Trotz Klimawandels ist der Winter in Nord- und Mitteleuropa noch immer keine prickelnde Zeit zum Segeln. Dazu muss man nach wie vor das Weite suchen. Zur Behebung des allmählich akut werdenden  Sonnen- und Segeldefizits haben wir den bekannten Reiseautor Carl Victor gebeten, auf de.boats.com ein Dutzend seiner Lieblingsziele vorzustellen.

Baja California – Charmante Trostlosigkeit
Nur wer durch das Fegefeuer eines Langstreckenfluges von Europa an die Westküste Nordamerikas gegangen ist, darf eines der letzten Segel-Paradiese dieser Erde erleben: Die Halbinsel Baja California, ein herbes Kleinod, beschützt von vielarmigen Schildwachen in stachelbewehrten Panzern. Die Riesenkakteen sind Mexikos Wahrzeichen das auch Geiern als Landeplatz dienen kann, die sie sich von ihren Flügen über endlose Wüsten und in der Abendsonne rot glühende Felsen ausruhen möchten. Im Gegensatz dazu quillt das hier an die Küsten schwappende Meer von Leben über. Auch Literaturnobelpreisträger John Steinbeck hat darüber in seinem Werk "Sea of Cortez" berichtet.

Kakteen und Ruhe: IIsa Coyote, am Nordausgang des Golfes von La Paz gelegen,  zwischen Isla San Jose und Isla San Francisquito

Kakteen, Ruhe und türkises Wasser: IIsa Coyote, am Nordausgang des Golfes von La Paz gelegen, zwischen Isla San Jose und Isla San Francisquito



Dieser nach dem brutalen Konquistador Hernán Cortés benannte Meeresarm, der politisch korrekt als Golf von Kalifornien bezeichnet wird, gilt als „Kinderstube der Blauwale“, die hier ihren zwei Tonnen schweren Nachwuchs zur Welt bringen. Die felsige Inselgruppe „Los Islotes“ hat sich eine Herde Seelöwen zu ihrer Heimat erkoren, deren immer zum Spielen aufgelegte Nachwuchs Yachten besonders herzlich empfängt. So wie auch die Bewohner der kargen Baja-Halbinsel, einfache, gastfreundliche Menschen, die sich an der felsigen Küste als Fischer ihren Unterhalt verdienen. Dem Fahrtensegler bieten diese Ufer nicht nur atemberaubende Panoramen, sondern auch zahlreiche Ankerplätze. Manche so perfekt geschützt wie die Bucht von Isla San Francisco, andere so rollig wie Puerto de los Gatos  (Hafen der Katzen) – aber alle in fast völliger Einsamkeit. Die gibt es hier allerdings nicht zum Nulltarif. Spätestens in Agua Verde, wird sich mancher eingestehen, dass jede Meile gegen den Norder erkämpft werden muss, zumindest wenn man von den Charterbasen in La Paz aus golfaufwärts segelt. Doch das verdient sich einen Namen: Abenteuer pur!

Felsig, malerisch, aber nicht immer gut geschützt: Puerto Los Gatos, der "Hafen der Katzen". Foto: Carl Victor

Felsig, malerisch, aber nicht immer gut geschützt: Puerto Los Gatos, der "Hafen der Katzen". Foto: Carl Victor



Revier Steckbrief
Basis: La Paz Schiffe: 37 – 43 Fuß
Preise: € 2.450 – 4.690 Flug ab Frankfurt : € 850,- (La Paz)
Reisedokumente: Pass (ev. Visum USA Währung: 1 € = ca. 17,8 Peso
Sprache: Spanisch
Klima: Gemäßigt- Subtropisch Zeitunterschied: MEZ – 8 h
Gesundheitsrisiko: Mittel
Sicherheit: Mittel
Beste Zeit: Februar-Mai, Hurrikanzeit Juni bis November Tidenhub: 1 m
Kosten Liegeplatz: Keine
Törndauer: mind. 2 Wochen empfohlen
Schwierigkeit: Mittel
Buchung bei: Master Yachting, Dream Yacht Charter, So Long Yachting, Argos Yachtcharter

Teil 2: Karibische Variationen
Teil 3: Bahamas, Everglades und Kuba
Teil 4: Rio und die Inseln im Atlantik
Teil 5: Seychellen und Thailand
Teil 6: Neuseeland und Tahiti

 

 

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