Bei den Verfolgungsjagden über und unter Wasser ist Agent 007 meist nur ein paar Augenblicke davon entfernt, in ein cooles Boot zu springen und damit loszurasen als ob er’s gestohlen hätte. Was er natürlich meist zu tun pflegt.  Doch nicht alle Bond-Boote sind unverschämt über-drüber. Tatsache ist, dass einige ziemlich bescheiden waren, aber so wie seine Autos besaßen alle irgend etwas Besonderes, das sie von der Masse abhob, so wie’s Bond eben gerne hat. Die folgenden fünf Boote verdienen besondere Erwähnung, entweder wegen der Dramatik der Szene, wegen der geschickt platzierten Marke oder eben weil sie „typisch Bond” waren.

Als ehemaliger Marine-Offizier übernimmt Bond auch gern mal das Steuer

Als ehemaliger Marine-Offizier übernimmt Bond auch gern mal das Steuer

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Fairey Huntress (Liebesgrüße aus Moskau, 1963)
Für viele wird Sean Connery immer der protoypische Bond-Darsteller bleiben und für manchen is die Fairey Huntress sein bestes Boot. Es spielte eine wichtige Rolle neben der weniger auffälligen Huntsman im Film „Liebesgrüße aus Moskau”, doch der Ursprung des Bootes könnte britischer nicht sein.

Bösewichte auf der Jagd nach 007. Die Huntress verdiente sich ihren Erfolg auch mit guten Fahreigenschaften

Bösewichte auf der Jagd nach 007. Die Huntress verdiente sich ihren Erfolg auch mit guten Fahreigenschaften



Gegründet von Sir Richard Fairey ein Flugzeugkosntrukteur, der nebenher auch Segelboote baute. In den hatte Fairey Marine erst in den 1960ern mit dem Bau von Motorbooten begonnen als der Sohn das Sagen hatte. Weil er ein Fan des Offshore-Racings war, wollte er auch ein Offshore-Boot schaffen und erwarb die Erlaubnis, dafür die Rumpfkonstruktionen des legendären US-Designers Ray Hunt zu verwenden. Nach einem 7-Meter-Boot konstruierte und baute Fairey seine eigenen Express-Cruiser, wie eben die 8,50 Meter langen Modelle Huntsman und Huntress, die beide im Bond-Film von 1963 Verwendung fanden.
In einer Schlüsselzsene entkommt Bond seinen Verfolgern auf einer Huntress entkam, die mit einem Interceptor V8 bestückt war, während das Boot der Bösewichte von Peter Twiss pilotiert wurde, der TEstpilot bei Fairez Aviation war und auch  damaligen Geschwindigkeitsrkord für Flugzeuge mit 1811 km/h gehalten hatte. Nach dem Film wurden die Boote selbst zu Legenden, weil sie sich bei schwierigen Offshore-Rennen wie dem Cowes-Torquay behaupten konnten  und sich auch bei der Marine bewährten. Wenn man professionelle Motorboot-Tester fragt, wünschen sich fast alle eine Fairey Huntress, was eigentlich zum Thema genug aussagt…

Glastron GT 150 (Leben und Sterben lassen, 1973)
Es war eine der berühmtesten Szenen in der 007-Historie diese ewig lange Verfolgungsjagd durch die Sümpfe Louisianas mit einem 1972 Galstron GT150. Im Highlight der Sequenz  „sprang” das Glastron mit einem 135-PS Evinrude Starflite Außenborder am Heck und dem (gedoubelten d. Red.) Roger Moore am Steuer mehr als 30 Meter durch die Luft, über den verdutzten Sheriff hinweg.

Glastron GT 150: Der Requisiten-Star von Leben und Sterben lassen

Glastron GT 150: Der Requisiten-Star von Leben und Sterben lassen



Natürlich musste das Boot modifiziert werden, z.B. mit hölzernen Führungsschienen am Rumpf, um es auf der Absprungrampe waagerecht zu halten und mit einem in Schiffsmitte verlegten Steuer, damit es in der Luft die Blance halten konnte. Trotzdem sollen laut unbestätigten Angaben insgesamt 25 Boote für diese Jagd verbraucht worden sein, wobei allein für den Sprung etwa 100 Takes notwendig waren. Viele Boote gingen bei den Proben und den eigentlichen Aufnahmen zu Bruch, aber in einem Zeitalter, in dem es keine Computer-Spezialeffekte gab, konnte sich das Ergebnis dennoch sehen lassen.
Das Glastron GT150 wurde mit diesem Auftritt ein Kult-Klassiker, der auf den Filmpostern prominent zu sehen war und später nochmals erfolgreich im Streifen „Outlaw Blues” mitwirkte.

Lotus Esprit Turbo-U-Boot (Der Spion, der mich liebte, 1977)
Keine Bootsliste von 007 wäre vollständig ohne das Lotus-Unterseeboot. Es baut auf dem Esprit Turbo auf, der 1975 vorgestellt wurde, wobei das stark italienisch angehauchte Design dem James-Bond-Produzenten schwer beeindruckte. Er wohnte dem Spektakel der Präsentation nämlich in der Nähe des Filmstudios persönlich bei, woran die Lotus-PR-Abteilung nicht ganz unschuldig gewesen sein dürfte.

Ohne das Lotus-U-Boot wäre keine Sammlung von Bond-Booten komplett

Ohne das Lotus-U-Boot wäre keine Sammlung von Bond-Booten komplett



Im Film selbst war das Auto dann mit Betonspritzen hinter dem Nummernschild ausgerüstet (zeugt von Q’s erstaunlicher Voraussicht), mit einem Nebelwerfer und mit der Fähigkeit, Minen zu legen. Aber erst im Unterwassermodus konnte das Vehikel zeigen, was wirklich in ihm steckte, indem es eine Wasser-Luft-Rakete abfeuerte, um den lästigen Helikopter der Verfolger aus dem Gefecht zu kegeln. Als es danach aus der Brandung auftauchte und auf einen Strand in den Bahamas fuhr, war der Effekt ähnlich wie beim Auftritt des legenmdären Bond-Girls Ursula Andress: ein Platz im Herzen der Bond-Fans war gesichert. Natürlich kann man das nicht alles für bare Münze nehmen, aber die Szene war so beeindruckend, dass in der Folge eine ganze Generation von echten Unterwasser-Hybrid-Autos entwickelt wurde. Einen Mann an der Südküste Englands hat es zum Bau eines Außenbord-Bootes in der Form eines Lotus Esprit motiviert, das unter dem brillianten Begriff „Flotus” bekannt wurde.

Glastron Carlson CV23HT (Moonraker, 1979)
Auch das Sondermodell des Glastron Carlson war ein herausragendes Fahrzeug für Bond.

Auch das Sondermodell des Glastron Carlson war ein herausragendes Fahrzeug für Bond.



Auch dieses Boot war mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet. In einer dramatischen Verfolgungsjagd am Amazonas war wieder Roger Morre der Mann am heißen Sitz hinter dem Steuer des köstlichen Glastron Carlson CV23HT. Dieses Hardtop-Modell wurde 1978 vorgestellt, zwei Jahre nach dem Runabout CV23. Es war eines von nur 300 je gebauten und nur eines von dreien mit der silbergrauen „Falsch-Metallic-Farbe”.

Natürlich reichte Exklusivität alleine nicht aus, und das Fahrzeug wurde von den Zauberern aus Qs Labor mit Torpedos, Minen und einem Flügeln aufgepimpt, die es Bond ermöglichten, Jaws und der Meute von verfolgenden Glastron SSVs zu entfleuchen, bevor er über die Wasserfälle von Iguazu stürzte. Dabei sahen die Flügel ein wenig schwächlich aus, aber das Boot war allerfeinste Sahne.

Selten: Das Hardtop Glastron Carlson hatte eine silbergraue Gelcoat-Schicht, die aussah als wäre es ein Metallic-Anstrich

Selten: Das Hardtop Glastron Carlson hatte eine silbergraue Gelcoat-Schicht, die aussah als wäre es ein Metallic-Anstrich



Sunseeker Sovereign 15 (Ein Quantum Trost, 2008)

Mit Schwumng: Ein Sunseeker XS2000 in Casino Royal.

Mit Schwumng: Ein Sunseeker XS2000 in Casino Royal.



Sunseeker war in den neueren 007-Filmen regelmäßig dabei was durch den kometenhaften Aufstieg er Firma erklärbar ist. Man stelle sich die Marekting-Leute vor, wie sie sich die Hände reiben und von Synergien schwärmen als eine Sunseeker Superhawk 43 die Leinwand im Film „Ein Quantum Trost” füllte. Und man kann sich erst recht ausmalen, wie aufgeregt sie wohl waren, als eine Superhawk 48 in „Stirb an einem anderen Tag” von der mit einem Bikini spärlich bekleideten Hale Berry belegt war.In „Casino Royale” gab es zwei offensichtlich sportliche Sunseekeer XS 2000 und eine Predator 108 zu sehen , aber es ist die doch vergleichsweise bescheidene Sunseeker Soverign 17, die in „Ein Quantum Trost” die Show stahl.

Bond-Klischee ungefiltert: Die altbacken wirkende, aber superb restaurierte  Sunseeker Sovereign 17

Bond-Klischee ungefiltert: Die altbacken wirkende, aber superb restaurierte Sunseeker Sovereign 17



Dieser 1970 gebaute Oldie (fast im Riva-Styling) , der 2005 zur Feier der Sunseeker-Erbes restauriert wurde, erinnert an eine Zeit, als die Firma noch kleine sportliche Motorboote herstellte. Dazu passt, dass Sunseeker-Boss Robert Braithwaite im Film als Steuermann dieses Bootes einen Kurzauftritt hat. In einer späteren Szene fährt Bond (dargestellt von Daniel Craig) im Sunseeker 17 zur toskanischen Villa seines vermeintlichen Verbündeten Mathis. Natürlich ist dies nicht die tollste Sunseeker-Yacht, die je in einem James-Bond-Film mitmachte und es gibt auch keine ausgefallenen Modifikationen zu bestaunen, aber man kann wohl guten Gewissens sagen, dass keines der anderen Modelle näher am klassischen James-Bond-Klischee gelegen hat.

Der Artikel wurde ursprünglich auf unserer englischen Seite am 13. November publiziert

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