Kein Schiff sinkt ohne Grund auf den Grund. Es muss ja nicht ein Eisberg sein, der den Rumpf aufschlitzt, wie den der Titanic, oder eine Kollision mit Treibgut, Felsen oder einem anderen Vehikel. Nein, gewühnlich sind es völlig triviale Gründe, die das Unglück herbeiführen. Und oftmals trifft den Eigner Mitschuld.

Besitzer von alten Holzbooten sind das leid des regelmäßigen schleichenden Wassereintritts ja gewohnt und schenken dem Problem viel Augenmerk. Aber zu viel Wasser im Boot versenkt jedes Vehikel, auch solche aus GFK oder Alu. Das deshalb, weil viele Boote “serienmäßig” Löcher im Rumpf haben, z.B. für die Antriebswelle, den Ruderschaft, die Geber von Echolot und Logge, Kühlwasserzufuhr, das Ablassen von Spülwasser u.v.a.m. Die mechanische Funktionalität der Sicherung solcher Ein- und Auslässe spielt dabei eine wichtige Rolle. Hier die wichtigsten Ratschläge:


1) Überprüfen Sie die Funktion der Seeventile und vor allem die Dichtungen, bzw. Schlauchklemmen und ersetzen Sie defekte Mechanismen bzw. alte, brüchige oder poröse Gummiteile. Dies sollte neben einer Inspektion der Stopfbuchse bzw. der Dichtung des Ruderschafts vor Saisonbeginn auf der Arbeitsliste stehen.

2) Testen und warten sie die Lenzpumpe in regelmäßigen Abständen. Das ist die beste Versicherung gegen die Gefahr des Sinkens im Hafen. Zu- und Abfluss müssen frei sein, der Schwimmerschalter muss funktionieren und vor allem:

3) Die Stromversorgung muss ausreichen, um den Betrieb der Pumpe zu gewährleisten. Dazu sollten sie ein Batterieladegerät haben bzw. ein en zuverlässigen Landanschluss.

4) Die Persenning muss dicht sein, besonders wenn ihr Yachthafen regelmäßig von Gewittern und sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wird. Doch Stoff und Nähte leiden unter der UV-Einstrahlung und werden im Lauf der Jahre durchlässig, bzw. anfällig für das einreißen. Regelmäßige Inspektion und Wartung der Persenning gehören zu den Pflichten eines umsichtigen Bootseigners.

5) Für eigner von Booten mit Z-Antrieb: Prüfen und warten Sie den Kreuzgelenk-Balg und den Schaltbalg, die in defektem Zustand für Wassereintritt sorgen. Humorig, aber nicht undenkbar: Hungrige Ratten, die in der Not Gummi fressen. Experten empfehlen den Antrieb nach unten geklappt zu lassen und gerade stellen.

6) Wenn möglich, immer mit dem Bug gegen die generelle Windrichtung festmachen, heißt auch “rückwärts einparken”, um die Gefahr des Vollschlagens (z.B. bei Booten mit wenig Freibord) zu verhindern.

7) Wenn Sie nicht regelmäßig und oft beim Boot sein können und auch weiter weg wohnen, bitten Sie einen anderen Bootseigner am selben Festmacher oder den Hafenmeister, auf ihrem Schiff ab und an nach dem Rechten zu sehen. Beim Klönschnack bei einer guten Flasche Wein lassen sich solche Dinge meist gut regeln.

8) Noch wichtiger als die Nummer ihres Versicherungsmaklers könnte jene einer Hilfsorganisation sein, wie z.B. der Sportbootvereinigung, SeaHelp oder SeaTow Europa, die alle in Anspruch nehmen, eine Art Pannendienst am Wasser. zu sein.

 

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