Man sagt, Hunde seien meist genauso verrückt aufs Bootfahren wie Freizeitkapitäne. Deshalb wär’s schade, wenn man den vierbeinigen Freund an Land zurückließe, sobald es heißt „Leinen los!”  Wenn Segeltasche oder Angelzeug für die nächste Fahrt gepackt werden, sollten Hundeleine und Futternapf auch dabei sein. Lesen Sie, wie es für alle ein Vergnügen wird.

Hund an Bord: Mit ein paar einfachen Regeln kein Problem



1) Genug Frischwasser bunkern: Hunde können bekanntlich nicht schwitzen, müssen deshalb viel Wasser trinken, um sich abzukühlen.

2) Leine los: Das kann man riskieren, doch nur, solange man seinem Hund zutraut, nicht bei erster Gelegenheit in einem Satz von Bord ins kühle Nass zu springen. Gewöhnlich springt ein Hund ja nicht von einem fahrenden Boot ab, ausgenommen vielleicht unzureichend abgerichtete Jagdhunde oder Welpen. Weil Hunde neugierig sind, brauchen sie Bewegungsfreiheit, um ihre Rundgänge zu machen. Doch Vorsicht beim Ankern, denn wenn das Schiff erst mal steht, kann so mancher Vierbeiner der Versuchung des Wassers nicht widerstehen.

3) Ein Teppich hilft: Legen Sie ein Stück strapazierfähigen Terrassenteppich) oder ein Fleckchen Kunstrasen) im Cockpit aus, damit der Hund „festen Boden” unter den Pfoten hat. Hunde finden auf glatten GFK-Decks kaum Halt.

4) Köderreste nicht vergessen. Wenn sie gern fischen und frisch geschnittene Ködertiere unachtsam rumliegen lassen, laden Sie den Hund zur Selbstbedienung ein. Und dann haben sie gleich noch ein Problem mit Fisch-Atem. Igitt!

5) Blinker sichern! Ein lose pendelnder Blinker mit scharfen Widerhaken ist kein geeignetes Hundespielzeug.

6) Hundetoilette: Gehen sie vor dem Ablegen noch eine Runde im Hafen, um ihrem Hund Gelegenheit zum Verrichten seines Geschäfts an Land zu geben. Nichts ist schlimmer als unterwegs zu müssen und nicht zu dürfen - oder zu können.

7) Umkehren bei Schlechtwetter: Hunde können so wie Menschen seekrank werden. Auch wenn dies relativ selten vorkommt, ist es keinesfalls ausgeschlossen. Planen Sie keine langen Touren bei schwerem Wetter, bevor sich ihr Hund an heftige Bootsbewegungen gewöhnen konnte und sie sicher sein können, dass er nicht „grün im Gesicht” wird, wenn’s zur Sache geht.

8) Verwöhnen sie mit Leckerbissen. Positive Ermutigung ist der beste Weg, dem Hund etwas beizubringen. Das hilft, wenn Skipper und erster Maat beschäftigt sind, wie etwa mit einem Ankermanöver, einem Segelwechsel oder dem Festmachen im Hafen.

Eine Hundeschwimmweste mit Handgriff im Schulterbereich erleichtert das Retten im Fall des Falles

Eine Hundeschwimmweste mit Handgriff im Schulterbereich erleichtert das Retten im Fall des Falles



9) Ziehen Sie eine Hundeschwimmweste in Betracht. In der einfachsten Form handelt es sich dabei eine Schwimmweste für den Hund, aber es gibt auch Neoprenwesten, die das Tier vor Unterkühlung schützen, z.B. wenn Sie in kalten Gewässern unterwegs sind. Besonders bei Settern zahlt sich diese Maßnahme aus, denn die scheinen immer irgendwie nass werden zu wollen. Die springen gern mal einen Tick zu früh, das ist ein spezifisches Problem dieser Rasse.

10) An Bord und von Bord gehen. Dies soll in einer kontrollierten Art und Weise vonstattengehen. Verwenden Sie nach Möglichkeit eine Rampe oder Gangway, nötigenfalls tragen sie den Hund. Besonders bei Niedrigwasser kann das Hinunterspringen von Steg oder Anleger aufs Deck Verletzungen verursachen.

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