Schon die Side-Scan-Echolote sind ein Hingucker, doch liefern sie bis jetzt nur in Fahrt wirklich anschauliche Ergebnisse. Humminbird geht den nächsten Schritt und bringt einen Geber, der unabhängig von der Schiffsbewegung ein 360-Grad-Bild liefert. Die Technik namens "360 Imaging" scant die Unterwasserwelt wie ein Radar, nur eben mit Schallwellen statt mit Funk. Der Geber ist nur wenig größer als beim Side-Scan und komplett gekapselt, kommt also ohne sichtbare bewegliche Teile aus.







Wie ein Radar für die Unterwasserwelt: Das 360 Imaging von Humminbird liefert ein Fotorealistisches Bild. Foto: Humminbird

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Der 360 Imaging-Geber wird mit allen Huminbird Anzeigegeräten funktionieren, die Side-Imaging und einen Ethernet-Anschluss unterstützen. Außer der Rundum-Sicht stehen auch Modi zur Betrachtung von frei wählbaren Sektoren zur Verfügung. Die in der deutschen Pressemitteilung von Humminbird genannte maximal abtastbare Fläche von 70 Quadratmetern kann allerdings so nicht stimmen: Das entspräche einem Druchmesser von nur 9,44 Metern - Verglichen mit den Leistungen des bekannten Side-Scan erscheint dies viel zu wenig. Denkbar ist, dass es sich um einen Übersetzungsfehler handelt, schließlich wird auf der Webseite von Humminbird der Radius mit 150 Fuß angegeben - das sind 45 Meter, ein Wert der auch mit dem Side-Scan realistisch ist.





Der Geber des 360 Imaging von Humminbird ist für die Spiegelmontage an Motorbooten gedacht. Eine Montage unter Segelyachten erschient aber möglich, nur der kleine Kopf ganz unten muss aus dem Rumpf schauen. Foto: Humminbird



Bis zu 7 Knoten Fahrt soll das Humminbird 360 funktionieren, für Segler heißt das also: fast immer. Eins sollte man allerdings im Kopf behalten: Das 360 Imaging liefert zwar ein Bild der Welt unter  Wasser, zu sehen sind aber ausschließlich Konturen. Die genaue Wassertiefe kann das Gerät nur unter dem Schiff angeben, ein vorausschauendes Echolot ist es nicht. Heißt, man sieht zwar den Stein, weiß aber nicht, wie tief er liegt.







360 Imaging von Humminbird, Anzeige im Detail. Foto: Humminbird



In den 1980er Jahren wurde schon mal versucht, ein Unterwasser-Radar zu vermarkten. Das damalige System enthielt jedoch jede Menge frei drehende Mechanik und erzeugte im Yacht-Test mehr Verwirbelungen als Echos. Ein solches Schicksal dürfte dem neuen  Humminbird-System dank der vollständigen Kapselung erspart bleiben. Die bisher vorgelegten Bilder versprechen jedenfalls einiges.



Der Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung von YACHT, Europas größtem Segelmagazin