Am Sonntag ging in Hamburg die 54. Internationale Bootsausstellung zu Ende. Mit einem durchaus respektablen Finale, gut gefüllten Hallen und schließlich auch mit einer versöhnlichen Bilanz. Auf "rund 80.000 Besucher" taxierte das Messe-Team um den neuen Projektleiter Heiko Zimmermann die Resonanz. Das liegt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Hanse-Gruppe (Dehler, Varianta, Hanse) zeigte sich zufrieden mit der Hanseboot. Foto: YACHT/ S. Reineke

Die Hanse-Gruppe (Dehler, Varianta, Hanse) zeigte sich zufrieden mit der Hanseboot. Foto: YACHT/ S. Reineke

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Fast konnte man meinen, einen Seufzer der Erleichterung aus dem Verwaltungsgebäude am Messeplatz 1 zu vernehmen. Die Entscheidung für eine deutlich schlankere Hallenplanung und den Verzicht auf den neu gebauten A-Bereich war schon lange vor dem Auftakt der Hanseboot ein sichtbares Zeichen für die Probleme, mit denen die Messe zu kämpfen hat.








Zwar sind in der Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 auch die anderen deutschen Bootsausstellungen unter Druck geraten. Doch konnte sich die boot Düsseldorf als Branchenprimus weitgehend von den Auswirkungen freihalten, und auch die Interboot steuerte dank eines erfahrenen Teams den klareren Kurs als die von zahlreichen Personalwechseln gebeutelte Hanseboot. Von den Besucherzahlen her liegt Hamburg auf dem letzten Platz der großen drei.








Jetzt aber, so hofft die Messeleitung, ist die Trendwende eingeleitet.








Tatsächlich äußerten sich viele Aussteller positiv über das Konzept einer "kompakten Hanseboot". So sagte Maxim Neumann, Verkaufsleiter Hanseyachts, die Messe sei "gut gelaufen." Das neue kompakte Hallenkonzept geht nach Ansicht von Deutschlands zweitgrößter Sportbootwerft auf. Auch vom Ergebnis her zeigte sich Neumann zufrieden: "Wir haben gut verkauft – allein von der neuen Varianta 37 zehn Stück; und auch die Modelle von Dehler und Hanse liefen sehr gut."

Highlight für viele Besucher: die gläserne Werft der Refit-Arena mit Fachvorträgen. Foto: YACHT/S.Reinke

Highlight für viele Besucher: die gläserne Werft der Refit-Arena mit Fachvorträgen. Foto: YACHT/S.Reinke










Thorsten Bergheim, Chef von Beneteau-Händler BM-Yachting, zeigte in Hamburg erstmals die neue Oceanis 38. "Sie ist mit ihrem innovativen Konzept sehr gut beim Publikum angekommen. Wir haben eine starke Nachfrage an unserem Stand verzeichnet. Vor allem die zweite Wochenhälfte lief sehr gut." Allein elf Boote verkaufte Bergheim auf der Messe an Erste Klasse Yachten aus Heiligenhafen.



Die Bemühungen der Hanseboot um Besucher aus Skandinavien scheinen sich ebenfalls ausgezahlt zu haben. So berichtete Christoph Barth von X-Yachts Deutschland, dass "viele Dänen, aber auch Schweden und Norweger" am Stand gewesen seien. Sein Fazit: "Wir sind mit der Hanseboot sehr zufrieden."







Es gab freilich auch skeptische bis kritische Stimmen. So kritisierten einige Besucher, dass die Zahl der ausgestellten Boote zu gering sei. "Da ist man ja am Nachmittag schon durch", bedauerte ein Leser am YACHT-Stand in Halle B2. Und nicht alle Aussteller waren mit der Belegung zufrieden. So monierten mehrere Charterunternehmen, dass im Obergeschoss der B-Hallen deutlich weniger Andrang herrschte als in den Vorjahren.



Insgesamt, so scheint es, hat die Hanseboot aber vieles richtig gemacht. Und sie profitiert von der aufgehellten Stimmung im Bootsmarkt, wo sich erstmals seit Jahren eine leichte Backstagsbrise durchsetzt.







Zwei Tage nach der Messe war Projektleiter Heiko Zimmermann schon dabei, die Planungen für 2014 zu konkretisieren. Spätestens im Januar soll sein Konzept stehen. Ganz oben auf seiner To-do-Liste: "Wir müssen sehen, dass wir wieder eine größere Bandbreite an Booten abbilden."










Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung der YACHT, Europas größtem Segelmagazin

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