Die 1993 ins Leben gerufene Schlauchbootmarke Scanner aus Casalbeltrame bei Mailand ist auf edle RIBs mit unverwechselbarem Design spezialisiert und hat im Lauf der Jahre seine Produktlinie zielstrebig ausgebaut. Unter den zahlreichen Modellen befindet sich auch die Scanner Envy 710, die wir am Bodensee testen konnten. Dieses Boot wird sowohl in der Tender- als auch in der Touring-Linie der Werft angeboten, kann wahlweise mit Außen- als auch Innenbordmotoren bestückt werden und zählt zu den beliebtesten Modellen der Werft. Gefahren haben wir eine Einbauvariante mit Z-Antrieb, die samt Motorinstallation mit rund 1,4 Tonnen Leergewicht noch gut trailerbar ist. Da das Boot ein Zertifikat für die CE-Kategorie B besitzt, also auch außerhalb von Küstengewässern bei Wellenhöhen bis zu vier Meter und bis Windstärke acht zugelassen ist, eignet es sich auch sehr gut zum Inselhüpfen beim Urlaub am Mittelmeer. 2016 Scanner 710 Envy-4390

Aktuell werden bei Scanner vier Produktlinien gefertigt, wie die angesprochene Tender-Linie mit insgesamt 20 Bootsvarianten zwischen 3,20 und 11,30 Meter Länge. Viele von ihnen können wahlweise mit Innen- oder Außenbordmotoren bestückt werden, auch Jet-Antriebe mit Dieselaggregat sind für einige Modelle erhältlich. Dazu kommen die Touring- Elegance- und Professional-Linien mit insgesamt 23 weiteren Varianten und auch Sonderanfertigungen. In Deutschland werden diese Edelschläuche von der Wassersport-Center Stockmann GmbH in Dömitz sowie deren Partner am Bodensee, dem Valentina Bootsservice in Konstanz vertrieben. 2016 Scanner 710 Envy-4462

Auffällige Erscheinung mit viel Platz


Boote von Scanner fallen sofort ins Auge, denn ihre Linienführung mit betont geschwungenen Fiberglaskonturen, in die sich die Hypalon-Schläuche harmonisch integrieren, ist ansonsten am Markt kaum zu finden. Die Schläuche haben einen Außendurchmesser zwischen 55 und 58 Zentimeter und verfügen über sechs unabhängige Luftkammern und basieren auf einem Polyestergewebe mit einem Fadengewicht von 1670 dtex. Am Testboot wird das noch durch den edlen Teakbelag - natürlich nur bei entsprechender Zuzahlung - und die harmonische Farbabstimmung der hellen und dunklen Brauntöne verstärkt. Der edle optische Eindruck basiert dabei auch auf gutem Handwerk, das auch bei genauem Hinsehen kenntlich ist. 2016 Scanner 710 Envy-4447

Es gibt insgesamt vier Möglichkeiten vom Steg auf das Boot zu kommen, einen von jeder Seite. Am Heck ist der Zustieg am einfachsten, über eine großzügige Badeplattform mit zwei Ebenen und einer serienmäßigen Badeleiter. Auf Wunsch kann hier auch eine Heckdusche (1.060 Euro) installiert werden. An beiden Seiten warten an der deutlich über die Schläuche ragenden Deckswanne ebenfalls Trittflächen, die den Einstieg erleichtern. Wer über den Bug an Bord möchte, muss an dem serienmäßig montierten Edelstahlanker vorbei. Elektrische Ankerwinden sind in der Optionsliste ab 2.142 Euro zu finden. Im Bug und Heck dominieren bequem gepolsterte u-förmige Sitzgruppen, die bis zu 14 Personen Patz bieten sollen. Dann ist allerdings Zusammenrücken gefragt. Die Umrüstung der Sitze in Bug zu einer Sonnenliege ist gegen Zuzahlung von 1381 Euro möglich, wobei auch ein Tisch zu diesem Paket gehört. 2016 Scanner 710 Envy-4467

Zentrales Element auf diesem Boot ist natürlich die Steuerkonsole, die genügend Platz bietet für die Installation der Motorinstrumente und wahlweise eines Multifunktionsdisplays, sowie für weiteres Navigationszubehör. Auffällig: Trotz des Luxus gehört ein Kompass nicht zur Serienausstattung und auch für das Marinehorn ist eine Zuzahlung erforderlich. Weniger überraschend ist dagegen der Aufpreis für einen Kühlschrank, der für 1.821 Euro im Sockel der Konsole montiert wird. Auch die komfortable Hydrauliklenkung wird mit 1.488 Euro extra berechnet, serienmäßig ist eine Kabellenkung an Bord. Eine Toilette steht leider nicht zur Wahl, dafür fehlt der Platz. 2016 Scanner 710 Envy-4465

Sehr überzeugend sind die Haltegriffe, die auf der Scanner 710 in Form einer Edelstahlreling im oberen Bereich des Laminats montiert sind und sich über das gesamten Vorschiff bis hinter die Steuerkonsole erstrecken. Auch die umlaufenden Griffe an der Konsole machen einen sehr soliden Eindruck. Zu den Optionen gehört natürlich auch das am Testboot montierte T-Top aus Edelstahlrohren, das für 6.500 Euro wohlfeil ist. Ein normales Bimini ist dagegen schon für 1.309 Euro zu haben.

Die Goldene Mitte bei der Motorisierung


Grundsätzlich kann die Scanner Envy 710 in Versionen für Außenborder oder Innenborder bestellt werden. Empfohlen werden Antriebe mit einer Leistung bis 195 kW (265 PS). Laut Importeur sind Motorisierungen mit bis zu 257 kW (350 PS) erhältlich. Im Testboot war ein Volvo Penta Benziner vom Typ V8-300-E EVC EC mit 224 kW (300 PS) verschraubt. Die Kraft bringt ein Z-Antrieb mit Duoprop-Aquamatic ins Wasser. Damit erreicht die scanner beim Test in nur vier Sekunden bei 2500 Umdrehungen und 16,4 Knoten die Gleitfahrt. Bis zur Höchstgeschwindigkeit von 41 Knoten vergehen insgesamt 17 Sekunden. Dabei zeigt der Drehzahlmesser 5000 Touren an, was mit 800 Umdrehungen deutlich unter der Nenndrehzahl liegt. Die Propellerabstimmung scheint dennoch gut, denn das Boot hinterlässt einen spurtstarken Eindruck und scheint sehr gut motorisiert. Eine empfehlenswerte Reisegeschwindigkeit liegt bei 3000 Umdrehungen die für 22 Knoten gut ist. 2016 Scanner 710 Envy-4478

Eine Verbrauchsanzeige ist im Testboot leider nicht vorhanden, aber laut Verbrauchsdiagrammen des Motorenherstellers dürften dabei stündlich zwischen 15 bis 20 Liter aus dem 290-Liter-Tank laufen. Das sollte bei einer Tankreserve von 15 Prozent für eine Betriebsdauer von rund 14 Stunden und eine stattliche Reichweite von rund 300 Seemeilen genügen. Dank der beiden gegenläufigen Propeller am Duoprop-Antrieb ist am Geradeauslauf auch in Langsamfahrt nichts auszusetzen. Die Kurvenfahrt ist dank der aufpreispflichtigen Hydrauliklenkung kinderleicht einzuleiten. Schnelle Vollkreise lassen sich mit 2,5 Bootslängen Durchmesser fahren, bei guter Manövrierbarkeit in beide Richtungen. Dank ausreichend hoher Bordwände und guter Haltemöglichkeiten fühlt sich auch die Besatzung stets sicher. Insgesamt ist die Testmotorisierung für die Scanner Envy 710 eine gute Wahl, nicht zuletzt weil damit auch eine ordentliche Portion Fahrspaß serviert wird. 2016 Scanner 710 Envy-4372

Design hat seinen Preis


Die Schlauchboote von Scanner gehören ohne Zweifel zu den Hinguckern auf dem Wasser und in der Marina. Das trifft ohne Abstriche auch auf die Scanner Envy 710 zu, die nicht nur durch die konsequente Designlinie überzeugt sondern auch mit hohem Verarbeitungsniveau. Dazu passt auch die kräftige Testmotorisierung, die auch für den Bodenseezulassungzugelassen ist.

Für den Grundpreis ohne Motor von 42.840 Euro ist der Drops aber noch lange nicht gelutscht. Mit der Testmotorisierung samt Montage und Transportpauschale sind für die Scanner Envy 710 schon 83.191 Euro fällig. Mit sinnvollem Zubehör wie Servolenkung, Sonnenliege im Bug und Bimini, nicht zu vergessen Kompass und Hupe nähert man sich dem sechsstelligen Bereich. Doch selbst dies ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn da fehlt noch die Hafenpersenning der Kühlschrank und der Trailer für den Straßentransport.2016 Scanner 710 Envy-4303

Technische Daten Scanner Envy 710


Länge: 7,07 m
Breite: 2,82 m
Luftkammern: 6
Schlauchdurchmesser: 55 – 58 cm
Tiefgang: keine Angabe
Leergewicht: 850 kg (ohne Motor)
Gewicht Testboot mit Motor: 1.302 kg
Baumaterial: GFK/Hypalon
CE-Kategorie: B mit 14 Personen
Brennstofftank: 290 l
Motorisierung: Außenborder oder Innenborder, Benziner oder Diesel mit einer empfohlenen Leistung von 195 kW (265 PS). Anmerkung: Laut Importeur inzwischen mit bis zu 257 kW (350 PS) erhältlich.
Grundpreis ohne Motor: 42.840 Euro
Preis inklusive Transportpauschale mit Testmotorisierung Volvo Penta V8-300 mit 224 kW (300 PS): 83.191 €

Preis inklusive Transportpauschale mit Testmotorisierung Volvo Penta V8-300 mit 224 kW (300 PS): 83.191 €

Messung mit Volvo Penta V8-300 mit 224 kW (300 PS)
Revier: Bodensee bei Friedrichshafen, Besatzung: 2 Personen, Wasser 18 °C, Luft 18 °C, Wind 0-1 Bft., See: 1, Tank: 232 l, (80%), Wasser: 68 l, (100%)

Werft
Scanner Srl.
Via Gautieri 19
Casalbeltrame (NO) Italy 28060

http://www.scanner-marine.com

Importeur und Lieferant des Testbootes
Wassersport-Center Stockmann GmbH
Ludwigslusterstraße 10d
D-19303 Dömitz

Händler
Valentina Bootservice
Dipl. Ing. Udo Wagenhäuser
Claude-Dornier-Straße 20
D - 78467 Konstanz

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