geschwindigkeit abheben, also foilen lässt. Eine ähnliche Technologie wird derzeit bei den neuesten Offshore-Rennyachten der Imoca-Open-60-Klasse ausprobiert. Diese großen Yachten werden allerdgins nicht wirklich fliegen sondern auf den schnellen Reaching-Kursern nur partiell angehoben und vor allem aufgerichtet. Wie Michael Aeppli von Quant-Boats gegenüber YACHT-Online berichtet, ist die Frage, ob diese französische Version von DSS das weltweite DSS-Patent verletzt, noch nicht geklärt.







Eine normale Scow über Wasser, doch der Unterschied liegt darunter.

Eine normale Scow über Wasser, doch der Unterschied liegt darunter.


Die 7,08 Meter lange und 1,96 Meter breite Quant 23 hat einen Scow-Rumpf, der in den schwimmenden Phasen, also zum Starten und in den Manövern, hohe Anfangsstabilität bietet. Das Boot ist eine Epoxy-Glas Konstruktion mit Kohlefaserverstärkungen. Das segel- beziehungsweise flugfertige Gewicht beträgt laut Spezifikationen lediglich 270 Kilogramm, inklusive aller Flügel und des Ballastanteils von 60 Kilogramm im Kiel, der sich übrigens über eine am Mast angeschlagenen Talje aufholen lässt. Die Foils können vollkommen abgebaut werden, womit die Quant 23 ohne großen Aufwand am Trailer normal auf der Straße transportierbar ist und auch über eine Rampe auch geslippt werden kann.









Nach den ersten Probeschlägen in England wird der Prototyp jetzt bei Quant Boats in der Schweiz getestet und reichtig eingesegelt. Grundsätzlich wird ein Serienbau angestrebt. Wo und mit welchen Partnern die Quant 30 schließlich gebaut werden soll ist noch nicht entschieden. Auch eine erst Preisvorstellung kann Aeppli vorerst nicht beziffern.


Ein kurzes Video von der größeren, nicht foilenden Quant 28, verdeutlicht, welche Geschwindigkeiten mit dem DSS erzielt werden können.









Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung der AYacht logo Europas größtem Segelmagazin

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