Seit Betriebsgründung im Jahr 1958 sind die Sportboote der US-Werft Boston Whaler für ihre Stabilität und Unsinkbarkeit bekannt, weil die Rümpfe grundsätzlich aus zwei GFK-Schalen gebaut werden, deren Zwischenraum mit Polyurethan-Hartschaum ausgefüllt ist. Diese Vorzüge haben die Amerikaner stets gut zu vermarkten gewusst, siehe Video unten. Heute ist die Boston Whaler 210 Montauk das größte Modell der klassischen Linie, das Platz für bis zu neun Personen bietet und mit Liegepolstern, Wakeboard-Bügel oder Angelzubehör individuell aufgerüstet werden kann. Erfreulich: Auch mit Motor ist die Montauk leicht genug, um hinter den meisten herkömmlichen Fahrzeugen getrailert zu werden.




Gewohnt stabil: Die im klassischen Stil gehaltene Boston Whaler 210 Montauk. Foto: Dieter Wanke

Gewohnt stabil: Die im klassischen Stil gehaltene Boston Whaler 210 Montauk. Foto: Dieter Wanke


Vielseitig durch viel Zubehör
Die geteilte und aufpreispflichtige Bugkorb erlaubt den ungehinderten Einstieg von vorne über den Ankerkasten und ein Staufach für Bordzubehör. Durch Polster kann das Vorschiff wahlweise in eine Liegefläche verwandelt werden, die sich weiter ergänzen lässt, sofern nicht das Zusatzpaket für das Fischen nicht installiert ist, denn dann wird der Platz von einer großen Kühlbox eingenommen, die auch als zusätzliche Sitzgelegenheit für zwei Personen dient. Unter der Zentralkonsole gibt es einen Stauraum, in dem auf Wunsch auch ein Chemie-WC installiert werden kann.




Stauraum im Bugbereich. Foto: Dieter Wanke

Stauraum im Bugbereich. Foto: Dieter Wanke


Am Steuerstand sind Motorinstrumentierung und eine Kompass montiert, Kartenplotter oder Fishfinder können nachgerüstet werden. Die variable Rückenlehne der Doppelbank erlaubt auch das Sitzen mit Blickrichtung achteraus. Mehr Sitzgelegenheit gibt’s im Heck, wo gegen Aufpreis eine Bank, zwei Einzelsitze samt Tisch und zugehöriger Polsterung Platz finden. Zur kleinen Heckplattform samt integrierter Badeleiter gelang man durch einen Durchgang an Backbord. Zum Schutz gegen Sonne und Niederschlag können ein Bimini-Top oder ein T-Top mit Haltern für Angelruten zur Montage an der Mittelkonsole bestellt werden.




Steuerstand mit Doppelsitzbank. Foto: Dieter Wanke

Steuerstand mit Doppelsitzbank. Foto: Dieter Wanke


Stabilität und Agilität 
Als Basismotorisierung wird der Mercury F150 XL EFI vorgeschlagen, ein 3-Liter-Vierzylinder-Reihenviertakter, der mit 206 Kilogramm auch der leichteste Antrieb im Angebot ist. Aufpreispflichtige Alternativen sind die Mercury-Modelle 150 oder 200 XL Verado, doch am Testboot konnte der Standardantrieb überzeugen, sowohl in Sachen Laufruhe als auch bei Beschleunigung und Topspeed. Nach nur fünf Sekunden war bei 3000 Umdrehungen und knapp 14 Knoten die Gleitfahrt erreicht und nur 12 Sekunden später zeigte das GPS die Höchstgeschwindigkeit von 32,5 Knoten an.




Klein geraten: Heckplattform mit Schwimmleiter an Backbord.  Foto: Dieter Wanke

Klein geraten: Heckplattform mit Schwimmleiter an Backbord. Foto: Dieter Wanke


Für Familienausflüge oder Angeltouren ist das vollkommen ausreichend. Wer Höchstleistungen erwartet, häufig mit hoher Zuladung fährt oder Wakeboarden will, sollte allerdings über mehr PS nachdenken. Praktisch und nützlich für den Betrieb in seichten Gewässern ist der geringe Tiefgang von nur 32 Zentimetern zuzüglich Antrieb. Im Fahrbetrieb waren beim Test keine Mängel festzustellen, wobei der Rumpf ruhig und stabil im Wasser lag und sich die Schräglage auch bei engen Kurven in Grenzen hielt. Ebenso positiv: Keine Klappergeräusche bei Schnellfahrt und der eingebaute Treibstofftank, der mit einem Fassungsvermögen von 250 Litern gute Reichweiten ermöglicht.




Platz für den Klönschnack gibt's im Heckbereich. Foto: Dieter Wanke

Platz zum Faulenzen gibt's im Heckbereich. Foto: Dieter Wanke


Wertig, nicht billig
Wer das Whaler-Konzept und die Unsinkbarkeit schätzt, liegt mit der 210 Montauk richtig, die sich durch reichhaltiges Zubehör auch gut an individuelle Bedürfnisse anpassen lässt. Doch hochwertige Produkte haben ihren Preis: Das Boot alleine gibt es für 56.653 Euro (Grundpreis), mit dem Testmotor sind 68.086 Euro fällig. Alles in allem ist Boston Whaler auch mehr als 50 Jahre nach dem ersten Auftritt den ursprünglichen Stärken treu geblieben. Und diese lassen sich heute noch spaßig ins Bild setzten, wie dieses Video aus dem Jahr 2007 zeigt.





 

 

Technische Daten: Boston Whaler 210 Montauk
Länge: 6,50 m
Breite: 2,59 m
Tiefgang: 0,32 m (ohne Motor)
Leergewicht: 1.134 kg (ohne Motor)
Baumaterial: GFK
Vorgesehene CE-Kategorie: C
Zulässige Personenzahl: 9
Brennstofftank: 250 l
Motorisierung: Außenborder mit Langschaft, Leistung bis 149 kW (200 PS)
Grundpreis: 56.653 Euro ohne Motor
Preis mit Testmotorisierung Mercury F150 XL EFI: 68.086 Euro

Schalldruckmessungen mit Mercury F150 XL EFI, Leistung 110 kW (150 PS)

Bildschirmfoto 2015-03-12 um 9.31.50 AM

Revier: Mittelmeer, Ile de Porquerolles, Frankreich, Besatzung: 3 Personen, Wasser 18 °C, Luft 18 °C, Wind 1 Bft., See: 0-1, Tanks: Benzin: 189 l, (75%)


Werft
Boston Whaler
100 Whaler Way
Edgewater, Florida 32141
USA


Händler für Deutschland
Wassersportzentrum Grühn

Winninger Straße 45
56072 Koblenz-Metternich

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