Ist die Saison erst mal vorbei, kommt für viele das Rackern. Doch im Eifer vergessen manche Bootsbesitzer auf einfachste Schutzmaßnahmen, sowohl was die eigene Gesundheit als auch was die Arbeitssicherheit des Hallen- oder Freiluftlagerplatzes angeht. Atemschutz, Staubminimierung, saubere und fachgerechte Entsorgung von brennbaren Materialien sind nur ein paar Beispiele dafür. Mit in der Verantwortung sind dabei auch die Betreiber dieser Lagerplätze, vor allem solche, die Verstöße gegen die Hallen-, bzw die Brandschutz- und Versicherungsverordnung nicht umgehend ahnden. Ist dann im wahrsten Sinne wirklich Feuer am Dach, ist es zu spät. Glück, wenn dabei kein Personenschaden eintritt, aber auch so führen Brände von Bootslagerhallen zu Streitereien vor Gericht was die Schadensersatzansprüche angeht. Versäumnisse oder Fahrlässigkeiten sorgen dann für ein böses Erwachen. Die gute Nachricht: Mit wenigen Vorkehrungen zur Unfallverhütung lassen sich die meisten Gefahren ausschalten oder zumindest stark reduzieren.

Rauchverbot ist in der Regel unübersehbar angeschlagen. Foto: boats.com/Loibner

Ein Rauchverbot ist in der Regel unübersehbar angeschlagen. Foto: boats.com/Loibner



  • Achten Sie auf die richtige Schutzkleidung für die jeweilige Tätigkeit

  • Beachten Sie das Rauchverbot in Lagerhallen

  • Vermeiden Sie das Lagern und Hantieren mit feuergefährlichen Materialien

  • Entsorgen Sie Ihren Abfall umgehend in Containern bzw. an Sammelstellen

  • Prüfen sie die Stabilität von Leitern und Arbeitsgerüsten


Körperschutz


Egal, ob Sie schleifen, lackieren oder laminieren: Halten Sie sich stets vor Augen, dass Sie mit toxischen Materialien arbeiten, die ihre eigene Gesundheit und die von anderen in Mitleidenschaft ziehen können. Erste Regel muss daher adäquate Schutzkleidung sein, die generell aus Overall, Handschuhen, Schutzbrillen und Atemmaske besteht, die der Tätigkeit entsprechend eingesetzt werden. Wichtig auch Schutzmaßnahmen, die freies Fliegen von Schleifstaub unterbinden, wie aufgespannte Planen oder Schleifmaschinen, die mit einem Staubsauber gekoppelt sind.

Das Auftragen von Farben (im Bild ein Unterwasseranstrich) ohne Handschuhe und Atemmaske sollte tunlichst unterbleiben. Foto: boats.com/Loibner

Das Auftragen von Farben (im Bild ein Unterwasseranstrich) ohne Handschuhe und Atemmaske sollte tunlichst unterbleiben. Foto: boats.com/Loibner


Feuergefahr


Beachten Sie das in der Halle deutlich sichtbar angezeigte Rauchverbot und hantieren sie nicht mit offenem Feuer, das die Brandgefahr exponentiell erhöht. Brennbare Flüssigkeiten wie Petroleum, Spiritus, Benzin (z.B. Für den Außenborder) oder auch Lösungsmittel wie Aceton dürfen weder an Bord noch sonst irgendwo in der Halle gelagert werden. Farben, Lacke und Kleber sind ebenfalls brennbar und sollten nach Abschluss der Arbeiten gut verschlossen bzw. zur Aufbewahrung oder der fachgerechten Entsorgung entfernt werden.
Zeitungspapier, Folien aber auch alte Arbeits-und Abdeckplanen sind leicht entflammbar und verschlimmern damit die Feuergefahr und haben deshalb keinen Platz im Winterlager.
Sehen Sie einen Stellplatzmieter, der gegen dieses wohl grundsätzlichste aller Verbote fahrlässig verstößt, machen Sie ihn und den Hallenbetreiber auf darauf aufmerksam.
Feuerlöscher sollten in jeder Halle in regelmäßigen Abständen und gut zugänglich angebracht sein. Wenn Ihr Boot einen Feuerlöscher an Bord hat, sollte der so platziert sein, dass er während der Arbeiten leicht erreichbar ist, dabei aber keine Fluchtwege versperrt.

Elektrogeräte, Heizungen


Klar, auch in Zeiten der Klimaerwärmung ist es in den Lagerhallen schweinekalt, deshalb greifen viele auf Heizlüfter, Strahler oder Radiatoren zurück oder stellen gar die Bordheizung an und verstoßen somit häufig gegen das Heizverbot in den Hallen.
Ähnlich verhält es sich mit Batterieladegeräten, die nur in gut belüfteten Räumlichkeiten betriebene werden dürfen, also nicht in einer Lagerhalle. Apropos Strom: So mancher Brand ist schadhaftem Elektrowerkzeug anzulasten, zum Beispiel defekten Stromkabeln, die schlecht repariert bzw. isoliert sind.

Ladegeräte


Batterien dürfen nur in ausreichend belüfteten Bäume eingeladen werden. Dazu zählen Winter Lagerhalle nicht. Zum Laden müssen die Batterien ausgebaut und mit nach Hause genommen werden. Ein anderer potenzieller Gefahrenherd ist die Stromversorgung der Lagerhalle, in der Kabelbrand droht, falls das Netz nicht ausreichend gegen Überlastung geschützt ist. In jedem Fall aber: Nach Abschluss des Tagewerks, die Netzstecker ihrer Geräte ziehen!

Abfall


Gestank, Schimmel, Ungeziefer: Unentsorgter Müll hat nur unangenehme Folgen, also raus damit, am besten in verschließbare Abfallcontainer. Mit flammbaren Material getränkte Putzlappen sind sogar feuergefährlich und haben in einer Bootshalle nichts verloren. Ebenfalls kritisch: Die fachgerechte Entsorgen von Altöl, das in einer Bootshalle auf keinen Fall zu lagern ist. Das gehört zum nächsten Wirtschaftshof gekarrt, wo es dafür gesonderte Behälter gibt.

Rüstig und standfest: An einer festgelaschten Leiter steigt dieser Segler sicher an Deck. Foto: boats.com/Loibner

Rüstig und standfest: An einer festgelaschten Leiter steigt dieser Segler sicher an Deck. Foto: boats.com/Loibner


Leitern und Arbeitsgerüste


lange ist die Liste der Verletzungen, die Bootseigern sich zuziehen können wenn sie von wackeligen Leitern oder Arbeitsgerüsten in die Tiefe fallen. Grundsätzlich: Sparen sie nicht am falschen Ort und verwenden sie nur fachgerechte und stabile Konstruktionen aus dem Baumarkt, die ein Gütesiegel, bzw vom TÜV geprüft wurden. Besonders bai ausziehbaren Aluleitern sind gute Füße oder Bodenauflagen wichtig, die ein Wegrutschen verhindern. Wenn Sie Keile zur Stabilisierung verwenden müssen, weil die Leiter auf unebenem Terrain steht, versichern sie sich, dass diese die Rutsch und Kippgefahr erhöhen und bändseln Sie die Leiter auf Deckshöhe fest. Relingsstützen, Püttinge oder gelochte Fußleisten eignen sich dafür.

 

Lesen Sie auch unsere Ratgeber zur fachgerechten Lagerung von Ausrüstung und der Wahl des richtigen Lagerplatzes für ihr Schiff.

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