Die US-Traditionswerft, die seit 30 Jahren zum Brunswick-Konzern gehört, beeindruckt insbesondere bei Sportbooten gern mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bayliner Element (auch 160 Element) ist seit 2013 auf dem Markt und wurde ein Jahr später durch die etwas verlängerte und mit kräftigeren Außenbordern motorisierbare Element XL (auch 180 Element) ergänzt. Inzwischen gesellt sich mit der Element XR7 ein weiteres Modell zu der Einsteiger-Serie, das sich aber konzeptionell deutlich von den beiden anderen Modellen abhebt.




Bayliner Element: Stabiler Spaß durch M-Hull. Foto: Dieter Wanke

Bayliner Element: Stabiler Spaß durch M-Hull


Basis aller Varianten ist eine neuartige Rumpfform, die nicht wie üblich v-förmig, sondern ähnlich einem Trimaran m-förmig aufgebaut ist, womit sich die Stabilität vergrößert. Bayliner nennt das M-Hull und verwendet damit eine Bezeichnung, die vor mehr als 10 Jahren für experimentelle Fahrzeuge der US-Marine gebräuchlich wurde. Laut Hersteller soll das Boot dadurch schneller ins Gleiten kommen und sparsamer im Betrieb sein. Außerdem ist die Neigung bei Kurvenfahrt deutlich geringer, was insbesondere Anfängern entgegen kommen soll, denen es bei Krängung mitunter mulmig wird. In der Tat: Schon im Stand zeigte die Element spürbar bessere Kippstabilität.




M wie Martialisch: M-Hull in einem Testschiff der US-Streitkräfte. Foto: Bob Grieser

M wie Martialisch: Das M-Hull-Konzept wurde u.a auch von den US-Streitkräften erprobt. Foto: Bob Grieser


Gleiches Layout bei unterschiedlicher Länge
Die beiden Modelle unterscheiden sich nur durch ihre Länge, während Breite des Rumpfes und Layout gleich bleiben. Der gesamte Decksbereich besteht im Prinzip nur aus einem Formteil, in den Sitze und Steuerkonsole eingearbeitet sind. Das wirkt zwar etwas spartanisch, ist aber funktionell und gut durchdacht. Und um Stauraum muss man sich nicht sorgen, denn davon gibt es reichlich unter den Sitzgelegenheiten.




Geformt und geteilt: Das einfache aber funktionelle Layout der Element. Foto: Dieter Wanke

Geformt und geteilt: Das einfache aber funktionelle Layout der Element. Foto: Dieter Wanke


Dabei wurden drei getrennte Bereiche geschaffen: Im Bug gibt es eine kombinierte Sitz-Liegegruppe für drei Personen, die gegen 340 Euro Aufpreis auch mit Polsterauflagen ausgelegt werden kann. Dahinter die Konsole, der Steuerstand und zwei einander gegenüberliegende Sitzgelegenheiten, die mit einem Cockpittisch (190 Euro) ergänzt werden können. Und im Heck, wiederum separiert durch Trennwände, die gleichzeitig als Rückenlehnen der Sitze dienen, gibt es zwei Einzelsitze, die ebenfalls mit aufpreispflichtigen Polstern zu einer Liegefläche umgebaut werden können. Dann passt unter das Mittelteil die optionale Eisbox (80 Euro). Nur im Heck unterscheidet sich die längere XL-Version durch mehr Platz, denn hier passen zwei Personen auf die Liegefläche oder vier auf die Sitze.




Party im Cockpit: Die fix installierten Sitze achtern können zur Liegefläche ausgebaut werden, die Kühlbox passt darunter. Foto: Dieter Wanke

Party im Cockpit: Die fix installierten Sitze achtern können zur Liegefläche ausgebaut werden, die Kühlbox passt darunter. Foto: Dieter Wanke


Praktisch sind auch die Zubehörpakete mit nützlichen Extras für verschiedene Zwecke, wie Wassersport-Tower, Wakeboard-Halter, Stereoanlage, Kühlbox, Bimini-Top oder Bugpolster. Letztere sind auch einzeln in viele bunten Farbvarianten erhältlich.


Stabil, doch ergonomisch ausbaufähig
Die Bayliner Element wird in der Grundausrüstung mit einem Mercury F 60 ELPT EFI geliefert, verkraftet aber maximal bis zu 58,8 kW (80 PS) am Spiegel, wobei für die größere XL-Variante Außenborder bis 84,6 kW (115 PS) zulässig sind. Da der Kraftstofftank mit etwa 45 Litern Fassungsvermögen für größere Motoren knapp bemessen ist, gibt es für die XL wahlweise einen 23-Liter- Zusatztank  für 190 Euro. Ohne Drehzahlmesser im Testboot war die Erhebung der Leistungsdaten allerdings nur eingeschränkt möglich.




Elementar: Der 60-PS-Mercury tat seinen Dienst zufriedenstellend, doch manch einer wird sich mehr Power ans Heck schrauben wollen. Foto: Dieter Wanke

Elementar: Der 60-PS-Mercury tat seinen Dienst zufriedenstellend, doch manch einer wird sich mehr Power ans Heck schrauben wollen. Foto: Dieter Wanke


Beim Beschleunigen geht der Bug nur wenig nach oben und nach 11 Sekunden ging das Boot mit drei Personen beladen bei 14,5 Knoten in die Gleitfahrt über. Die Höchstgeschwindigkeit von 25 Knoten war nach 18 Sekunden erreicht. Anglern könnte dies reichen, wer aber oft mit viel Zuladung fährt, ist mit einem stärkeren Motor besser beraten. Durch die geringe Neigung fühlt sich das Boot auch bei schneller Kurvenfahrt sicher an. Allerdings beginnt der Propeller in engen Schleifen sehr früh zu kavitieren, was den Spaßfaktor etwas begrenzt, aber die Sicherheit bei Fehlbedienung erhöht. An der Ergonomie wurde allerdings gespart, denn zum Festhalten fehlen an wichtigen Stellen die Handgriffe und der nicht verstellbare Fahrersitz macht es kleineren Personen mitunter schwer, die richtige Position hinter dem Steuerrad zu finden.




Sparlösung: Der Fahrersitz ist nicht verstellbar und deshalb für groß- oder kleingewachsene Skipper ein Komfortminus. Foto: Dieter Wanke

Sparlösung: Der Fahrersitz ist nicht verstellbar und deshalb für groß- oder kleingewachsene Skipper ein Komfortminus.
Foto: Dieter Wanke


Einfach und preiswert
Wer ein simples Boot sucht, um schnell mal eine Spritztour mit der Familie oder Freunden auf dem Wasser zu machen, ohne sich dabei finanziell zu verausgaben, liegt mit der Bayliner Element richtig. Dabei darf man vermuten, dass ein Listenpreis von 18.310 Euro für die Element mit dem Mercury F 60 und 23.080 Euro für die XL mit dem Mercury F 80 nicht nur Einsteiger anlocken dürfte.




Kurvenlage: Durch den m-förmigen Rumpf kommt auch bei flotter Fahrt in engen Schleifen keine Panik auf. Foto: Dieter Wanke

Kurvenlage: Durch den m-förmigen Rumpf kommt auch bei flotter Fahrt in engen Schleifen keine Panik auf. Foto: Dieter Wanke



Technische Daten Bayliner Element (Element XL)
Länge: 4,93 m (5,49 m)
Breite: 2,13 m (2,13 m)
Tiefgang: keine Angabe
Leergewicht mit Motor: 712 kg (907 kg)
Baumaterial: GFK
CE-Kategorie: C
Zulässige Personenzahl: 5 (8)
Kojenplätze: keine
Brennstofftank: 45,4 l (45,4 l)

Motorisierung Bayliner Element: Außenborder mit Langschaft und einer Leistung ab 44,1 kW 60 PS bis 58,8 kW (80 PS)
Motorisierung Bayliner Element XL: Außenborder mit Langschaft und einer Leistung ab 44,1 kW 60 PS bis 84,6 kW (115 PS)

Grundpreis Bayliner Element: 9.545 Euro ohne Motor (vorbereitet für Mercury)
Grundpreis Bayliner Element XL: 12.220 Euro ohne Motor (vorbereitet für Mercury)

Grundpreis Bayliner Element mit Mercury F 60 EFI ELPT: 18.310 Euro
Grundpreis Bayliner Element XL mit Mercury F 80 EFI ELPT: 23.080 Euro

Messung Bayliner Element mit Mercury F 60 EFI ELPT, Leistung 44,1 kW (60 PS) Revier: Aalsmer, Niederlande, Crew 3, Messung: GPS, Wasser 16° C, Luft; 18° C, Wind: 1 Bft, See 0-1, Benzin: 23 l (50%)

Bildschirmfoto 2015-06-30 um 3.13.45 PM


Hersteller
Bayliner Marine, 17825 59th Avenue NE Arlington, WA 98223 USA


Händler für Deutschland
Gebr. Salomon GmbH, Carl-Zeiss-Str. 24, 52477 Alsdorf


Sport Hermanns e. K., Jakobshöhe 70, 41066 Mönchengladbach


BootCenter Konstanz GmbH & Co. KG, Reichenaustraße 53, 78467 Konstanz


Race Unlimited, Blumenstraße 16, 67547 Worms

Boote Pfister GmbH, Wahlweg 6, 97525 Schwebheim / Schweinfurt


Bootscenter Kiel GmbH, Haßberg 6, 24113 Kiel


WasserSportCenter - Hopp, Dohrweg 21, 41066 Mönchengladbach


Bootscenter Keser GmbH,  Heerstr. 199, 13595 Berlin


Kainz Motorboote, Industriestraße 8, 94036 Passau

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