Brasilien: Samba-Segeln Trotz der hartnäckigen Kritik an der abscheulichen Wasserqualität in Rio de Janeiros Guanabara Bay, dem olympischen Segelrevier von 2016, gibt es im Land des Sambas auch äußerst attraktive Gegenden für's Fahrtensegeln. Wie zum Beispiel die Bucht von Angra dos Reis, in der 365 Inseln nur darauf warten, entdeckt zu werden. Gegen den Atlantik hin gut abgeschirmt, ist dies ein stilles Revier, die ideale Erholung nach dem Karneval-Trubel in Rio, zum Beispiel. Verfehlen kann man diese Party nicht, denn alle Wege führen ins Sambódrom, wo sich Besucher die Frage stellen, ob es die von Künstlern kreierten Kostüme sind, oder jene mehr entblößten als verhüllten Körper, die harte Rhythmen erst zu Samba werden lassen. Nach einigen Tagen Hitze und lautem Trubel, sehnt sich so mancher nach Ruhe und Einsamkeit, die auf den Ankerplätzen in der Angra dos Reis reichlich zu finden sind. Die Buchten der Ilha Grande bieten sich dafür geradezu an, aber auch die hintersten Winkel des Saco de Mamanguá, wo man sich von den Einbäumen der Fischer in die Urzeit der Menschheit zurück versetzt fühlen darf. Ins Hier und Jetzt gelangt man erst wieder in Paraty, das einst Brasiliens wichtigster Hafen war. Heute zeigt das zum Weltkulturerbe erhobene und herausgeputzte Städtchen, wie man in Brasilien vor Karneval und Samba lebte.

Rio, der Karneval und der Zuckerhut: Eine Traumdestination, nur 160 km von der Angra dos Reis entfernt, wo es sich trefflich segeln lässt. Foto: Carl Victor

Rio, der Karneval und der Zuckerhut: Eine Traumdestination, nur 160 km von der Angra dos Reis entfernt, wo es sich trefflich segeln lässt. Foto: Carl Victor



Revier Steckbrief: Basis: Marina Verolme Schiffe: 39 – 50 Fuß Preise: € 2.355 – 9.860 Flug: € 640,- (Rio de Janeiro) Reisedokumente: Pass / Währung: 1 € = 3,16 Reales Sprache: Portugiesisch, Brasilianisch Klima: Subtropisch, gemäßigt Zeitunterschied: MEZ – 3 (4) h Gesundheitsrisiko: Mäßig Sicherheit: Mäßig bis unbefriedigend Beste Zeit: Oktober-November, März-April Tidenhub: 0,7 m Kosten Liegeplätze: € 120,- Törndauer: 1 Woche Schwierigkeit: Einfach. Buchung bei: Master Yachting, Dream Yacht Charter, Argos Yachtcharter   Kap Verden: Hart aber herzlich Es gibt kein Wenn und Aber: Die Kap Verden ein gestandenes Hochseerevier. Lange Schläge, Nachttörns, oft stürmischer Passat und fehlender Marinakomfort schrecken viele Segler ab, hier auf Törn zu gehen. Andere, die das Abenteuer suchen und sich der seglerischen Herausforderung stellen, werden dagegen von den Islas de Cabo Verde magisch angezogen. Doch diese Inseln, die zwischen 15 und 17 Grad nördlicher Breite im Atlantik liegen, haben noch weitaus mehr zu bieten als adrenalinhaltiges Segeln: Urweltliches wie die Vulkaninsel Fogo, Natur pur wie Sao Antao oder Lokalkolorit wie Sao Tiago. Nicht zu vergessen die Menschen: Viele sind arm, doch alle sind herzlich zu jenen, die sich die Mühe machen, dieses abgelegene Inselreich zwischen Europa und Afrika zu besuchen. Wer mal da war weiß es nur zu gut: Ja, sie sind anders, die Kap Verden! Wie gemacht für jene, die ausgetretene Pfade verlassen und Neuland erkunden möchten.

Malerische Bucht: Sao Tiago, Cidade Velha. Foto: Carl Victor

Malerische Bucht: Sao Tiago, Cidade Velha. Foto: Carl Victor



Revier Steckbrief: Basis: Mindelo Schiffe: 38 bis 49 Fuß Preise: € 1.700 – 3.600 Flug: € 700,- (Mindelo) Reisedokumente: Pass, Visum / Währung: 1 € = 110 ECV Sprache: Kreole, Englisch Klima: Subtropisch / Zeitunterschied: MEZ – 2 (3) Stunden Gesundheitsrisiko: Mittel Sicherheit: Mäßig bis gefährlich (Sao Tiago) Beste Zeit: November bis Mai (Ganzjahresrevier) Tidenhub: 0,6 m Kosten Liegeplätze: Keine Törndauer: 2 Wochen Schwierigkeit: Anspruchsvoll Buchung bei: Master Yachting, Trend Travel Yachting, So Long Yachting, Alboran Yacht Charter, Argos Yachting   Kanaren: Von den Feuerbergen ans Ende der Welt Vom Blauwassersegeln zu träumen ist eine Sache, sich den Passat um die Nase wehen zu lassen ein andere. Es sei denn, man segelt in einem Ganzjahresrevier, in dem sich immer wieder sichere Häfen anbieten – wie eben auf den Kanaren. Wer das Englische Sprichwort „Gentlemen don’t sail upwind” (Ehrenmänner segeln niemals gegenan) beherzigt, muss von Lanzarote aus segeln, natürlich nicht ohne vorher den Feuerbergen seine Referenz erwiesen zu haben. An der „Wüsteninsel“ Fuerteventura führt nur ein Weg vorbei: Entlang der Ostküste. Der Schlag von Morro Jable nach Gran Canaria lässt so viel Hochseefeeling aufkommen, dass sich mancher im „Treffpunkt der Hochseevögel“, dem Puerto de la Luz in Las Palmas, schon ganz als Weltumsegler fühlt darf. Bummeln ist entlang von Gran Canarias Südküste angesagt und irgendwann stellt sich die Frage: La Gomera oder Teneriffa? Dessen Südküste – respektlos „Badewanne Europas“ genannt – wartet mit Trubel und teuren Marinas auf. La Gomera verspricht Ruhe und mit dem Puerto de Vuelta einen Hafen, vom dem aus man mit einem Raumschotschlag ans „Ende der Welt“ segeln kann. Als solches sah noch Ptolemäus die Punta Orchilla, am südwestlichen Ende von El Hierro, durch dessen „Leuchtturm am Ende der Welt“ bis 1884 der Nullmeridian lief.

Karges Ambiente in der Caleta de Sebo auf der Insel Graciosa im Nordosten des Archipels, . Foto: Carl Victor

Karges Ambiente in der Caleta de Sebo auf der Insel Graciosa im Nordosten des Archipels, . Foto: Carl Victor



Revier Steckbrief: Basen: Lanzarote Schiffe: 32 – 50 Fuß Preise: € 1.290 – 4160 Flüge: € 500,- (Lanzarote) Reisedokumente: Personalausweis Währung: € Sprache: Spanisch Klima: Gemäßigt Zeitunterschied: MEZ – 1 h Gesundheitsrisiko: Gering Sicherheit: Gut Beste Zeit: März – Mai (Ganzjahresrevier) Tidenhub: 2 m Kosten Liegeplätze: € 24 – 48 Törndauer: 1 – 3 Wochen Schwierigkeit: Anspruchsvoll. Buchung bei: Lanzarote: Master Yachting, Thinius Kanaren, Canarias Charters Gran Canaria: So Long Yachting, Canarias Charters, Argos Yacht Charter, Viva Charter Teneriffa: So Long Yachting, ECC-Yachtcharter, Master Yachting, Alboran Yacht Charter, Argos Yachting.

Teil 1: Baja California Teil 2: Karibische Variationen Teil 3: Bahamas, Everglades und Kuba Teil 5: Seychellen und Thailand Teil 6: Neuseeland und Tahiti

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