Die Regal-Werft befindet sich in Orlando im US-Bundesstaat Florida und ist immer noch in Familienbesitz. Geboten wird ein erstaunlich großes Sortiment von insgesamt16 Bowridern, das bei der 1900 ES beginnt und beim Flaggschiff 3200 endet. Die 2800, die seit 2015 in Europa auf dem Markt ist, gehört also zu den Spitzenprodukten der Palette. Außer den Booten mit offenem Bug baut Regal noch 18 weitere Typen der Linien „Cuddy“, „Deck Boat“, „Express Cruiser“ und „Sportyacht“. Die 1969 vom deutschstämmigen Paul Kuck gegründete Marke verfügt also über ein sehr breites Portfolio, das bei offenen 19-Fuß-Sportbooten beginnt und sich bis zur 53-Fuß-Yacht erstreckt.

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Made in Florida: Die Regal 2800 gehört zu den zahlreichen Bowridern der US-Werft. Foto: Dieter Wanke



Die 2800 kommt auf einem völlig neuen Rumpf an, der auf der FasTrack-Technologie, basiert. Dieser Stufenrumpf schafft Luftpolster unter dem Rumpf, womit der Wasserwiderstand minimiert werden soll. Dadurch sollen sich Beschleunigung, Geschwindigkeitspotenzial und Verbrauchswerte verbessern. Um enge Kurvenfahrt zu ermöglichen, hat der Rumpf auch im achteren Bereich eine tiefe V-Form mit 21 Grad Aufkimmung. Das klingt ein bisschen nach Sport, doch zur angepeilten Zielgruppe gehören auch und besonders Familien, die mit ihrem großen Freundeskreis viel Spaß auf dem Wasser haben möchten und dabei das üppige Platzangebot mit zahlreichen Sitz- und Liegeflächen für insgesamt 13 Personen nutzen können. Vorausgeschickt sei noch, dass das Boot auf das Komfortbedürfnis amerikanischer Kunden ausgelegt wurde, weshalb viele Funktionen per Knopfdruck bedient werden, was bei vergleichbaren europäischen Produkten nicht immer der Fall ist.

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Vorsicht, Stufe!. die Regal 2800 soll mit dem FaTrack-Rumpf besser, schneller und wirtschaftlicher unterwegs sein. Foto: Dieter Wanke


Platz für die ganze Belegschaft


Der Platz an Deck fällt, wie bereits angedeutete großzügig aus. Man steht sich nicht im Weg und gelangt ohne Behinderungen vom Bug bis zur Badeplattform am Heck. Die ist alles andere als knapp dimensioniert und damit bestens geeignet, um auch Tauchgänge vorzubereiten oder beim Brettsport die Ausrüstung an- oder abzulegen. Auf Wunsch gibt es zusätzlich eine hydraulisch bis ins Wasser absenkbare Plattform. Eine Heckdusche und eine versenkbare Wasserskistange gehören ebenso zur Grundausstattung, wie eine große einlaminierte Eisbox vor der Badeplattform. Für Wakeboarder dürfte der elektrisch klappbare Tower aber interessanter sein, der kostet allerdings extra. wie auch Gasgrill und Kühlschrank. Und wer sich unterwegs die Nase pudern möchte, kein Problem, denn auf der Regal 2800 befindet sich in der Backbordkonsole ein Bad mit Chemie- WC und Glaswaschbecken. Auf Wunsch kann man auch eine elektrische Toilette einbauen lassen und ein Luk zur Lüftung, wobei Letzteres schon recht praktisch wäre.

Üppig möbliert: Das Arrangement der Sithgelegenheiten im heck mit den umklappbaren Rückenlehnen. Foto: Dieter Wanke

Üppig möbliert: Das Arrangement der Sithgelegenheiten im heck mit den umklappbaren Rückenlehnen. Foto: Dieter Wanke



Die Sitz- und Liegemöbel an Bord bieten größtmögliche Flexibilität, wobei Fahrer und Beifahrer auf einer elektrisch längsverstellbaren Doppelsitzbank Platz nehmen, die optional auch in der Höhe verstellbar ist und das selbstverständlich auf Knopfdruck. Die Instrumente am edel gepolsterten Steuerstand sind gut ablesbar und die Schalter sind gut erreichbar. Bordcomputer und Scheibenwischer stehen in der Optionsliste, doch ein Kompass, der zweifellos eines der wichtigeren Navigationsinstrumente darstellt,  ist wie auf so vielen anderen Motorbooten auch auf der Regal 2800 nicht zu finden.

Durchstieg: Zwischen den Konsolen geht's ins Bugcockpit. Foto: Dieter Wanke

Durchstieg: Zwischen den Konsolen geht's ins Bugcockpit. Foto: Dieter Wanke


Komfort ist Trumpf


Wichtiger ist da der Komfort, denn durch eine umklappbare Rückenlehne kann die Sitzfläche mit den dahinter folgenden Polsterauflagen in eine nach achtern ausgerichtete Liegefläche gewandelt werden. Ähnlich wandlungsfähig ist auch das Mobiliar, das im Heck auf Passagiere wartet und entweder sich entweder als Sitzgelegenheit oder als Liegefläche konfigurieren lässt. Der Weg zum Bug führt wie bei so vielen Bowridern zwischen beiden Konsolen durch ein klappbares Element der Windschutzscheibe. Auf dem Vordeck wartet ebenfalls ein reichhaltiges Angebot an Sitz- und Liegemöglichkeiten mit bequemen Polstern und klappbaren Armlehnen.

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Gemütliches Beisammensein mit Becherhaltern: Die dürfen auf keinem US-Boot fehlen. Foto: Dieter Wanke



Der Polstersatz gehört hier allerdings zu den Optionen, die im „Premium-Package“ enthalten sind, das für 1.256 Euro wohlfeil ist und zusätzlich noch einen Cockpittisch und Matten in den Stauräumen enthält. Getränkehalter sind vorhanden, das gehört auf US-Booten zur Pflichtausstattung, und eine kleine Edelstahlreling sorgt bei ruppiger See für die nötige Sicherheit. Wer nicht in Florida, sondern auf der Ostsee unterwegs sein will oder in Skandinavien, kann sich eine Cockpitheizung mit einem Warmwasserboiler für 1.317 Euro bestellen. Der Bodenbelag aus Flexi-Teak schlägt mit zusätzlich 6.050 Euro zu Buche. Da ist ein Teppich günstiger, denn der kostet nur 574 Euro. Für das Auslegen der Badeplattform mit Flexi-Teak werden übrigens nochmal fast 2.000 Euro berechnet.

Hübsche Optik, steiler Preis: Flexiteak-Belag auf der Badeplattform für knapp 2000 Euro extra. Foto: Dieter Wanke

Hübsche Optik, steiler Preis: Flexiteak-Belag auf der Badeplattform für knapp 2000 Euro extra. Foto: Dieter Wanke


Nur Benziner und nur Einzelanlagen


Grundsätzlich ist die Regal 2800 nur mit einzelnen Benzinmotoren bestellbar, was wohl auch ein wenig mit der Amerikanischen Aversion gegen Diesel zu tun hat, die nicht erst seit der VW-Affäre besteht. Im Testboot war ein Volvo Penta V8-380 mit 283 kW (380 PS) verbolzt. Der kann entweder mit einem Duoprop Z-Antrieb ausgerüstet werden, oder mit dem für Salzwasser optimierten OceanX-Antrieb. Ein Blick unter die Haube zeigt: Der Motorraum ist aufgeräumt, die Installation sind sauber ausgeführt und Platz für Reparatur- und Wartungsarbeiten gibt es genug. Wer mehr Leistung will dem wird mit einem Volvo Penta V8-430 geholfen, der allerdings nur mit Duoprop angeboten wird. Basismotorisierung ist jedoch ein Mercruiser 8,2 MAG, der wie der Testmotor von Volvo Penta 283 kW (380 PS) entwickelt und die Leistung mit einem Bravo-Three-Antrieb ins Wasser bringt.

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Nur Benziner, nur Z-Antriebe. Das boot wurde für den dieselscheuen US-Markt konzipiert. Foto: Dieter Wanke


Die Testmotorisierung stellte sich als gute Wahl heraus, weil schon, nach sechs Sekunden die Gleitfahrt bei 18 Knoten mit 3500 Umdrehungen einsetzte. Der Bug hob sich in der Beschleunigungsphase nur gering und kurz an. Mit Vollgas und unter Einsatz der serienmäßigen Trimmklappen erreichte das Boot bei 5950 Umdrehungen eine Spitzengeschwindigkeit von 40,8 Knoten. Bei gutem Geradeauslauf wurden die Bewegungen der leichtgängigen Lenkung sofort umgesetzt, wobei der Rumpf auf hastige Lenkausschläge gelassen reagierte. Auch die extreme Kurvenfahrt brachten weder Boot noch Besatzung  ins Schwitzen. Obschon beim Test der Kraftstoffverbrauch nicht ermittelt werden konnte, kann man davon ausgehen, dass der 409 Liter fassende Brennstofftank annehmbare Reichweiten produziert. Vorausgesetzt, der Hebel liegt nicht dauernd am Tisch. Bei einer Reisegeschwindigkeit von rund 23 Knoten bei etwa 4000 Umdrehungen sollten gemäß Erfahrung stündlich etwa 50 Liter aus dem Tank gesaugt werden, was bei 15-prozentiger Reserve einer Reichweite von etwa 160 Seemeilen entspricht.




Geteilte Freude: Durchstieg zwischen Bug- und Hauptcockpit mit Targabügel und gefaltetem Bimini. Foto: Dieter Wanke

Geteilte Freude: Durchstieg zwischen Bug- und Hauptcockpit mit Targabügel und gefaltetem Bimini. Foto: Dieter Wanke


Die Qualität ist top, der Preis ebenfalls


Wie von Regal gewohnt, bietet auch die 2800 ein exzellentes Qualitätsniveau, wobei Handling und Fahrverhalten das Boot nicht nur für erfahrene Skipper sondern auch für Neulinge leicht beherrschbar machen. Wer es auf Komfort angelegt hat, solide Verarbeitung schätzt und das Bootsvergnügen gerne mit Freunden und Familie genießt, sollte die Regal auf dem Zettel haben. So viel Gutes gibt’s nicht gratis, deshalb sollte auch die Sparbüchse gut gefüllt sein. Für die Basisversion mit dem Mercruiser müssen 124.917 Euro, für den im Testboot montierten Volvo Penta 125.430 Euro angespart werden. Dazu kommen aber in Europa noch 4.296 Euro für das „International Technology Package“ mit 220 Volt Ladegerät, elektrisch verstellbarem Fahrersitz und weiterem Zubehör sowie 758 € für die CE-Homologation mit automatischem Feuerlöscher und Gas-/Benzin Detektor. Rund 130.000 Euro kommen da in jedem Fall zusammen. Bei individuellen Zubehörwünschen vielleicht auch etwas mehr. Die Regal 2800 wird grundsätzlich mit Innenborder und Z-Antrieb geliefert. Wer aber mit Außenbordern liebäugelt, sollte sich stattdessen die Regal 29 OBX ansehen.

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Die Regal 2800 ist ein sportliches Fahrzeug mit guten Manieren und viel Platz für Mitfahrer. Foto: Dieter Wanke



Technische Daten Regal 2800
Länge: 8,60 m
Breite: 2,70 m
Tiefgang: 0,70 m (0,97 m Antrieb abgesenkt)
Leergewicht: 2.971 kg
Durchfahrtshöhe: 1,68 m PowerTower unten, 2,44 m PowerTower oben
Baumaterial: GFK
CE-Kategorie: C
Brennstofftank: 409 l
Wassertank: 68 l
Motorisierung: Innenborder, Benziner mit einer Leistung ab 283 kW (380 PS) bis 317 kW (431 PS)
Grundpreis mit Mercruiser 8,2 MAG mit 283 kW (380 PS): 129.971 Euro
Preis mit Testmotorisierung Volvo Penta V8-380 mit 283 kW (380 PS): 130.484 €

Messung mit Volvo Penta V8-380 mit 283 kW (380 PS)
Revier: Atlantikküste vor Florida, USA, Besatzung: 4 Personen, Wasser 28 °C, Luft 33 °C, Wind 0 Bft., See: 0, Tank: 306 l, (75%), Wasser: 68 l, (100%)
Screen Shot 2017-01-06 at 21.33.11

Importeur (Testpartner) Weiland Boote GmbH
Landstrasse 20
3304 Amstetten - St. Georgen a.Y.
Österreich

 

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