Am Anfang steht bei der Wartung oder Einwinterung eine stabile Arretierung, ohne die ein effektives und entspanntes Arbeiten am Außenborder kaum zu realisieren ist. Dazu gibt es eigene Böcke, oder man kann den Motor auch am Heck angeschraubt lassen und ihn dort überwintern lassen. Ist dies geschafft, wird zunächst geputzt. Das hat zwar geringen Unterhaltungswert, doch dabei bietet sich die Gelegenheit, das Äußere des Motors auf Kratzer und Lecks zu untersuchen. Das Schmutzwasser das durch die Außenwäsche entsteht, darf nicht in die Kanalisation, sondern muss in einen gesonderten Auffangbehälter oder Tank geleitet werden.




Dieser Mechaniker demonstriert das Lösen der Ablassschraube für den Wechsel des Getriebeöls.

Dieser Mechaniker demonstriert das Lösen der Ablassschraube für den Wechsel des Getriebeöls.


Eines der Herbstrituale ist das Spülen des Kühlwasserkreislaufs (gilt nicht nur für Motoren, die im Salzwasser Dienst tun!), das mittels Schlauch und Kühlwasseranschluss vonstatten geht oder zur Not und bei kleineren Motoren auch in einer ausreichend tiefen und gut mit Wasser gefüllten Regentonne durchführbar wäre. Wahlweise bieten Motorenhersteller auch sogenannte “Kühlmuscheln” an, die über den Kühlwasseröffnungen platziert und durch einen Schlauch gespeist werden. Sicherheitsbewusste nehmen vor dieser Prozedur den Propeller ab. Bevor der Motor abgestellt wird, empfiehlt es sich, Korrosionsschutzöl in den Vergaser zu sprühen. Doch Vorsicht: So gut das Gemisch aus Korrosionsschutz und Wasser für den Motor auch sein mag, in der Wasserpumpe hat es nichts zu suchen. Deshalb Motor von Hand starten (bei E-Startern den Zündunterbrecher ziehen und dann starten), um die Wasserpumpe zu entleeren.




Richtig aufgereiht: Kleine Dingi-Außenborder der Kunden eines Werftbetriebs, der Winterlagerung und die dazugehörigen Dienstleistungen anbietet. Foto: www.robincurnow.co.uk

Richtig aufgereiht und arretiert: Kleine Dingi-Außenborder dim Winterlager. Foto: www.robincurnow.co.uk


Dann kommen die Zündkerzen dran, die man herausschraubt, um sie auf Korrosion zu überprüfen und sie nötigenfalls mit Drahtbürste davon befreit. Der nächste Punkt auf der Arbeitsliste ist der Kraftstofffilter, dessen Sieb gereinigt oder dessen Papiereinsatz getauscht werden sollte. Besonderes Augenmerk gilt auch dem Propeller, der zum Saisonschluss auf Schäden wie z.B. verbogene Blätter untersucht werden sollte (Splint, Kronenmutter und Scherstift nicht vergessen), am besten wenn er zur Reinigung des Kühlwassersystems abgenommen wird, oder spätestens wenn man ihn abzieht, um die Antriebswelle zu reinigen und neu einzufetten. Gern übersehen werden die Opferanoden, die den Motor vor Korrosion bewahren und am Außenbordern gewöhnlich auf oder unter der Kavitationsplatte angebracht sind.


Ebenfalls wichtig ist das reibungslose Funktionieren der beweglichen Teile wie Gashebel, Seilzügen und den Klemmschrauben der Motorbefestigung die vor dem Einwintern inspiziert, gereinigt und nachgefettet werden sollten. Hinweise auf weitere Schmierpunkte, das dafür empfohlene Öl oder Fett, bzw. Informationen über die Montagepunkte der Opferanoden und deren Pflege oder Austausch finden Sie im Handbuch ihres Außenborders.


Nun zum vielleicht wichtigsten Teil des Einwinterungsarbeiten an ihrem Bootsmotor, dem Wechseln des Getriebeöls: Dazu werden zwei Schrauben geöffnet, die Ablassschraube unten am Getriebegehäuse und die Kontrollschraube weiter oben am Motorschaft, über der Kavitationsfläche. (Bei der Gelegenheit sollten auch die Dichtungen an beiden Schrauben geprüft, bzw. erneuert werden. Das abgelassene Öl in einem dafür geeigneten Behälter auffangen und auf die Farbe inspizieren. Ist es milchig-hell, deutet dies auf Wasser hin, ist es silbrig oder grau, liegt unter Umständen ein mechanisches Problem vor. In beiden Fällen sollte ein Servicetechniker konsultiert werden, um der Sache auf den Grund zu gehen. Werden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt, wird das neue Schmiermittel aus seiner Tube durch die Ablasschraube ins Gehäuse gedrückt, bis der Überschuss durch die Kontrollschraube wieder austritt. Kontroll- und Ablassschrauben am Schluss wieder verschließen.


Zum Schluss gilt es noch, Gummiteile wie z.B. die Benzinleitung, die durch UV-Strahlung und Hitze in Mitleidenschaft gezogen werden, auf ihren Zustand zu überprüfen. Werden dabei Knicke, Verhärtungen oder poröse Stellen entdeckt, ist es an der Zeit, das betroffene  Teil zu ersetzen. Achten Sie auch auf die Schlauchklemmen, die nicht verrostet sein sollten und fest sitzen müssen, aber nicht überdreht werden dürfen.

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