Auf Ihrer Suche nach einem Käufer für Ihr Boot, müssen einige Prozesse effektiv ablaufen, damit die Angelegenheit auf Kurs bleibt und sich am Schluss beide Parteien zufrieden die Hände schütteln können. Zuoberst steht die perfekte Darstellung, denn Käufer können sich nur schwer für Ware begeistern, die nicht in verlockend sauberem und ordentlichem Zustand angeboten wird. Zweitens muss der Preis richtig liegen, nicht zu hoch aber auch nicht unter dem Wert und drittens will Ihr Boot auch gut inseriert sein, um nicht nur möglichst viele, sondern vor allem die richtigen Käufergruppen anzusprechen.
Wenn diese erste Phase erfolgreich war, werden sich Interessenten melden mit der Erwartung, dass Sie auf Ihre Fragen vorberietet sind, bzw. dass Sie das Boot erklären und im Rahmen einer Probefahrt vorführen können. Danach kommt die Preisverhandlung und die Abwicklung des Papierkrams.
Bootsverkauf
1. Wie will ich verkaufen?
Privatverkauf Diese Option hat in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch das Internet an Popularität gewonnen, doch es gibt dabei Pro und Kontra.
Vorteile
• Mehr Geld in der eigenen Tasche (keine Provisionen oder Gebühren)
• Direkter Verhandlungsweg mit weniger beteiligten Personen
• Sie behalten die Kontrolle
• Niemand kennt Ihr Boot so gut wie Sie selbst

Nachteile
• Die Prozedur kann sehr zeitaufwendig sein
• Sie müssen sich über den Markt selbst informieren
• Sie müssen Probefahrt, Gutachten und den Dokumentenverkehr abwickeln
• Sie müssen sich über Probefahrt und Gutachten informieren
Wenn Sie aber beim Verkauf Ihres Bootes die Hilfe Dritter in Anspruch nehmen wollen, lesen Sie, wie der Prozess mit Händlern oder Maklern funktioniert.

2. Treffen sie die Vorbereitungen für den Verkauf
Das Boot aufzumöbeln, nachdem man sich zum Verkauf entschieden hat, ist ein erster wichtiger Schritt zum Gelingen des Vorhabens. „Marotten”, an die Sie sich im Lauf der Jahre gewöhnt haben, würden Interessenten abschrecken, deshalb geben wir Ihnen folgend ein paar nützliche Tipps, wie Sie Ihr Boot für Interessenten möglichst schmackhaft machen.

Mechanische Probleme beseitigen
Selbst Tüftler lassen sich von einer schadhafter Mechanik vergraulen. Wenn ein Licht (am Trailer oder am Boot) nicht richtig funktioniert, ein Handlauf lose ist oder sonst wo etwas klemmt oder klappert, reparieren Sie es.

Motorenwartung vor dem Verkauf
Die meisten solchen Ärgernisse können sie wahrscheinlich selbst beseitigen, und ein bisschen mehr Aufwand zahlt sich sicher aus, wenn Interessenten anklopfen. Wenn Sie kein “Schrauber” sind, lassen Sie einen Profi ran. Das kostet etwas, aber ein Motor, der schnurrt, überzeugt die meisten Käufer.

eine Polierscheibe ist der beste Freund für die GFK-Kosmetik.Foto: www.outboardmotoroilblog.com

GFK-Kosmetik verleiht dem Aussehen Schliff und dafür sind viele Käufer bereit auch mehr zu bezahlen. Foto: www.outboardmotoroilblog.com



Boot aufräumen
Im nächsten Schritt entrümpeln sie das Boot von allen unnötigen und unbrauchbaren Gegenständen und allem was beim Verkauf nicht mitgeliefert werden soll. Das bringt Platz und hilft Unklarheiten z.B. über mitgeliefertes Zubehör zu vermeiden. Ersatzwerkzeug, alte Festmacherleinen, den Eimer mit Reinigungsmitteln in der Trailerbox, entfernen Sie alles, was nicht unmittelbar zum Boot gehört. Außerdem: Mit leeren Kästen und Abstellflächen wirkt jedes Schiff einfach geräumiger. Lesen Sie, welche anderen Tätigkeiten noch empfehlenswert sind.

3. Legen Sie den Preis fest
Recherchieren Sie, um einen realistischen Preis zu ermitteln. Während sich der Preis beim Kauf von Gebrauchtautos mehr oder weniger an das Blaue Buch hält, können Preise für gebrauchte Boote stark variieren, je nachdem wie viele Verbesserungen gemacht wurden und wie oft das Boot gewartet wurde. Seien Sie realistisch, aber lassen Sie auch Spielraum für Verhandlungen. Die Schwacke Liste kann helfen, besser aber sind die Anzeigen vergleichbarer Boote auf de.boats.com oder in Fachmagazinen. Stellen Sie dabei nicht nur das Baujahr des angebotenen Vergleichsobjekts fest, sondern werfen Sie auch einen Blick auf Zubehör und Extras, die andere Verkäufer im Preis inkludieren.

4. Wo sollen Sie Ihr Boot inserieren?
Es bedarf bekanntlich nur eines Käufers, doch das muss der richtige sein. Und um den zu finden, sollte man tunlichst Tausende Leser erreichen, sowohl auf nationaler als auch regionaler und lokaler Ebene, durch Print, Online und althergebrachte Methoden, wie z.B. den Aushang im Yachthafen oder Winterlager. Erinnern Sie sich noch, wo Ihr Boot inseriert war, bevor Sie es kauften? Dieses Medium oder dieser Aushang könnten auch jetzt wieder Erfolg versprechen.

Internet Kleinanzeigen
boats.com hat Tausende Boote in der Datenbank. Mit mehr als 450.000 Seitenaufrufen täglich durch seriöse Interessenten ist die Seite benutzerfreundlich, kostengünstig und damit ideal, um lokale und nationale Märkte zu erreichen. Hier entwerfen Sie Ihre Kleinanzeige.

Neben den kostenpflichtigen Inseraten gibt es auch Gratisanzeigen auf verschiedenen anderen Seiten. Vergessen Sie nicht, typen- oder klassenspezifische Seiten in Betracht zu ziehen, die sehr zielgruppenspezifisch ausgelegt sind. Doch bevor Sie sich für eine Seite entscheiden, prüfen Sie die Statistiken, um sich einen Überblick über Anzahl und Herkunft der Besucher zu schaffen. Nicht alle Webseiten eignen sich gleich gut für Ihre Zwecke, entweder, weil sie nur eine beschränkte Anzahl von Inseraten bieten, nur eine Region bedienen oder nur einen Typus Boot zulassen (wie z.B. die Seiten diverser Segelbootsklassen). Allgemeine Anzeigenportale oder Versteigerungsseiten wie Craigslist und eBay produzieren großes Echo, doch Sie müssen darauf vorbereitet sein, die kleine Zahl ernsthafter Interessenten aus der großen Masse herauszufiltern. Lesen Sie mehr Tipps, die Ihre Verkaufschancen zu erhöhen.

Alt, aber gut: Kleinanzeigen in einem führenden Wassersportmagazin werden von einer sehr genau definierte Zielgruppe gelesen

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5. Die Sache mit den Gutachten
Abhängig von der Bootsgröße, dem Alter und der Anzahl der Bordsysteme, lohnt es unter Umständen, ein Wertgutachten einzuholen, bevor Sie das Boot überhaupt auf den Markt bringen. Je größer und je älter das Boot, desto wichtiger wird dieser Schritt. Auch die Versicherung kann ein Gutachten einfordern, vor allem, wenn Ihr Boot mal in einen Unfall verwickelt gewesen sein sollte oder größere Reparaturen durchgeführt werden mussten. Versicherungsgutachten sind allerdings weniger ausführlich als Verkaufsgutachten. Viele potenzielle Käufer bestehen auf eine professionelle Inspektion, bevor sie ein Angebot legen. Sollten Sie schon vor dem Inserieren des Bootes eine Inspektion durchführen haben lassen und der Käufer akzeptiert diese nicht, sollte er die Kosten für weitere Gutachtertätigkeiten tragen. Andernfalls sollten die Inspektionskosten in die Preisverhandlungen einbezogen werden. Lesen Sie, wie und wo Sie einen Gutachter finden und was Sie erwarten können.

6. Die Probefahrt
Wenn es zur Probefahrt kommt, stellen Sie sicher, dass alles gründlich gereinigt ist – auch das Unterwasserschiff – denn nur ein sauberes, aufgeräumtes Boot hinterlässt einen guten ersten Eindruck. Versuchen Sie möglichst einen Termin zu vereinbaren, an dem, soweit absehbar, auch schönes Wetter herrscht. Auch ein möglichst geschütztes Gewässer ist für die Probefahrt vorteilhaft, denn es geht ja schließlich darum Ihr Boot in bester Verfassung zu präsentieren und dazu gehören nun mal auch die Wetterbedingungen. Geben Sie Ihr Boot für eine Probefahrt nicht einfach aus der Hand, sondern bleiben Sie an Bord, damit Sie alle wichtigen Details erklären und auftauchende Fragen beantworten können. Lesen Sie unsere Tipps für Probefahrten mit Motorbooten

Fahren sie bewusst verschiedene Kurse und beurteilen Sie währenddessen das Lenkverhalten.

Die Probefahrt ist für Käufer und Verkäufer ein entscheidnder Punkt und will daher mit guter Vorbereitung in Angriff genommen werden.



7. Kommen Sie zum Abschluss
Ernsthafte Käufer legen oft ein Angebot, das deutlich unter Ihrer Preisvorstellung liegt. Fassen Sie das nicht als Beleidigung auf, diese Taktik gehört zum Verhandeln. Machen Sie stattdessen ein höfliches Gegenangebot, das näher an Ihren Vorstellungen liegt und behalten Sie dabei immer den für sie noch akzeptablen Minimalpreis im Hinterkopf. Sobald der Preis feststeht, müssen Sie die nötigen Dokumente austauschen, um die Transaktion abzuschließen. Dazu gehören beispielsweise der Kaufvertrag, der Internationale Bootsschein und für Boote bis Baujahr 1985 gegebenenfalls der Nachweis über die ursprüngliche Bezahlung der Umsatzsteuer oder ein Nachweis über die CE-Zertifikation für Boote, die nach dem 15. Juni 1998 hergestellt wurden. Die genaue Dokumenten-Liste hängt auch vom Land ab, aber auf jeden Fall müssen Sie Ihre Versicherung kündigen, sobald das Boot den Besitzer wechselt.Umfangreiche Informationen, mit Tipps worauf Käufer achten werden, gibt es auch in einem Merkblatt des ADAC, dem auch eine Inventarliste und das Muster eines Kaufvertrags beiliegen.
ADAC_Kaufvertrag

8. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Doch seien Sie vorsichtig: Auch beim Online-Handel gibt es viele Betrugsdelikte. Interessenten, die ohne Verhandlungen ein Online-Angebot akzeptieren, ohne das Boot gesehen zu haben, könnten in Wirklichkeit auf einen Betrug aus sein. Grundsätzlich ist beim Verkauf Barzahlung die erste Wahl. Geben Sie das Boot niemals gegen eine Anzahlung oder eine Ankündigung einer Überweisung aus der Hand, sondern erst, wenn der Gesamtbetrag ausbezahlt oder ihrem Konto gutgeschrieben ist. Nehmen Sie bei Bargeschäften eine zweite Person mit und wählen Sie keine abgelegenen und einsamen Orte für die Übergabe. Die gut besuchte Marina ist hier sicherer, als der abgelegene Autobahn-Parkplatz.

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