Er wollte mal aus dem Korsett. Das ist es wohl, was den Adrenalin-Junkie Jorge Gill, 19, dazu trieb, sich mal von einem Ferrari F50 ziehen zu lassen, anstelle von einem biederen Boot.


Das gelbe Fahrzeug ist eines von nur 349, die Ferrari von 1995 bis 1997 produzierte. Der 12-Zylinder-Motor, der aus der Formel 1 stammt, entwickelt satte 520 PS und beschleunigt den F50 angeblich in 3,8 Sekiúnden von 0 auf 100 km/h. Mit angehängtem Wakeboarder dauert’s wohl einen Hauch länger.



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Was Gill sonst noch zu seinem Glück brauchte, fand er draußen am Land: ein gerades Stück Entwässerungskanal, das neben einem geraden Stück Landstraße verläuft und nicht von lästigen Licht- oder Telefonmasten gesäumt wird. Fazit: 84 Meilen (ca. 135 km/h) Topspeed am Wasser und wahrscheinlich eine Knolle wegen Überschreitung der auf den örtlichen Straßen zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 60 Meilen (knapp 100 km/h).


Am Schluss durfte er stolz sein auf das Erreichte: „Es ist gefährlich, aber man muss das bis nachher aus seinen Gedanken verbannen”, sagte er einer Zeitung. „Bei voller Geschwindigkeit war alles bestens. Es klappte perfekt.” Die Kombination von Sportwagen und Wakeboard fand er jedenfalls sehr originell, doch da muss er wohl ein wenig Zeitgeschichte nachbüffeln. Denn dieser Stunt ist nicht neu.


Das hat man schon in den 1950er Jahren hinter den sieben Bergen in Amerika gemacht. In Casper, Wyoming, zum Beispiel, wo der zukünftige Vizepräsident des Landes, Dick Cheney, sich als Teenager auf den schnurgeraden Bewässerungskanälen ähnlich die Zeit vertrieb. Gut, er stand auf Wasserskiern und statt eines gelben Ferraris wurde wohl eine aufgemotzte alte Mühle vorgespannt. Aber flott ging das auch.wakeboard1

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