Es gibt ja unendlich viele kostengünstige Wege, sein Motorboot und die damit verbundene Erlebnisqualität etwas aufzupeppen. Angefangen mit der Zeit, die man sich zum Beschriften der Verkabelung nehmen könnte (mal ehrlich, das verleiht einem doch ein tolles Gefühl) bis zum Tapezieren der Sitzpolsterung mit neuem Stoff oder einfach nur die Sicherheitsausrüstung mit neuen Leuchtraketen, Rettungswesten, Elektronik oder Tauwerk ergänzen: Alles hilft dem Gemütszustand, wenn man am ersten halbwegs vernünftigen Frühlingstag die Leinen zur neuen Saison loswirft. Wenn Sie nun so wie ich ein Halbidiot beim Basteln sind, dürften Sie die folgenden 10 einfachen Tipps für das Aufmöbeln Ihres Motorbootes besonders interessant finden.

1-A-Monster-Tower-immediately-makes-the-world-a-better-place

Praktisch und schick: Ein Wakeboard Tower mit Lautsprechern ist eine fabelhafte Ergänzung für ein Zugboot.



Wakeboard Tower
Ihr Boot mit einem derartigen Turm nachzurüsten ist einfacher und (ab ca. 750 Euro) auch billiger als man annehmen möchte. Ein Universal-Tower, wie etwa der von Monster Towers, passt auf fast jedes Boot. Sie können sich auch für eine Sonderanfertigung entscheiden, die gibt es natürlich, aber warum soll der Spaß genau dort aufhören? Wenn das Ding mal steht, lassen sich Board Racks, ein Bimini Top, Lautsprecher, Videokamera oder ferngesteuerte Scheinwerfer installieren und noch einiges mehr, das die Fantasie beflügelt. Das erhöht die Vielseitigkeit ihres Vehikels und, wenn es richtig gemacht wurde, verbessert auch Optik und Wert, die dann vielleicht sogar an die Four Winns TS222 erinnern.

2-A-keel-band-is-a-particularly-useful-asset-on-a-hard-working-fisher-like-this-Arran-16

Klein mit Kielband: Egal, welcher Größe, ein Bootsrumpf wird durch ein Kielband beim absichtlichen Auflaufen auf den Strand besser geschützt.



Kielband
Einen entlegenen Strand zum Picknick anzulaufen ist eine der größten Freuden eines Ausflugs am Wasser. Noch besser, wenn man dabei keine Angst haben muss, den Rumpf zu beschädigen. Im Lauf der Zeit können tiefe Kratzer im Gelcoat nämlich Wasser ins Laminat eindringen lassen, weshalb es empfehlenswert ist, in einen Kielschutz zu investieren, der zumindest ein Stück weit den Bug hochläuft. Natürlich müssen sie nach wie vor die Hausarbeiten machen und sich über Tidenhub, Strömung, Steigung, Strandbeschaffenheit etc. informieren, doch Niro-Band, Kleber oder wenn nötig auch Schrauben, die zusammen kaum mehr als eine Handvoll Wechselgeld kosten, bringen viele Vorteile für wenig Geld.

3-Camping-solutions-from-Harris-Hoods

Zelt mit Zweck: Klar, Stil ist eine Frage des Geschmacks, doch eines sei unbestritten: Ein Campingverdeck vergrößert den geschützten Lebensraum an Bord.



Campingverdeck
Ein Camperverdeck könnte eine der besten Bootsinvestitionen sein, die sie je machen. Ob sie es über das Achtercockpit spannen, das Bugcockpit (so vorhanden) oder beide, es gibt kaum einen Bootstypen, der nicht davon profitieren würde. Ich habe mich vor einiger Zeit in so ein Verdeck verliebt als ich es das erste Mal auf einem RIB verwendete und in der Zwischenzeit hat sich diese Idee durchgesetzt. Sogar einer wie der ehemalige Motorbootweltmeister Neil Holmes hat sich ein solches Campingverdeck für den Bug seines schmalen 70 Knoten schnellen Renn-RIBs anfertigen lassen, womit diese Speedmaschine im Handumdrehen eine brauchbare Schlupfkajüte erhielt - und all das für weniger als 1500 Euro.

4-A-good-cool-box-can-be-so-much-more-than-just-a-portable-fridge

Coole Kiste: Diese tragbare Kühlbox ist eine praktische zusätzliche Sitzgelegenheit an Bord dieses Mittelkonsolenbootes



Kühlbox
Das mag nicht gerade nach einem großartigen Upgrade klingen, aber eine wirklich gute Kühlbox mit einem außen gepolsterten Deckel verbessert das Leben an Bord in mehrerlei Hinsicht. Dabei ist es wirklich einfach: Festmachergurte, die das Ding an Deck halten, Räder und Teleskopgriffe, um es an Land wie ein Gepäckstück ziehen zu können, dazu Lenzlöcher, die leicht zu offenen oder schließen sind, stabile Handgriffe und eine gute Garantie, und sie haben ein Ausrüstungsgegenstand an Bord, dessen Nutzbarkeit den Preis weit in den Schatten stellt. Eine Kühlbox ist vielseitig und taugt auch hervorragend als zusätzliches Sitzmöbel an Bord, als Proviantstauraum, Einstiegshilfe, Bordbar, Fischkiste oder als wasserdichte Ablage (z.B. für Kameras) oder auch als tragbare Sitzgelegenheit fürs Picknick am Strand. Als Beispiel sei die Yeti Tundra Kühlbox genannt, die wir schon auf unserer Liste von empfohlenen Weihnachtsgeschenken hatten.

5-A-Torqeedo-electric-otboard-makes-the-perfect-back-up-motor

Elektroquirl: Ein Elektroaußenborder im High-Tech-Look könnte in einigen Fällen einen schweren, lauten und CO2 emittierenden Benziner ersetzen.



Elektro-Außenborder
Ein Hilfsmotor ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt für Bootsausflüge. Wenn ihr Boot von moderater Größe und Gewicht ist, könnten Sie sich unter Umständen von Verbrennungsmotoren verabschieden und sich für ein elektrisches Modell wie z.B. ein Produkt von Torqeedo entscheiden. Man stelle sich vor, keinen “kompakten” Benzinaußenborder mehr rumschleppen zu müssen, der ungefähr so viel wiegt wie ein kleine Pferd. Man stelle sich vor, keine Blutergüsse an der Schulter mehr zu erleiden oder kein Motoröl mehr den Buckel hinunter rinnen zu fühlen, wenn man so einen Motor aufzuheben versucht. Klar, Elektro kostet und das nicht zu knapp, doch diese Dinger sind genial leicht, sauber, relativ leise und wirklich handlich. Und weil sie leicht zu tragen sind, nimmt man sie auch ab und mit nach Hause, wo sie sicher sind vor Diebstählen.

Sitz- und Liegeplatz: Die dreh- und klappbaren Vordersitze  können Teil einer Sitzgruppe sein, oder auch in eine Doppelkoje verwandelt werden. Foto: Dieter Wanke

Bequem & gesund: Gut gefederte und gepolsterte Sitze wie hier auf einer Axopar, sind eine Investition, die vor allem dem Rücken zugute kommen. Foto: Dieter Loibner/boats.com



Stoßgedämpfte Sitze
Wer seinen Rücken und Allerwertesten auf See mehr Komfort zubilligen möchte, hat einige Optionen. Es gibt Sitze mit einstellbaren Hub, um vertikale Stöße abzufedern. Dann gibt es ganze Steuerkonsolen mit Sitzen und Fahrerstand, die auch den härtesten Anprall vermeiden helfen. Und wer auf weichem Boden stehen will, kann bei Wolf Shock Decksbeläge erstehen, die Lufteinschlüsse in einem hypalon-artigen Gewebe haben, die dann mit Treadmaster, Flexiteak oder anderen Oberflächen überzogen werden können. Der Nachteil? Der Preis. Stoßgedämpfte Sitze oder Böden sind dann doch eher etwas für Wohlbetuchte.

Schrumpfen und gut: Sauber verlegte elektrischer Kabel in farbigen Schrumpfschläuchen sorgen für Ordnung und Sicherheit



Sauber verlegte Elektrik
Neben einem leeren Tank sind elektrische Probleme bei weitem die häufigsten Ursachen für Pannen zur See. Je kleiner und schneller das Boot, desto eher trifft dies zu, weil es oft harte Schläge absorbieren muss, wobei es zu Wassereintritt kommen kann. Dabei wäre die Antwort ziemlich einfach: Ersetzen Sie abgenutzte Kabel mit neuen, verlegen Sie diese dann mit Schutzschläuchen und Kabelbindern und dann verwenden Sie wasserdichte Schrumpfschlauch-Stecker, wo immer eine dauerhafte Verbindung sein muss. Das ist keinesfalls teuer und man gibt sich damit endlich auch Gelegenheit, die verflixten Kabel richtig zu beschriften, und das sollte sich bei zukünftigen Elektroprojekten nur positiv bemerkbar machen.

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Stilles Örtchen: Auch wenn es nur eine sehr einfache Installation handelt, wie hier auf einer Boston Whaler, ein chemisches WC an Bord erhöht den Benutzerkomfort vieler kleiner Boote. Foto: Dieter Wanke



Kleine Toiletten, feine Toiletten
Sie brauchen keine palastartigen Gemächer, um eine Bordtoilette einzubauen. Wenn Ihr Vehikel mehr als 6 Meter lang ist und unter Umständen auch eine Schlupfkabine im Bug hat, eventuell sogar mit einem diskreten Stoffvorhang, steht dem Nachrüsten mit einem Portapotti nicht viel im Wege. Es kann unter der Sitzbank Platz finden oder unter den Niedergangsstufen, womit Sie auch ihre Familie davon überzeugen könnten, dass ein Tag am Wasser nicht unbedingt ein logistisches Dilemma sein muss.

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Wirbel und Wissenschaft: Es ist nicht leicht, den perfekten Propeller für sein Boot zu finden. Die einfachste Wahrheit dabei: Hartes Stahl schlägt weiches Alu.



Aufrüsten des Propellers
Den rechten Prop zu finden kann manchmal fast wie schwarze Magie anmuten, so komplex stellt sich das Auswahlverfahren dar. Es stimmt, jeder Propellertyp hat Qualitäten, die unter Umständen ihrem Boot nicht viel bringen oder nicht zum Motor oder Verwendungszweck passen. Deshalb kann die Suche nach der richtigen Kombination von Durchmesser, Steigung und Anzahl der Flügeln oft dem Trial-and-Error Prinzip folgen. Aber über den Daumen gepeilt gilt: Aluminium-Propeller sind billig, weich und ineffizient, während solche aus Stahl steif, sexy und schnell sind. Wenn Sie mit ihrem Alu-Prop zufrieden sind, kaufen sie sich doch mal einen Stahlpropeller. Sie werden feststellen, wie viel besser ihr Boot sein kann.

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Trockenlager: Drystack-Bootslager mit Gabelstaplern werden immer populärer. Trockene Aufbewahrung, sauberes Unterwasserschiff, bessere Fahrleistungen und weniger Reinigungsarbeiten sind einig der Vorteile.



Sauberer Rumpf
Zum Schluss etwas Einfaches: Ein Gleitrumpf verliert 45 Prozent seiner Geschwindigkeit und Effizienz, wenn er einen Bart aus Muscheln und Algen trägt. Tun Sie sich einen Gefallen und polieren Sie ihre Bootsrumpf auf Hochglanz, bevor sie mit dem Wasserliegeplatz Schluss machen und das Boot in ihrer Garage parken. Oder Sie stellen es in einer Drystack-Halle ein, die immer populärer werden, weil dort Boote einfach von Gabelstaplern in trockenen und sicheren Regalen ein- und ausgeparkt werden und solche anlagen auch über Dampfstrahler verfügen. Das garantiert ein sorgenfreien Bootsalltag, optimale Rumpf-Performance und mitunter auch einen besseren Wiederverkaufswert. Alles in allem: keine schlechte Sache.

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