Kunst, das weiß man, lässt sich vom Krieg inspirieren. Doch was Schiffsdesign angeht, so könnte man fast behaupten, gilt dies auch im umgekehrten Sinne. Denn der neue Super-Zerstörer der Zumwalt-Klasse, die bei der US-Marine kurz vor der offiziellen Einführung steht, hat rein äußerlich erstaunliche Ähnlichkeit mit der 119 Meter langen Superyacht A des russischen Oligarchen Andrej Melnitchenko, die vom bekannten Designer Philippe Starck gestylt wurde und im Jahr 2008 bei Blohm + Voss vom Stapel gelaufen war. Mittlerweile hat Melnitchenko seinen Fuhrpark mit der größten privaten Segelyacht erweitert, die wir im Video vorstellten.

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Die USS Zumwalt, das erste Schiff der neuen Serie von US-Zerstörern, läuft zu Testfahrten aus. Foto: US Navy

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Auch wenn die Größenverhältnisse der Komfort und der Verwendungszweck natürlich keinen Vergleich zulassen (wo bleiben die Swimmingpools auf einem Zerstörer?), folgt die Form beider Schiffe strikte ihrer Funktion und dabei gibt es auffallende Gemeinsamkeiten: Wie den Wave-Piering-Bug, mit dem A beim Launch vor sieben Jahren für reichlich Furore sorgte. Mittlerweile ist die Bugform akzeptiert, vor allem bei schnellen Multihulls unter Segeln. Weitere Parallelen erstrecken sich auf die Dingi-Garage und die Landeplätze für Hubschrauber bzw. Drohnen, die es auf beiden Schiffen gibt.

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A, das immer noch avantgardistisch anmutende Vehikel eines Oligarchen, wurde in Deutschland gebaut.



Die USS Zumwalt, die dieser Schiffsklasse auch den Namen verleiht, wurde in Maine bei General Dynamics bzw. Bath Iron Works gebaut. Baubeginn war 2009. Sie ist laut Auskunft der US-Marine ein Mehrzweckfahrzeug der neuesten Generation, das für den Einsatz gegen See- Luft- und Landziele geeignet ist. Ihre Bewaffnung besteht u.a. aus 80 Abschusszellen für Flugkörper, zwei 155mm-Kanonen mit einer Reichweite von knapp 100 Kilometern und zwei kleinen 30mm-Kanonen. Die kantige Form soll das Schiff vor der Entdeckung durch Radar schützen, zudem soll es auch extrem leise operieren. Angetrieben wird  die Zumwalt von einem hoch entwickelten Induktionsmotor (Advanced Induction Motor), doch Stärke, bzw. Geschwindigkeit werden wie die Schiffsabmessungen von der US-Navy geheim gehalten.




Weiters bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Zerstörer die Energie für Antrieb, Bordbetrieb und Waffensysteme aus einer Gasturbine erzeugt. Laut US-Navy hat er eine Besatzung von 158 Mann und ist für den weltweiten Einsatz ausgelegt.  Auch darin ähneln die beiden Schiffe einander. Vielleicht kommt’s ja mal irgendwo zu einem gemeinsamen Fototermin. Unter dem Motto: Von A bis Z(umwalt).

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