Die US-Werft Regal wurde 1969 vom deutschstämmigen Paul Kuck und seiner Frau Carol in Florida mit 60 000 Dollar Eigenkapital gegründet. Zum Auftakt wurden drei Modelle produziert: ein 14-Fuß-Wasserskiboot, ein 17-Fußer mit M-Rumpf und eine 21-Fuß-Cuddy Cabin. Der herausragende Meilenstein des in Orlando ansässigen und nach wie vor in Familienbesitz befindlichen Unternehmens ist jedoch der patentierte FasTrac-Rumpf, der eine Stufe über die gesamte Breite aufweist, die den Reibungswiderstand im Wasser senkt und seit 1995 in Verwendung steht. Gegenwärtig bietet die Werft 33 Modelle in verschiedenen Varianten an, die von insgesamt rund 1500 Mitarbeitern gefertigt werden, zum Teil auch im Zweitwerk in Valdosta, Georgia. Die Palette reicht dabei vom 19-Fuß-Bowrider bis zum Flaggschiff, der 53 Sport Coupe.

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American Hero: Die Regal 32 Express beeindruckt mit Komfort und Fahrleistung. Foto: Dieter Wanke



Die Regal 32 Express wurde im Herbst 2013 als Sportkreuzer vorgestellt, war allerdings erst in der folgenden Saison im Handel verfügbar. Dass sich die Werft ihren Ruf für solides Handwerk verdient hat, ist auch diesem Boot auf den ersten Blick anzusehen. Ob makellose Kunststoffteile oder saubere Nähte bei der Polsterung, überall fällt das hohe Verarbeitungsniveau auf. Entsprechend auch der Preis, der mit ein Grund ist, weshalb man Regals nicht massenweise in jeder Marina sieht. Dafür erhält der Kunde allerdings eine gute Grundausstattung und durchdachte Details, die die unmittelbare Konkurrenz in der Form nicht immer zu bieten hat.

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Knopfdruck-Kultur: Auch die UltraLounge im Heck wird elektrisch bedient Foto: Dieter Wanke



Komfort an erster Stelle
Regal bemühte sich um Variabilität, um den Bordaufenthalt möglichst angenehm zu gestalten und viele Wünsche unter einen Hut zu bringen. Dass dabei primär an die Erwartungen der Kunden in den USA gedacht wurde, verwundert nicht, denn dort befindet sich der Kernmarkt für diese Boote. Ungewöhnlich für eine Yacht dieser Größe, aber eben auch typisch amerikanisch ist die elektrische Bedienung vieler Komponenten, darunter auch die sogenannte UltraLounge im Heck, die sich per Knopfdruck von einer Sitzbank in eine Sonnenliege verwandeln lässt oder durch Verschieben den Platz im Cockpit vergrößert, bzw. zu einer Sitzgruppe mutiert, die mit einem Teakholztisch fünf Personen Platz bietet.

Ultra-praktisch: Die Konfiguration des Mobiliars schafft auch eine Sitzgruppe mit Tisch. Foto: Dieter Wanke

Ultra-praktisch: Die Konfiguration des Mobiliars schafft auch eine Sitzgruppe mit Tisch. Foto: Dieter Wanke



Die Gäste werden von der großzügig dimensionierten Wetbar auf der Steuerbordseite versorgt, die serienmäßig über eine edle Kunststein-Arbeitsfläche verfügt und auf Wunsch auch mit Elektrogrill und Kühlschrank ausgestattet werden kann. Der Geräteträger über dem Cockpit kann bei der Durchfahrt niedriger Brücken ebenfalls per Knopfdruck abgesenkt werden. Der Weg zur Badeplattform, die auf Wunsch mit Flexiteak belegt (1960 Euro) oder hydraulisch abgesenkt werden kann (3300 Euro), führt über eine Tür aus Edelstahlrohr und eine Stufe. Heckdusche und Badeleiter gehören zur Grundausstattung, die am Testboot montierte Verlängerung schlägt mit weiteren 1876 Euro zu Buche.

Blick ins Cockpit und auf die großzügige Wetbar an Steuerbord. Foto: Dieter Wanke

Blick ins Cockpit und auf die großzügige Wetbar an Steuerbord. Foto: Dieter Wanke



Der gesamte Cockpitbereich der Regal 32 Express macht durch die hohen Bordwände einen sehr sicheren Eindruck, das ist gut für die Familie und beruhigend bei rauem Wasser. Um nach vorne zu gelangen, ist außerdem keine Turnerei über schmale Gangborde nötig, denn der Weg führt über solide Treppenstufen in der Schiebetür des Kajütniedergangs durch ein Klappsegment in der Windschutzscheibe direkt auf das Vordeck, auf dem es auch eine Sonnenliege gibt. Die stabile Reling passt zur sportlichen Optik, ist allerdings etwas niedrig und verfügt nicht über eine Ausstiegsmöglichkeit im Bug. Die im Testboot montierte elektrische Ankerwinde samt Kette und Edelstahlanker steht für 4365 Euro in der Optionsliste und ist per Fußschalter bedienbar.

Gut sortiert: Der Steuerstand der Regal spielt alle Stücke und ist ergonomisch gestaltet

Gut sortiert: Der Steuerstand der Regal spielt alle Stücke und ist ergonomisch gestaltet



Amerikanische Verhältnisse unter Deck
Das Layout unter Deck orientiert sich am Gebrauchsmuster amerikanischer Kunden, die dieses Boot eher für komfortable Tages- oder Wochenendausflüge nutzen dürften, denn für längere Törns mit mehreren Übernachtungen. Zwei Unterflur-Kojen mittschiffs mit je 90 Zentimetern Breite und zwei Metern Länge sowie spärlichen 95 Zentimetern Deckenhöhe müssen deshalb als Nachtquartier genügen. Optional ließe sich noch eine Doppelkoje im Bug bestellen, die natürlich auf Knopfdruck durch Absenken der Rückenlehnen der L-förmigen Sitzgruppe im Bug entsteht. An Backbord ist eine kleine Pantry mit Waschbecken und Mikrowelle untergebracht, doch ein Kochfeld gibt es nur gegen Aufpreis. Die Nasszelle bietet dagegen eine Vollausstattung hinsichtlich Komfort, mit Warmwasser und elektrischer Toilette, doch ein Luk zur Belüftung fehlt.

Klosett, Küche & Kojen:  Die Sitzecke im Bug kann optional auch in eine Doppelkoje verwandelt werden.  Foto: Dieter Wanke

Klosett, Küche & Kojen: Die Sitzecke im Bug kann optional auch in eine Doppelkoje verwandelt werden. Foto: Dieter Wanke



Große Auswahl beim Antrieb
In der Regal 32 Express werden ausschließlich Doppelmotorisierungen angeboten, wobei für alle Benziner Katalysatoren erhältlich sind. Grundausstattung bilden zwei MerCruiser 4,5 MPI mit zwei mal 183,9 kW (250 PS). Außerdem sind für Europa zwei Mercruiser Mercruiser 6.2L 300 ECT im Angebot. Im Testboot waren Volvo Penta V8-300 mit jeweils 224 kW (300 PS) montiert, wobei auch eine stärkere Version mit je 261 kW (350 PS) bestellt werden kann. Außerdem sind zwei Selbstzünder vom Typ Volvo Penta D3-220 im Angebot. Grundsätzlich sind Z-Antriebe (Bravo Three oder Duoprop) mit gegenläufigen Doppelpropellern montiert.

Regal bietet zudem eine Joystick-Steuerung für die kräftigsten Benziner in der DTS- oder EVC-Version und für die Diesel an. Ein Blick in den Motorraum zeigt, dass dieser aufgeräumt wirkt, nicht zuletzt weil alle Komponenten sauber installiert und gut erreichbar sind. Auf Schalldämmung an der Unterseite der Motorraumklappe verzichtete die Werft, dennoch blieb die Geräuschentwicklung beim Test unauffällig. Die Belüftung erfolgt über zwei Ventilatoren und für den Notfall ist eine automatische Feuerlöschanlage an Bord. Bei Lecks helfen zwei elektrische Lenzpumpen das Schlimmste zu verhindern, manuelle Pumpen als Rückversicherung gibt es serienmäßig aber nicht.

Alles am Platz: Maschinenraum des Testbootes, das mit zwei Volvo Penta V8-300 ausgestattet war. Foto: Dieter Wanke

Alles am Platz: Maschinenraum des Testbootes, das mit zwei Volvo Penta V8-300 ausgestattet war. Foto: Dieter Wanke



Wer die Regal steuert, kann auch Gesellschaft neben sich sitzen haben, denn am Fahrerstand ist eine Doppelbank montiert, die auch als Stehsitz dient und in Längsrichtung verstellt werden kann. Die Ergonomie am Arbeitsplatz stimmt, mit gut ablesbaren Motorinstrumenten, einem griffigen und verstellbaren Lenkrad, richtig positioniertem Joystick, gut zugänglicher Trimmklappenverstellung und einer Schaltung, mit der das Einlegen der Gänge ein Kinderspiel ist. Nur die Anzeigen des EVC-Systems sind etwas unter dem Lenkrad versteckt. Der Kompass fehlte zwar im Testboot, gehört aber ebenso zur Serienausstattung, wie ein Scheibenwischer.

Gut am Gas, gut am Ruder
Legt man die Hebel auf dem Tisch, war mit dem Testboot nach sieben Sekunden bei 15 Knoten die Gleitfahrt erreicht. Die Kurbelwellen rotieren dann mit 2700 Umdrehungen. Die gemessene Höchstgeschwindigkeit lag nach 28 Sekunden bei 38,2 Knoten. Dank 21 Grad Aufkimmung hob sich der vom Entwicklungsbüro Hunt Design (gegründet 1961 vom legendären Konstrukteur C. Raymond Hunt) gestaltete Rumpf beim Beschleunigen nur mäßig aus dem Wasser und senkte sich auch schnell wieder ab. Laufeigenschaften und Wellenverhalten waren bei unseren Testfahrten ohne Tadel, wie auch die Kursstabilität. Die Hydrauliklenkung war leichtgängig und selbst bei Kurvenfahrt oder dem gezielten Verreißen des Ruders offenbarte die Regal 32 Express keine Mängel. Vollkreise wurden mit zwei Bootslängen Durchmesser absolviert, wobei die Drehzahl der kräftigen Antriebe nur leicht absank. Dank Joystick und einer niedrigen Leerlaufgeschwindigkeit von 2,5 Knoten waren die Hafenmanöver leicht und präzise auszuführen. Mit der wirtschaftlichsten Geschwindigkeit die wir bei gut 24 Knoten ermitteln konnten, saugten die Antriebe des Testbootes stündlich 76 Liter Benzin aus dem 568-Liter-Tank. Bei 15-prozentiger Reserve sind also Reichweiten von bis zu 150 Seemeilen bei 6,5 Fahrstunden realisierbar. Für längere Touren könnte der Tank also etwas mehr Fassungsvermögen haben.

Untadelig: Das Boot zeigte mit der stärkeren Motorisierung beim Test in Florida starke Fahrleistungen und gute Manieren. Foto: Dieter Wanke

Untadelig: Das Boot zeigte mit der stärkeren Motorisierung beim Test in Florida starke Fahrleistungen und gute Manieren. Foto: Dieter Wanke



Qualität hat ihren Preis
Die Regal 32 Express ist durch ihr Layout weniger als Tourenboot, sondern eher als sportlicher Wochenend-Tourer konzipiert. Die Grundversion der Regal 32 Express samt CE-Homologation und 220-Volt-Elektropaket beginnt bei 233 880 Euro. Doch mit der flotten Testmotorisierung, die perfekt zum Boot passte und den Fahrspaß in den Vordergrund stellte sind dann gleich mal 275 247 Euro fällig. Das ist eine Stange Geld, doch das ausgezeichnete Qualitätsniveau und die gute Ausstattung, die von Regal geboten werden, rechtfertigen diese Preisgestaltung.

Technische Daten Regal 32 Express
Länge: 9,80 m
Breite: 3,20 m
Tiefgang: 0,9 m
Leergewicht: 5.737 kg
Durchfahrtshöhe: 2,30 m PowerTower unten, 3,00 m PowerTower oben
Baumaterial: GFK
CE-Kategorie: B
Kojenplätze: 2 (Serie), 4 (Option)
Brennstofftank: 568 l
Wassertank: 136 l
Fäkalientank: 60 l
Motorisierung: Innenborder, Benziner oder Diesel als Doppelanlagen mit einer Gesamtleistung ab 373 kW (500 PS) bis 522 kW (700 PS)
Grundpreis mit MerCruiser 4,5 MPI mit zwei mal 183,9 kW (250 PS): 233.880 Euro
Preis mit Testmotorisierung zwei mal Volvo Penta V8-300 mit je 224 kW (300 PS): 275.247

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Messung mit 2 x Volvo Penta V8-300, Leistung je 224 kW (300 PS)
Revier: Atlantikküste vor Florida, USA, Besatzung: 4 Personen, Wasser 28 °C, Luft 33 °C, Wind 1 Bft., See: 1, Tank: 284 l, (50%), Wasser: leer

Importeur (Testpartner)
Weiland Boote GmbH
Landstrasse 20
3304 Amstetten - St. Georgen a.Y.
Österreich

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