Ein perfektes Boot? Gibt es nicht. Denn jeder Entwurf ist ein Kompromiss, egal ob man eine Runabout wählt, einen Expresskreuzer, ein Schlauchboot oder eines mit Mittelkonsole. Abhängig vom Design, das sich an der geplanten Verwendung ausrichtet, hat jedes Boot Vor- und Nachteile, die unterschiedlich schwer wiegen. Der größte Teil von Käufern aber will mit einem Boot die wichtigsten Freizeitinteressen am Wasser abdecken, vom Brettsport über das Angeln bis hin zum gemütlichen Schippern mit Freunden und Familie. Mittelkonsolen-Boote sind dabei fast immer eine Option, denn sie werden in zahlreichen Größen und Varianten hergestellt und bieten damit viel nutzwert und große Vielseitigkeit.

Klassisches Mittelkonsolenboot, beliebt bei Freizeitskippern, die auch gern mal Fischen wollen.

Klassisches Mittelkonsolenboot, beliebt bei Freizeitskippern, die auch gern mal Fischen wollen.


Das Wichtigste über Mittelkonsolenboote



  • Wie der Name andeutet, ist die Konsole mit allen Bootskontrolle und -instrumenten (z. B. Steuer, Gashebel, Navigationselektronik) in der Schiffsmitte angebracht. Dies lässt Platz, um auf beiden Seiten vorbei gehen zu können.

  • Weil es keine störenden Aufbauten gibt, sind diese Boote besonders für Angler attraktiv, die Platz brauchen, um einen Fisch an Bord zu ziehen. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind Wakeboarding, Wasserskilaufen oder das Nachziehen von aufblasbaren Inseln, Bananen oder Reifen.

  • Es gibt kein geschlossenes Deck und zumindest auf kleineren Booten auch keine Kajüte. Dr einzige Schutz der Crew gegen das Wetter ist die Windschutzscheibe und fallweise ein sogenannter T-Top über dem Steuerstand.

  • Angetrieben werden Mittelkonsolen zumeist von Außenbordern. Diem palette reicht dabei von kleinen Motoren mit bis zu 15 PS, die in Deutschland führerscheinfrei zu betreiben sind, bis zu zwei, drei oder gar vier schweren Außenbordern für den Offshore-Einsatz

  • Mittelkonsolenboote gibt es in verschiedensten Größen. Die Auswahl riecht von kleinen und einfachen Trailerbooten bis zu ozeantauglichen Modellen, die auch mit Kajüte, WC und Übernachtungsmöglichkeit aufwarten können.

    Schick und schnell: Eine 747 Mirage Air mit Mittelkonsole zieht ihre Bahn übers Wasser.

    Schick und schnell: Eine 747 Mirage Air mit Mittelkonsole zieht ihre Bahn übers Wasser. Auffällig: Der Innenbordantrieb, der sich unter der achteren Sonnenliege befindet



Boote mit Mittelkonsolen sind durch ihre Vielseitigkeit sehr beliebt und folglich auch ein ziemlich prominentes Marktsegment bei den Freizeitbooten, weil sie die Präferenzen vieler Bootsfahrern abdecken und dabei stets gut. Man kann eine Kühlbox draufpacken, ein paar Angelruten, dazu ein paar Wasserski oder aufblasbare Schleppreifen oder Bananen. Oder es geht auch minimalistisch: Nur mit Picknickkorb und Sonnenschutzmittel. Sie sind auch leicht handhabbar, vor allem bei rauem Wasser und sie sind in verschiedensten Größen erhältlich, von kleinen  Modellen mit sparsamen Motoren unter 15 PS, für die in Deutschland kein Führerschein nötig ist, bis hin zu gierigen Spritschluckern mit doppelten, drei- oder vierfachen Außenbordern.

Allgemeiner Nutzen


Klar kann man sie auch in der XXL kaufen, mit einer Kajüte, die Kojen zum Übernachten bietet, dazu eine kleine Kombüse, ein Bad und eine Klimaanlage. Aber eine "Standard" Mittelkonsole von etwa 20 bis 30 Fuß Länge ist ein relativ einfaches und unkompliziertes offenes Boot mit etwas Wetterschutz für die Besatzung hinter der Windschutzscheibe und unter dem Bimini-Top. Viele Mittelkonsolen über 21 Fuß haben ein kleines WC in der Konsole selbst und zahlreiche Sitzplätze im bug und auch achtern. Der Rest des Bootes ist offen und nicht vollgerödelt, sodass man wirklich Platz hat, um sich dem Freizeitspaß zu widmen. Legendär dabei die Boote von Boston Whaler, wie zum Beispiel die 210 Dauntless.

Klein und aufblasbar: Die Brig Falcon 570 mit Mittelkonsole. Foto: bopats.com/Wanke

Klein aber fein – und  aufblasbar: Die Brig Falcon 570 mit Mittelkonsole. Foto: boats.com/Wanke



Als Angelplattform ist die Mittelkonsole zum Beispiel ideal, weil das offene Deck Platz genug bietet, sich samt Angelzeug auf dem Boot zu bewegen, was besonders beim Landen eines Fangs wichtig ist. Es gibt auch keine Aufbauten, die beim Auswerfen hinderlich sein könnten. sieht man vom T-Top ab, der aber nur über dem Steuerstand angebracht ist.  Kühlboxen, Staukästen, Köderfischtanks und Rutenhalter sind typisches Zubehör wofür ausreichend Platz vorhanden ist.

Vielseitig und stark bei rauem Wasser


Im Cockpit fühlt man sich sicher, auch weil es zentral eingebaut ist, was besonders bei rauem Wasser wichtig ist, das diese Boote in der Regel gut abkönnen. Viele dieser Qualitäten machen Mittelkonsolen auch zu Allzweck-Schleppbooten. Wenn Sie aber stark zum Brettsport tendieren, wären Sie mit einem spezialisierten Zugboot besser beraten, weil es eine dafür optimierte Rumpfform besitzt und andere Einzelheiten bzw. Zubehör wie z. B. Wasserballast und Wavegates zum Formen der Heckwelle, dazu auch einen Wakeboard-Towe zum Stauen der Bretter und zum Anbringen der Stereo-Lautsprecher für die Musikuntermalung der Kür. Ähnliches gilt für den Tauchsport: Geht prinzipiell mit einer Mittelkonsole, doch Hardcore-Taucher werden sich wohl eines speziell dafür konzipierten Bootes bedienen wollen, das zum Beispiel eine Klappe in der Bordwand hat, die den Ein- und Ausstieg mit voller Ausrüstung erleichtert.

Mittelkonsole und Platz für Gäste auf der Boston Whaler210 Dauntless. Foto: boats.com/ Wanke



Wenn Sie auch Spaßfahrten und Picknick mit Freunden auf dem Wunschzettel haben und womöglich auch in nördlichen Breiten unterwegs sind, werden Sie auf jeden Fall besseren Wetterschutz anstreben, dazu auch mehr und bequemeres Gestühl, vielleicht sogar eine Kabine. Kleinere Mittelkonsolen verlieren hier den Reiz, denn wenn Sie mal anfangen, Klappstühle und Tische aufzuladen, gehen damit die oben angesprochenen Pluspunkte über Bord.

Aufblasbare Mittelkonsolen


In der Hitze des Gefechts vergessen viele, bei einer Besprechung von Mittelkonsolen auch Festrumpfschlauchboote einzubeziehen, die konstruktionsbedingt ihren Steuerstand mittig eingebaut haben und auch in den verschiedensten Größen angeboten werden. Ein gutes Beispiel ist die Brig Falcon Rider F570 aus der Ukraine oder die etwas höherpreisige Scanner Envy 710 mit Innenbordmotor. Vor allem allem Betreuer im Segelsport und Wassersportfotografen schätzen diesen Bootstyp, weil er die Vorteile der Mittelkonsole )also viel Platz und Bewegungsfreiheit, mit dem eines RIBs kombiniert, das äußerst stabil und bei hoher Geschwindigkeit bzw. bei Rauwasser sehr trocken unterwegs ist. Hierbei wird das Spritzwasser durch die Schlauchwülste seitlich und nach unten abgewiesen. Zudem bieten diese Hypalon- oder PVC-Schläuche auch guten Schutz, z.B. wenn man an ein anderes Boot ran muss. Zum Straßentransport oder zur Lagerung kann bei Bedarf die Luft aus den Schläuchen ausgelassen werden, womit das Boot deutlich schmäler wird.

2016 Scanner 710 Envy-4390

Schick und rar: Die Scanner Envy 710, ein Mittelkonsolen-Schlauchboot mit Innenbordmotor. Foto: boats.com/Wanke



Größere Mittelkonsolen bieten mehr Annehmlichkeiten wie zusätzliche drehbare Cockpitsitze, U-förmige Sitzgarnituren und Sonnenliegen im Bug oder Heck und, wie bereits erwähnt, Kabinen mit ein bisschen Komfort. Mit Jumbo-Modellen können Sie locker ein Wochenende am Wasser zubringen, aber die kosten dann auch richtig Geld. Davon könnte man schon einen Express-Kreuzer anschaffen, vielleicht auch einen kleinen Sportfischer - oder gar ein Ferienhaus mit einer kleinen Mittelkonsole am Steg?

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