Die 24er ist momentan das kleinste Modell des finnischen Erzeugers Axopar. und wurde 2016 auf der boot in Düsseldorf vorgestellt. Danach eroberte dieses handliche, knapp acht Meter lange Einstiegsmodell schnell die Herzen der Fans. Zu Recht, denn wie die größeren Schwestern, wie der von uns getesteten  Axopar 28 AC und der Axopar 37 AC, hält sich die Kleine auch an das Erfolgsrezept, das auf schnittige, tiefe V-Rümpfe aufbaut, die sehr weich in Wellen eintauchen und durch ihre Abstufung hervorragende Fahreigenschaften versprechen. Solche Ideen sind in Finnland nicht ungewöhnlich, wie zum Beispiel auch die erfolgreichen Aluboote von XO beweisen. Auch das lässt sich erklären, denn dahinter stecken die gleichen Köpfe, die auch bei den Marken Aquador oder Paragon ihrer Hände im Spiel haben und die die Axopar-Boote in Polen fertigen lassen, weil man mit den anderen Marken dort gute Erfahrungen gemacht hat.

Teil einer finnischen Erfolgsstory: Die Axopar 24 HT. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Teil einer finnischen Erfolgsstory: Die Axopar 24 HT. Foto: boats.com/Dieter Wanke

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Doch mit einem derart großen Erfolg hatte man wohl nicht gerechnet, denn seit die Axopar 28 auf der Helsinki Boat Show 2014 erstmals zu sehen war, wurden über 500 Boote ausgeliefert und ebenso viele standen angeblich im Herbst 2016 schon in den Auftragsbüchern, womit die Produktion bis zum Sommer 2017 ausverkauft war. Um drohende Engpässe zu vermeiden, wurde im Januar eine zusätzliche Produktionsstätte in Augustow eröffnet.

Drei Varianten für jeden Geschmack


Wie die anderen Modelle wird auch die 24er in allen ihren Varianten mit identischem Layout geliefert, das nur verschieden ausgebaut wird, um so einen möglichst breiten Kundenkreis anzusprechen. Wie immer geht es mit einer offenen Version los, die mit T-Top ergänzt werden kann. Die Kabinenversion der 24er unterschiedet sich aber etwas vom Walk-around-Konzept der größeren Schwestern. Die geschlossene Version heißt zwar auch 24 HT (Hard Top), doch für Gangborde reicht die Breite nicht aus. Stattdessen wurde die Kajüte über die gesamte Breite gezogen und der hintere Teil des Dachs lässt sich verschieben, womit Fahrer und Beifahrer bei Schlechtwetter mehr Schutz bekommen, der durch eine Persenning weiter verbessert werden kann. Der Durchgang in den offenen Bug ist konventionell und sicher, (besonders für Kinder) weil er mittschiffs über die Koje durch die geteilte Windschutzscheibe führt.

Durchgang ins Vorschiff durch die Kajüte. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Durchgang ins Vorschiff durch die Kajüte, die  Toilette diskret unter dem Niedergang verstaut.Foto: boats.com/Dieter Wanke



Polsterauflagen in der Kabine dienen als Sitzgelegenheiten, können aber auch ergänzt werden, was dann einen u-förmigen Kojenbereich mit einer Liegefläche von zwei mal 1,90 Meter ergibt. Die beiden Einzelkojen können durch das Füllen der Lücke je nach Positionierung auch bis zu drei Erwachsene oder zwei Erwachsene und ein bis zwei kleinere Kinder aufnehmen. Sogar eine Pumptoilette (1.771 Euro) samt 30-Liter Fäkaltank ist bestellbar, die im vorderen Bereich unter dem Durchgang verschwindet. Ein kleines Waschbecken in der Backbordkonsole gehört zum Frischwassersystem mit 45-Liter-Tank (655 Euro), von dem auch die optionale Heckdusche (298 Euro) gespeist wird. Wer dann noch die Kühlschublade (1131 Euro) unter dem Beifahrersitz und das Verdeck (1.131 Euro) bestellt, ist für einen mehrtägigen Bordaufenthalt recht gut gerüstet.

Waschkonsole gegen Aufpreis. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Waschkonsole gegen Aufpreis. Foto: boats.com/Dieter Wanke



Insgesamt lassen sich zwei Tische ordern, einer für die L-förmige Sitzbank auf dem Vorschiff (572 Euro), die optional mit Polstern ausgestattet werden und auch zu einer Sonnenliege umgebaut werden kann. Der zweite Tisch mit Teak-Platte ist für die hintere Sitzgruppe im Cockpit gedacht, die aus drei Einzelsitzen achtern und den beiden drehbaren Sitzen für Fahrer- und Beifahrer besteht. Zu der serienmäßig mit Flexiteak belegten Doppelbadeplattform und der Teleskopbadeleiter gelangt man wie bei allen Axopar-Modellen an den hinteren Sitzen vorbei. Ein Wasserskimast gehört dann allerdings zu den Optionen.

Zum Sitzen und Klönen:  Vorschiff mit  Tisch und Sitzecke. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Zum Sitzen und Klönen: Vorschiff mit Tisch und Sitzecke. Foto: boats.com/Dieter Wanke



In den Seitenwänden befinden sich praktische Staukästen, die auch Fender aufnehmen können und um die Optik aufzuwerten, bietet Axopar Kunststoff-Bodenbeläge mit Holzdesign. Dass die Konstrukteure viel Wert auf Sicherheit legten, zeigt sich unter anderem auch durch das Ausschäumen der Hohlräume zwischen Rumpf und Deck mit Polyurethanschaum, wodurch das Boot unsinkbar wird und durch die Schalldämpfung auch geräuschärmer unterwegs ist und auch an Stabilität gewinnt. Eine manuelle Bilgepumpe und zwei mit elektrischem Antrieb sowie ein Feuerlöscher tragen weiter zum positiven Gesamteindruck bei. Schade: Am Steuerstand fehlte der obligatorische Kompass, wobei die Konsole genug Platz für große Plotter bietet. Trimm-tabs und die Mercury-Active-Trim-Option gehören zu den Extras.

Viel Platz für Plotter,, aber kein Kompass: Das Armaturenbrett der Axopar 24 HT. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Viel Platz für Plotter,, aber kein Kompass: Das Armaturenbrett der Axopar 24 HT. Foto: boats.com/Dieter Wanke


Viel Power, wenig Tankkapazität


Wie bei allen Modellen setzt die Werft auch mit der neuen Axopar 24 ausschließlich auf Außenborder von Mercury. Obwohl vom Hersteller die Einstiegsleistung mit 85 kW (115 PS) angegeben wird, bietet Boote Polch die Axopar 24 auch mit einem Mercury F100 an, womit das Boot bodenseetauglich wird. Nächste Stufe ist ein Mercury F 150 EFI und darüberhinaus sind noch zwei Vierzylinder-Verados mit 129 kW (175 PS) und 147 kW (200 PS) zu haben. Für 2017 neu im Programm ist der im Testboot erstmals montierte Mercury Verado 250. Der 6-Zylinder Reihenmotor mit 2,6 Liter Hubraum kann insbesondere durch seine Laufruhe und eine sehr geschmeidige Kraftentfaltung überzeugen, wie ein direkter Vergleich mit dem Verado 200 zeigte.

Power am Heck: Ab 2017 wird das Boot auch mit einem 250-PS starken Mercury Verado Sechszylinder angeboten. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Power am Heck: Ab 2017 wird das Boot auch mit einem 250-PS starken Mercury Verado Sechszylinder angeboten. Foto: boats.com/Dieter Wanke



Die neue Spitzenmotorisierung führt zu entsprechend guten Fahrleistungen, wobei nach sechs Sekunden die Gleitfahrt bei 13,2 Knoten und 3500 Umdrehungen begann. Die Höchstgeschwindigkeit von 40 Knoten lag bei 5800 Umdrehungen nach 20 Sekunden an. Als ökonomische Marschgeschwindigkeit wurden 29,4 Knoten bei 4500 Umdrehungen ermittelt, wobei stündlich 53,6 Liter aus dem 220 Liter Tank zum Motor laufen Unter Berücksichtigung einer 15-prozentigen Reserve sind also maximale Reichweiten von gerade 100 Seemeilen möglich, was für diese Bootsgröße nicht gerade üppig ist. Ein größerer Tank wäre also wünschenswert.

Dank tiefem V-Rumpf stark in Kurven und bei Welle. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Dank tiefem V-Rumpf stark in Kurven und bei Welle. Foto: boats.com/Dieter Wanke



Bezüglich der Fahreigenschaften gibt es dagegen nur Lob. Dank tiefem V-Rumpf mit besonders steiler Aufkimmung im Bugbereich taucht auch die 24er sehr weich in die Wellen ein, was für eine überdurchschnittlich komfortable Fahrt bei Seegang sorgt. Vollkreise mit Vollgas werden mit 1,8 Bootslängen ohne jeden Tadel gemeistert. Bei Langsamfahrt reduziert sich der Radius vorwärts und rückwärts auf 1,5 Bootslängen, was ein gutes Manövrieren im Hafen erlaubt.

Viel Boot fürs Geld


Durch die guten Fahreigenschaften bei Welle eignet sich die Axopar 24 HT nicht nur für den Binnenbereich, sondern auch gut für das Befahren von Küstengewässern. Dank der Überdachung und dem damit verbunden Wetterschutz ist das Boot auch in der Nebensaison noch nutzbar. Die tadellose Verarbeitung ist ebenso überzeugend, wie die Sicherheit an Bord. Gut für Nomaden: Durch ihre Breite von 2,55 Metern und ihr niedriges Leergewicht von 1290 Kilogramm wiegt die Axopar 24 samt Antrieb und Anhänger einfach zu trailern.

Schön zu sehen: Der stark aufgekimmte Rumpf mit Stufenverlauf. Foto: boats.com/Dieter Wanke

Schön zu sehen: Der stark aufgekimmte Rumpf mit Stufenverlauf. Foto: boats.com/Dieter Wanke



Bezahlbar ist das Vergnügen auch noch. Für ein fahrfertiges Boot mit dem Mercury F 100 EFI sind inklusive Montage und Transportpauschalen 57.829 Euro anzusparen. Mit dem Verado 250 wird es etwas kostspieliger, aber auch 69.129 Euro, die dann auf den Tisch des Händlers zu blättern wären, sind immer noch angemessen. Da die Preisunterschiede der Motoren im Verhältnis zum Gesamtpreis nur gering sind, sollte man sich mindestens den Verado 200 gönnen, besser noch den 250er, der vorzüglich mit der Axopar 24 HT harmoniert.

Technische Daten: Axopar 24 AC
Länge: 7,60 m
Breite: 2,55 m
Tiefgang: 0,70 m
Leergewicht: 1290 kg (ohne Motor)
Baumaterial: GFK
CE-Kategorie: C
Zulässige Personenzahl: 6
Brennstofftank: 220 l
Frischwassertank: 45 l (Option)
Fäkaltank: 30 l (Option)
Motorisierung: Außenborder mit XL-Langschaft, Leistung bis 184 kW (250 PS)Grundpreis mit Testmotor Mercury F 250 Verado: 69.129 Euro
Axopar 24_Schall

Messungen
Revier: Rhein bei Heidenfahrt, Besatzung: 3 Personen, Wasser 14 °C, Luft 13 °C, Wind 0 Bft., See: 0-1, Tanks: Benzin: 160 l, (73 %)

Werft und Händlernachweis


Axopar Boats Oy
C/o Oy Quitas Ab
Piritan aukio 3 C 39
00150 Helsinki
Finnland

Importeure


Boote Polch KG (Lieferant des Testbootes)
Zum Hafen 18
56841 Traben-Trarbach

Nautic Yachting GmbH
Akademiestraße 3
40213 Düsseldorf
Vertriebsbüro Nordancora marina
An der Wiek 7–15
23730 Neustadt in Holstein

Zu unseren Anzeigen von Axopar-Booten

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