Griechenland ist für viele ein beliebtes Urlaubsziel, doch dass man dort auch Hochleistungs-Schlauchboote herstellt, wissen wenige. Da wären zum Beispiel die RIBs von Technohull, die in Athen produziert werden. Das ist kein Zufall, denn bei den Hellenen sind Festrumpfschlauchboote außerordentlich populär, nicht zuletzt deshalb, weil sich damit auch mit mehreren Passagieren eine Menge Spaß haben lässt. Die vielen Inseln mit ihren attraktiven Badestränden und lauschigen Buchten können mit solchen Booten schnellstmöglich erreicht werden. Und weil in Griechenland meist die Sonne scheint, ist Wetterschutz überflüssig. Nur vorzügliche Seegängigkeit ist Voraussetzung und das eine der bekannten Stärken großer RIBs. Bei der Konstruktion wird die Technohull- Werft von unterschiedlichen Beratern unterstützt, darunter auch der britische Rennboot-Spezialist Adam Younger, der für die Entwicklung des Rumpfes der Technohull 999 S verantwortlich war.




Fast 70 Knoten schafft das Technohull mit der Testmotorisierung. © Dieter Wanke

Fast 70 Knoten schafft das Technohull mit der Testmotorisierung. © Dieter Wanke



Groß und komplett
Mit seiner Gesamtlänge von 10,30 Metern ist das Boot eine beachtliche Erscheinung, besonders auf dem Anhänger. Mit einem Leergewicht von rund 2,8 Tonnen inklusive der beiden Testmotoren ist die Technohull 999 S mit leistungsfähigen Zugfahrzeugen noch bestens trailerbar. So lässt sich das Boot auch auf anderen Revieren bzw. am fernen Urlaubsort nutzen. Im Bug erwartet die Gäste in der sportlicheren Version eine u-förmige Sitzgruppe, unter der sich praktische Staukästen befinden und die bei Bedarf mit einem Tisch ergänzt werden kann. Wer stattdessen eine Übernachtungsmöglichkeit an Bord wünscht, kann auch eine Variante mit Bugkabine ordern. Die schnittige Silhouette bleibt dabei erhalten, denn die aufblasbaren Schläuche, die aus dem Hypalon-Material Orca 866 von Pennel gefertigt sind, werden vom Wohnraum nur geringfügig überragt.

Sitzgelegenheiten im Bug © Dieter Wanke

Sitzgelegenheiten im Bug © Dieter Wanke



An der vorderen Klappe der markanten Steuerkonsole ist ein Sitz integriert, hinter dem sich ein großer Stauraum verbirgt, der entweder als Umkleidekabine oder auch als Toilettenraum mit Chemie-WC  praktische Dienste leistet. Der Kommandostand verfügt über eine bestens ablesbare, komplette Instrumentierung und bietet bei Bedarf genügend Platz für Kartenplotter oder Funkgerät. Die vier Schalensitze im Cockpit geben auch bei rauem Wasser und schneller Kurvenfahrt  besten Halt. Achtern ist eine weitere Sitzbank vorhanden, die vier Fahrgästen Platz bietet. Eine Süßwasser-Dusche mit 175-Liter-Tank gehört ebenso zur Grundausstattung, wie sämtliche Sitzpolster, die elektrische Ankerwinde oder der Wasserskihaken.

Übersichtliches Cockpit mit gut ablesbaren Instrumenten © Dieter Wanke

Übersichtliches Cockpit mit gut ablesbaren Instrumenten © Dieter Wanke



Fast is fun
Für Fahrfreuden sorgen die beiden Mercury F 250 XL Verado PRO, die auf den tiefen V-Rumpf mit seinen zwei Stufen sehr gut abgestimmt sind. Nach rasanter Beschleunigung geht die Technohull 999 S bis hart an die 70-Knoten-Marke heran, wobei der Rumpf wie auf Schienen durch das Wasser des Schweriner Sees schneidet. Die verhältnismäßig flotte, aber als gemütlich empfundene Reisegeschwindigkeit von 45 Knoten fühlt sich dagegen fast behäbig an. Besonderer Genuss kommt bei rasanter Kurvenfahrt auf, wobei auch die engsten Schleifen bei den Mitfahrern nie Angst aufkommen lassen, weil das Boot durch seine ruhige Lage und das hohe Freibord stets ein Vertrauen erweckendes Sicherheitsgefühl vermittelt. Deshalb besitzt die Technohull auch die CE-Zulassung der Kategorie B, darf also bei Windstärken bis 8 Beaufort und Wellenhöhen bis vier Meter noch außerhalb der unmittelbaren Küstennähe bewegt werden. Dank des 490-Liter-Tanks verfügt das Boot auch über angemessenes Reichweitenpotenzial.

Stabilität und sicheres Fahrgefühl bei flotter Kurvenfahrt.© Dieter Wanke

Stabilität und sicheres Fahrgefühl bei flotter Kurvenfahrt.© Dieter Wanke



Spaß und Preis
So groß der Fahrspaß auch sein mag, billig ist das Vergnügen mit schnellen Festrumpfschlauchbooten über die Wellen zu reiten leider nie. Für eine Technohull SeaDNA 999 S müssen 95.200 Euro auf den Tisch des Händlers gelegt werden, wobei für die Version mit Kabine noch zusätzliche 6.000 Euro fällig sind – ohne Motoren, wohlgemerkt. Wer sich für die empfehlenswerte Testmotorisierung mit den beiden Mercury F 250 XL Verado PRO entscheidet, muss  nochmals je 25.699 Euro einkalkulieren. Für insgesamt knapp 150.000 Euro bekommt man bei andern Werften durchaus mehr Boot, doch ob damit auch so viel Fahrspaß und souveränes Auftreten geliefert wird, darf bezweifelt werden.

Es gibt viel Platz für Gäste und Power von 2 x 250 PS. © Dieter Wanke

Es gibt viel Platz für Gäste und Power von 2 x 250 PS. © Dieter Wanke



Technische Daten Technohull SeaDNA 999 S
Länge: 10.30 m
Breite: 2,30 m
Leergewicht: 2200 kg (ohne Motor)
Baumaterial: GFK/Orca 866 Hypalon von Pennel
Schlauchdurchmesser 0.35-0.53 m
CE-Kategorie: B
Kraftstofftank: 490 l (Edelstahl)
Wassertank: 175 l
Motorisierung: Außenborder 184 kW (250 PS) bis zu 2 x 258 kW (350 PS)
Grundpreis ohne Motor: 95 200 Euro
Preis der Testmotorisierung mit zwei Mercury F 250 XL Verado PRO: 146.598 Euro

Hersteller
Technohull S.A.
Iroos Matsu & Archeou Theatrou Str.
17456 Alimos/Athen
Griechenland
Telefon +30 210 4817249

Händler
Brugge Marine Center NV
Pathoekeweg 126
B - 8000 Brugge
Belgien
Telefon +32 (0)50 - 31 35 87

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