Chris-Craft ist eine Legende im amerikanischen Bootsbau, die zurück reicht bis ins Jahr 1881. Damals begannen die Brüder Christopher (Chris) und Hank Smith in Algonac im US-Bundesstaat Michigan mit dem kommerziellen Werftbetrieb, der später Runabouts fertigte, die für elegante Linien, Komfort und starke Fahrleistungen bekannt und begehrt waren. Die Boote siegten bei zahlreichen Rennen und wurden schon Chris-Crafts genannt, noch ehe die Firma diesen Namen annahm. Das Unternehmen war damals der weltgrößte Hersteller von Mahagoni-Sportbooten und überlebte die schwierigen Zeiten der Großen Depression und des Zweiten Weltkriegs. Ab den 1950er Jahren ging es wieder bergauf, auch dank prominenter Kunden, wie Dean Martin, Katharine Hepburn, Frank Sinatra oder Elvis Presley. Nach mehreren Eigentümerwechseln und der Pleite der OMC-Gruppe, zu der die Marke zwischenzeitlich gehörte, übernahm die Investitionsfirma Stellican das Unternehmen. Die Rückbesinnung auf die eigenen Stärken, wie traditionelles Styling und sportliche Fahrleistungen, führte zur erfolgreichen Wiederbelebung von Chris-Craft, weshalb neuere Modelle wie die Launch 22 sich regen Zuspruchs erfreuen.

Klasse und Rasse : Die Chris-Craft Launch 22 bleibt den Stärken dieser Marke treu. Foto: Dieter Wanke

Klasse und Rasse: Die Chris-Craft Launch 22 bleibt den Stärken dieser Marke treu. Foto: Dieter Wanke



Teak als Blickfang
Am Testboot fällt sofort der feine und sehr passende Teakbelag auf Trittflächen und der Badeplattform ins Auge, der allerdings zum Heritage-Trimm-Ausstattungspaket gehört. Bei einem Bowrider mit offenem Bug liegt der Schwerpunkt eindeutig bei viel Fahrspaß mit großer Besatzung. Bis zu sieben Personen dürfen befördert werden, wobei auf der u-förmigen Sitzfläche im Vorschiff notfalls fünf Personen samt optionalem Tisch Platz finden. Der Weg ins Cockpit wird von einer klappbaren Windschutzscheibe freigegeben, hinter der sich der Steuerstand mit sportlich-eleganten Rundinstrumenten befindet und die gut gepolsterten, stabilen Sitze für Fahrer und Beifahrer. Diese sind drehbar und bilden gemeinsam mit den integrierten Sitzen im Heck eine Sitzgruppe für bis zu vier Personen, die ebenfalls durch einen Tisch ergänzt werden kann. Zur Sonnenliege auf der Abdeckung des Motorraums gelangt man über eine mit Teakholz belegte Trittfläche zwischen den Rücksitzen. Die großzügig bemessene Badeplattform, die das Anziehen der Ausrüstung für Brettsportler erleichtert und ein versenkbarer Wasserskimast zählen zur Serienausstattung.

Tisch für vier: Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich das Cockpit in eine Lounge. Foto: Dieter Wanke

Tisch für vier: Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich das Cockpit in eine Lounge. Der Teakbelag ist elegant, aber aufpreispflichtig. Foto: Dieter Wanke



Weniger Gewicht für weniger Verbrauch
Bei den Antrieben stehen Benzinmotoren von Volvo Penta oder MerCruiser, bzw. ein Volvo D3-220 Diesel zur Wahl. Im Testboot sorgte noch der bullige Volvo Penta 8.1 GI DPS mit 280 kW (375 PS) für flottes Vorwärtskommen. Mangels Verfügbarkeit der klassischen V8-Graugussblöcke von GM, wurde dieses Triebwerk inzwischen durch den neuen 6,0-Liter Volvo Penta vom Typ V8-380 ersetzt. Damit lassen sich dank erheblicher Gewichtsersparnis und modernem Leichtmetall-Zylinderkopf mit variabler Ventilsteuerung ähnliche Fahrleistungen bei geringerem Treibstoffverbrauch erzielen. MerCruiser-Motoren werden mit Bravo-Three-Antrieben kombiniert, die Volvo-Penta-Aggregate hingegen werden mit Aquamatic und Duoprop ausgeliefert.

Kraftwerk: Das Testboot war noch mit dem Vorläufer des aktuellen Volvo-Penta bestückt. Foto: Dieter Wanke

Kraftwerk: Das Testboot war noch mit dem Volvo Penta 8.1 GI DPS bestückt. Foto: Dieter Wanke



Volvo Penta 8.1 GI DPS

Beim Test war der Fahrspaß mit der rund sieben Meter langen Lauch 22 vorprogrammiert. Nach knapp sechs Sekunden erfolgt bei 2000 Umdrehungen mit 18 Knoten der Übergang zur Gleitfahrt. Nach 20 Sekunden ist die Spitzengeschwindigkeit von 50 Knoten bei 4600 Umdrehungen erreicht. In allen Fahrzuständen hinterlässt das Boot einen überaus agilen und sportlichen Eindruck. Richtungsänderungen gehen dank Hydraulik-Lenkung kinderleicht vonstatten und das Boot läuft dabei stabil in der vorgegebenen Richtung, was bei einem Rumpf mit 20 Grad Aufkimmung nicht sonderlich überrascht. Insgesamt überzeugt das Testboot durch Spurtstärke und einwandfreies Handling.

Gut in der Spur: Auch bei Kurvenfahrt ist die Chris-Craft Launch  22 gut beherrschbar. Foto: Dieter Wanke

Gut in der Spur: Auch bei Kurvenfahrt ist die Chris-Craft Launch 22 gut beherrschbar. Foto: Dieter Wanke



Qualität hat ihren Preis
Liebhabern klassischer Linien dürfte die Chris-Craft Launch 22 ohne Zweifel gefallen. Durch die sehr saubere Verarbeitung der hochwertigen Materialien vermittelt das Boot einen rundum soliden und edlen Gesamteindruck, den es allerdings nicht zum Schnäppchenpreis gibt. Für die Grundversion mit dem Mercury 350 MAG mit 221 kW (300PS) will der Händler 72.495 Euro. Wer die Vollausstattung möchte, muss die Heritage-Edition bestellen. Dann kostet der schnittige Bowrider mit der neuen Volvo-Penta Spitzenmotorisierung allerdings stolze 99.788 Euro

Sportlich: Rundinstrumente am Steuerstand. Foto: Dieter Wanke

Sportlich: Rundinstrumente am Steuerstand. Foto: Dieter Wanke



 

Technische Daten Chris-Craft Launch 22:
Länge ü.A.: 7,14 m
Breite:2,52 m
Tiefgang:0,90 m
Gewicht:1823 kg
CE-Kategorie: C
Max. Personenzahl: 7
Treibstofftank: 220 l
Wassertank: 34 l
Baumeterial:GFK
Motorisierung: 5-Zylinder-Reihen oder V8-Innenborder von MerCruiser oder Volvo Penta
(Benzin oder Diesel) mit Z-Antrieb. Leistung 162 bis 283 kW (220 bis 380 PS)
Grundpreis: 72.495 Euro mit Basismotorisierung Mercury 350 MAG, Leistung 221 kW (300 PS)

Vertrieb in Deutschland:
Nautic Yachting GmbH, An der Wiek 7–15, 23730 Neustadt in Holstein, Tel.: 0 45 61 - 52 67 80,
Exclusive Sportboats, Königsalle 61, 40215 Düsseldorf, Tel.: 02 11 -  42 47 14 64,
Boote Weidenauer, Hafenstraße 1, 68623 Lampertheim Tel. 0 62 06 - 5 70 94,

 

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