In Finnland gibt es nicht nur lange Sommertage, sondern auch viele Wasserflächen. Boote stehen deshalb hoch im Kurs und entsprechend großen Stellenwert genießt der Bootsbau. Ein Beispiel dafür ist die Werft Oy Finn-Marin Ltd., die vor zwei Dutzend Jahren die Produktion aufnahm und mittlerweile ihre Marken Finnmaster und Grandezza sowohl im Hauptsitz in Kokkola, als auch im Zweitwerk in Kalajoki herstellt. Die Palette der für Außenborder konzipierten Finnmaster umfasst 12 Modelle und reicht von offenen Sportbooten ab 4,85 Meter Länge bis zu 8,40 Meter langen Kabinenkreuzern. Dabei ist die hier vorgestellte Finnmaster 61 CA eigentlich ein Bowrider mit Kajüte, denn im Bug gibt es eine offene Sitzgruppe, die besonders bei Schönwetter Spaß macht. Doch durch den soliden Wetterschutz ist selbst ein Regentag auf dem Wasser kein Malheur.

Überzeugt auf vielen Ebenen: Finnmaster 61 CA Foto: Dieter Wanke

Überzeugt auf vielen Ebenen: Finnmaster 61 CA Foto: Dieter Wanke

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Pfiffig, praktisch, vielseitig
Der Einstieg erfolgt über den Bug, wobei der offene Bugkorb und eine stabile Reling Halt bieten und der Ankerkasten als Trittstufe dient. An Backbord gibt es eine Sitzbank, wahlweise auch mit passenden Polstern. Ein Staufach, das auch als Sitzgelegenheit dient, ergänzt das Platzangebot im Vorschiff. Durch eine Tür gelangt man in die Kabine und die hintere Schiebetür gibt den Weg zum Achterschiff frei. Trotz der kurzen Rumpflänge von nur sechs Metern ist der Salon geräumig und bei Sonnenschein lässt das große Schiebedach viel Licht in den Innenraum. Die Grundinstrumentierung am Steuerstand ist gut ablesbar, Platz für einen Kartenplotter ist vorhanden und Scheibenwischer sind bereits serienmäßig montiert.

 

Küche unterm Sitz: Spüle und Kochplatte werden durch Umklappen des Beifahrersitzes zugänglich. Foto: Dieter Wanke

Küche unterm Sitz: Spüle und Kochplatte werden durch Umklappen des Beifahrersitzes zugänglich. Foto: Dieter Wanke



Ebenfalls praktisch ist der kleine Kartentisch vor dem Beifahrersitz und eine Edelstahlspüle, die von einem 10-Liter-Druckwassersystem versorgt wird und durch das Umklappen des Gestühls zugänglich wird. Die Unterseite der Sitzfläche mutiert dabei zur Arbeitsplatte. Ein Petroleum-Kocher, der auch als Heizung dient, lässt sich auf Wunsch ebenso installieren, wie ein Chemie-WC. So wird der kleine Flitzer zum schwimmenden Heim für mehrtägige Fahrten. Zur Übernachtung gibt es drei Schlafgelegenheiten, wobei die Hundekoje im Bug mit 180 cm einem durchschnittlich großen Erwachsenen Platz bietet. Nach dem Umbau der beiden hinteren Sitzbänke, die normalerweise als Sitzgruppe für vier Personen dienen, entsteht eine 190 cm lange Doppelliege. Für Freiluftabende gibt’s im Achterschiff noch zwei zusätzliche Sitze, mit Tisch als Ergänzung. Und für den Ausflug ins kühle Nass steht ein Ausstieg am Heck samt Badeleiter bereit.

Einfach: Mit wenigen Handgriffen wird der Salon zum Schlafraum. Foto: Dieter Wanke

Einfach: Mit wenigen Handgriffen wird der Salon zum Schlafraum. Foto: Dieter Wanke



Überzeugt auch unterwegs
Für den Antrieb empfiehlt das Werk Außenborder zwischen 58,8 kW (80 PS) und 110,3 kW (150 PS), wobei das Testboot mit einem 115-PS-Yamaha F115A ausgestattet war. Mit zwei Besatzungsmitgliedern wurde damit nach 6,5 Sekunden bei 13 Knoten die Gleitfahrt erreicht und eine Höchstgeschwindigkeit von 34 Knoten. Bei einer Reisegeschwindigkeit von 22 Knoten war ein Verbrauch von 18 Litern pro Betriebsstunde abzulesen. Die Füllung des serienmäßigen 129-Liter-Einbautanks reicht so für sieben Stunden und 150 Seemeilen. Beim Test waren die Fahreigenschaften der Finnmaster ähnlich überzeugend wie das Layout. Der Rumpf mit einer Aufkimmung von 18 Grad läuft auch bei Welle tadellos, nur bei Vollgas und Querwellen musste etwas nachgetrimmt werden. Durch das hohe Freibord sitzt die Crew auch bei Seegang recht geschützt im offenen Bug. Außerdem ist ein Rückzug in die Kabine möglich, die perfekten Schutz und hohe Sicherheit bei hervorragender Rundumsicht bietet.

 

Spurtreu und auch ohne Höchstmotorisierung agil: Finnmaster 61 CA. Foto: Dieter Wanke

Spurtreu und auch ohne Höchstmotorisierung agil: Finnmaster 61 CA. Foto: Dieter Wanke



Clever und durchdacht
Dass die clever konzipierte Finnin in Großbritannien vor einigen Jahren zum "Motorboat of the Year" gewählt wurde, verwundert nicht, denn die Entwickler haben sich bei der Konstruktion offensichtlich über jedes Detail Gedanken gemacht. Wer ein trailerbares und universell einsetzbares Touren- oder Angelboot sucht, das über gute Fahreigenschaften und Übernachtungsmöglichkeiten verfügt, liegt mit der Finnmaster 61 CA sicher nicht verkehrt. Das Boot hat einen Listenpreis von 33.500 Euro und der Testmotor schlägt sich mit weiteren 14.000 Euro zu Buche.

 

Kajüte mit Aussicht: Durch eine Tür in der Windschutzscheibe geht's ins offene Vorschiff, wo es zusätzliche Sitzplätze gibt. Foto: Dieter Wanke

Kajüte mit Aussicht: Durch eine Tür in der Windschutzscheibe geht's ins offene Vorschiff, wo es zusätzliche Sitzplätze gibt. Foto: Dieter Wanke



Technische Daten Finnmaster 61 CA
Länge: 6,01 m
Breite: 2,30 m
Tiefgang : 0,80 m
Leergewicht: 890 kg (ohne Motor)
Baumaterial: GFK
CE-Kategorie: C
Zulässige Personenzahl:  6
Kojenplätze: 3
Kraftstofftank: 129 l
Wassertank: 10 l
Motorisierung: Außenborder mit bis zu 110,3 kW (150 PS)
Grundpreis ohne Motor: 33.490 Euro
Preis der Testmotorisierung Yamaha F115AETL EFI: 14.070 Euro

Hersteller
Oy Finn-Marin Ltd
Lahdenperäntie 10
FIN-67100 Kokkola, Finland
Tel. +358 20 1983 838

Importeur
Wassersport H. Bonnke GmbH
Tükeslih 11
24887 Silberstedt
Tel.: 04626 – 18 48 99 0

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