Nun schwimmt sie also, “A”, die mit ca. 142 Metern längste private Segelyacht der Welt. Zwar wurden die ersten Probefahrten lediglich unter Maschine unternommen, aber immerhin: Sie ist im Element. Auffallend ist der doch recht gewöhnungsbedürftige Anblick dieses Monstrums, das von Superyacht-Konstrukteur Martin Francis entworfen und von Philippe Starck gestylt wurde und das bisher unter dem Decknamen “White Perarl” lief. Doch diese Geheimniskrämerei darf nicht verwundern, denn das Schiff wurde, so heißt es zumindest, vom russischen Finanz-Oligarchen Andrej Melnichenko, 43, in Auftrag gegeben, der schon eine Motoryacht gleichen Namens laufen hat, die wie das neue Vehikel eine deutlich andere Optik aufs Wasser brachte und ebenfalls von Starck gestaltet wurde.



Man erinnert sich kaum, doch Starck, heute einer der gefragtesten Designer der Welt, begann seinen Nebenjob als Yacht-Stylist 1987 mit Benetau-First-Segelyachten, die damals mit dem Kürzel “S” auftrumpften. Später entwarf er unter anderem auch die Motoryacht des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs.  “Es ist mehr Fisch als Gebäude, womit es ziemlich von dem abweicht, was heute üblich ist”, erzählte Starck Yachts International über die neue Megayacht. “Innen gibt es außergewöhnlich innovative Technik für außergewöhnlich großen Komfort und große, offene Räume. Dieses Projekt hat keine engen Gänge sondern ziemlich große Lofts und sehr sympathische, riesige Räume mit riesigen Fenstern”.

DAs Schiff vor dem Stellen der Masten in Kiel

DAs Schiff vor dem Stellen der Masten in Kiel

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“A” wurde seit 2012 bei der Nobiskrug-Werft in Kiel unter großer Geheimhaltung gebaut und trägt drei freistehende, rotierende Kohlefasermasten, die angeblich rund 50 Tonnen wiegen und mit mehr als 100 Metern Länge die höchsten derartigen Spieren sind, die je gebaut wurden. Sie wurden in England von Magma Structures gefertigt und per Schiff nach Kiel angeliefert. Angeblich sollen sie Belastungen standhalten, die doppelt so groß sind, wie die der Tragfläche eines Boeing 787 Passagierjets. Andere Merkmale des Schiffes: Helipad (natürlich), drei Schwimmbecken, sechs Gästesuiten und eine Diskothek.


Die Besegelung die diese von Dykstra Naval Architects in Holland entworfenen Masten tragen sollen, ist noch nicht ersichtlich, doch laut Hersteller dürfte es sich um eine ziemlich komplexe Lösung handeln, die per Computer über Glasfasernetzwerk gesteuert wird und die rund um die Uhr die Daten zahlreicher Lastsensoren an die Crew übermittelt. Und die, so wird spekuliert, soll trotz aller Automatisierung immer noch mehr als 30 Mann betragen.

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