Die Überarbeitung des bisherigen Erfolgsmodells durch das Konstrukteursbüro von Botin&Carkeek schuf einen sehr zeitgemäßen und markanten Entwurf, der sich der Grundqualitäten dieser Marke besinnt, die da lauten Segelleistungen gepaart mit Komfort und Verlässlichkeit. Neu gegenüber dem Vorgängermodell ist zum Beispiel eine einlaminierten Laststruktur aus Kohlefaser, die anstelle des alten Stahlgerüsts nun die Kielkräfte aufnimmt. Das Deck ist flacher und wirkt viel aufgeräumter mit den verdeckt laufenden Kontrollleinen und dem offenen Heck mit seiner abklappbaren Badeplattform.

Grand Soleil 50

Aufgeräumt: Das Deck der neuen GS 50 wirkt durch die versteckten Leinen deutlich größer als noch bei den Vorgängern.

Anzeige



Frisches Layout für Salon und Küche
Doch am meisten geändert hat sich unter Deck wie zum Beispiel die Bordküche, die nun an Steuerbord, ganz vorne beim Hauptschott installiert ist. Die ist großzügig bemessen und mit vierflammigem Kocher, zwei PrivatsphäreNiro-Waschbecken und einem von oben zugänglichen Kühlschrank bestens ausgestattet. Es gibt genug Stauraum und erfreulich hohe Schlingerleisten. Auch hat die Werft sich sichtlich bemüht die Qualität des Mobiliars gegenüber früheren Modellen zu verbessern. Dabei ist das auffälligste Merkmal die geradezu luxuriös-große Navigationsecke an Steuerbord vor dem achteren Waschraum am Fuße der Niedergangstreppe. Diese ist ausreichend groß, um auch als schwimmendes Büro zu dienen.

gs50_rupert

Anders: Tester Rupert Holmes in der Galley, die auf der GS 50 weiter vorne im Salon installiert ist und am Hauptschott endet.



An Backbord gibt’s zusätzliche Stauräume und eine Fläche, die zum Anrichten von Mahlzeiten oder als Hausbar genutzt werden könnte, sollte es in der Kombüse mal zu knapp werden. Den restlichen Platz des Salons nehmen an Backbord eine große L-förmige Sitzecke und ein großer faltbarer Speisetisch ein. Die geräumige Eignerkabine bietet gute Bewegungsfreiheit und nimmt den gesamten Bugbereich vor dem Hauptschott in Anspruch. Die Werft bietet hier verschiedene Konfigurationen an, entweder mit zwei Einzelbetten oder einer großen Inselkoje für zwei, dazu ein Bad mit erstklassigen ausgestatteten Bereichen für Dusche und WC.

gs50_eignerkajüte

Geteilt: Die Eignerkajüte vorne gibt es in verschiedenen Variationen, aber immer mit großzügigem Bad.



Die beiden spiegelgleichen Achterkajüten sind ausreichend groß dimensioniert und nicht nur durch ein dünnes Schott voneinander getrennt, womit für mehr Privatsphäre und bessere Geräuschisolation gesorgt ist. Beide Kammern teilen sich das kleinere, achtern installierte aber dennoch gut ausgestattete Bad/WC mit separater Dusche.

Schnell muss nicht mühsam sein
Grand Soleil war schon immer dafür bekannt, Schiffe zu bauen, die leicht und schnell zu bewegen sind, so auch die neue GS 50, auf der Großschot, Traveler und Primärwinschen alle in Reichweite der beiden Steuerstände liegen. Die großzügigen Decksflächen vorne werden von der absenkbaren Badeplattform ergänzt. Das ist besonders praktisch für Warmwasserreviere, weil es nicht nur zum Schwimmen einlädt, sondern auch das Anbordsteigen aus dem Beiboot erleichtert. Vorne im Bug gibt es eine große Segellast, die bei Bedarf auch als Mannschaftslogis eingerichtet werden kann.

gs50_kreuz

Außen: Die Püttinge greifen außen am Rumpf an, wo die Fußleiste zusätzliche Steifigkeit bringt.



Wie bei vorhergehenden Modellen ist auch auf der neuen GS 50 die Fußleiste, bzw. die Rumpf-Deck-Verbindung in die Form eingearbeitet, während alle Schotten am Rumpf anlaminiert werden, um die Struktur zu stärken und die Steifigkeit zu erhöhen. Zum Unterwasserschiff: An der eisernen Kielflosse hängt eine Bleibombe, doch Cantiere del Pardo bietet drei verschiedene Versionen für den T-Kiel an: Mit 2,60 m als Standardtiefgang, mit 2.90 m für Regattafetischisten und mit 2,20 m für Flachwasserreviere. Ebenfalls erwähnenswert ist das Regattarigg mit seiner um etwa sechs Prozent größeren Segelfläche.

gs50_cockpit-achtern

Britisch: Wer in höheren Breiten unterwegs ist, wird wohl eine Spritzkappe installieren. Die schützt vor Wasser, Wind und Wetter, unterbricht aber die eleganten Decksfluchten.



Erfreulich ist der hohe Standard bei der technischen Ausstattung wie z.B. die vier AGM-Batterien, ein 60-Ampere Ladegerät und die Verkabelung für die 230 Volt Stromversorgung. Das Interieur ist serienmäßig in Eiche gehalten, wobei Teak als Alternative im Angebot steht. Anderes nützliches Zubehör wäre zum Beispiel die Heizung oder auch eine Gefriertruhe für die Galley. Wer es aber primär auf den Fahrbetrieb anlegt, dem stehen verschiedene Varianten offen, die Segelgarderobe bzw. das Instrumentenpaket aufzurüsten.

Weniger Betten, mehr Platz
Es ist eine gelungene Konstruktion von Botin&Carkeek, die damit eine elegante und leicht zu handhabende Fahrtenyacht abliefern, die noch dazu ein frisches Layout für den Salon bietet, das auch eine breitere Käuferschicht ansprechen könnte. Man hat gar nicht erst versucht, krampfhaft so viele Kajüten wie nur irgend möglich zu installieren, was zur Folge hat, dass sich alle Bereiche, sowohl an als auch unter Deck unbeengt anfühlen. Es ist zu erwarten, dass die meisten Eigner ihre neue Grand Soleil 50 als Fahrtenschiff nutzen werden, doch dieses Modell dürfte den einen oder anderen auch zum Regattasegeln verleiten. Und die Ergebnisse der Vergangenheit lassen vermuten, dass man damit sowohl bei Inshore- als auch Offshorewettfahrten gut beschlagen sein wird.

gs50_layout

Sparsam: Weniger Kojen sorgen für mehr Luxus und Bewegungsfreiheit.



Andererseits wird das doch ungewohnte Salonlayout auch polarisieren, vor allem auch, weil die Position weiter vorne bei Seegang auch für mehr Bewegung im Leben des Smutts sorgen wird als eine konventionell installierte Kombüse weiter achtern. Diese Anordnung bedeutete auch, dass es an Steuerbord im Salon der GS 50 keine echte Seekoje gibt.
Gegenwärtig baut Grand Soleil Performance Cruiser zwischen 39 und 54 Fuß Länge. Dabei stammen alle Schiffe seit 2011 von Botin&Carkeek, ausgenommen die Grand Soleil 54, die 2007 von Luca Brenta entworfen wurde. Schon bald wird es dann richtig groß, denn im Januar 2016 soll sich ein 58-Fuß-Modell dazugesellen, das in Zusammenarbeit von Nauta und Felci Yachts entworfen wurde. Seit Anfang 2015 gibt es mit der Grand Soleil 46 LC ein Schiff, das explizit für Meilenfresser entwickelt wurde. Denn LC steht für Long Cruise.

gs50_mast

Geschwungen: Die Saling am Kohlefasermast ist außen leicht nach vorn gebogen.



Spezifikationen Grand Soleil 50
LüA: 15.65 m
Rumpflänge: 15.15 m
LWL: 13.42 m
Breite: 4.58 m
Tiefg .: 2.90/2.20/2.60 m
Verdr.: 13,5 t
Ballast: 4,6 t
Segelfl. (std./Regatta): 139 qm
Treibst.: 310 l
Wasser: 520 l
Moto: Yanmar 75 hp Saildrive
Konstrukteur: Botin&Carkeek
CE-Kategorie: A
Preis: ca.750,000 Euro

Zur Werftseite


Händler für Deutschland


Kröslin Yachting GmbH
Hafenstraße 9
D-17440 Kröslin

Coast to Coast Yachthandel
Wörnbrummer Str. 9
82031 Grünwald
Germany

Anzeige