Outremer Yachting, die französische Multihullwerft, hat vor einiger Zeit ihr 49-Fuß-Erfolgsmodell einer Streckung unterzogen und so unter Einbeziehung von Kundenwünschen die 51er geschaffen. Äußerlich neu und auffällig sind dabei die kantigeren Linien am Heck und Kajütdach. Konzipiert für erfahrene Segler, die sich von der Größe nicht beeindrucken lassen, kann die Outremer 51 trotz der großen Decksfläche auch zu zweit gesegelt werden, selbst wenn die Crew nicht mehr die jüngste sein sollte. Diesem Anspruch wurde der Entwurf, die Segeleigenschaften, die Beschlagsausrüstung und die verschiedenen Redundanzen angepasst.

Leichtfüßig: Bis 20 knoten soll die Outremer raumschots mit dem Gennaker erreichen.

Leichtfüßig: Bis zu 20 Knoten soll die Outremer raumschots mit dem Gennaker erreichen.

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Nachdem vom Vorgängermodell 20 Einheiten ausgeliefert worden waren, fand es die Werft an der Zeit, mit Verbesserungen und Modifikationen nachzulegen. Die zusätzlichen 60 Zentimeter an Rumpflänge sind der neuen Form der Hecks zuzuschreiben, die nun einer Zuckerschaufel gleichen und so gestaltet sind, dass sie vom Dock oder Beiboot leichter zu betreten sind. Drei Stufen weiter oben, auf Decksebene, begegnet man den für Outremer typischen  Pinnenauslegern aus Kohlfaser und den weißen Schalensitzen für den Rudergänger, die ein bisschen Raumschiffatmosphäre aus den 1960ern verbreiten. Die Eigner schwören auf diese kommoden Sitzmöbel, die es ihnen gestatten, stundenlang Wache zu schieben und dabei den Wellen zuzusehen, wie sie unter der Brücken hindurch rauschen, während sie sich einfach zurücklehnen können.

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Doppelt gemoppelt: Schalensitze für die Steuerung per Pinne und ein traditioneller Führerstand mit Rad an Steuerbord.



Doch die Pinnen sind nicht das einzige Steuersystem, denn die Outremer 51 verfügt auch über einen traditionell gehaltenen Führerstand an der Rückseite des Kajütaufbaus an Steuerbord. Von da aus ist die Sicht nach vorne gut, zum Beispiel für das Manövrieren in engen Häfen. Dabei ist die Pinnensteuerung weit mehr als eine Spielerei, denn sie ist ein vorzügliches Backup, das sich auch als Notsteuerung eignen würde, sollte es mit dem Rad Probleme geben. Es ist auf jeden Fall eine nützliche Funktion auf einem Schiff, mit dem man gut und gern lange Strecken segelt und vielleicht auch größere Distanzen von Hand steuern müsste, bevor man einen Hafen mit Reparaturmöglichkeit erreicht.

Großes Augenmerk wurde bei dieser Konstruktion von Barreau-Neuman auf Gewichtsersparnis und Geschwindigkeit gelegt. Die Sandwich-Bauweise und das mit 78.000 Euro stark aufpreispflichtige Kohlefaserrigg sorgen dafür, dass die unbeladene Verdrängung der Outremer 51 nur knapp 10 Tonnen beträgt. Die maximale Besegelung, die mit mehr als 240 Quadratmetern üppig ausfällt und aus dem Groß, einer Solent-Fock und einem Gennaker oder Spinnaker besteht, ist dennoch gut zu handhaben - auch von einer kleinen Crew, for die es auch sonst  ein iges zu tun gibt, zum Beispiel mit den beiden schräg angestellten Steckschwertern, die über Winschen im Cockpit bedient werden. Sie verleihen der Outremer 51 bessere Am-Wind-Eigenschaften, als man dies von Kats mit festen Totholzkielen gewohnt ist. Geschwindigkeiten von mehr als 20 Knoten sollen mit dem Schiff schon erreicht worden sein und im Werbematerial finden sich auch Bilder vom Segelbetrieb mit einen Wakeboarder im Kielwasser. Nicht schlecht, doch es stellt sich die Frage, wie das mit dem Start funktioniert haben könnte…

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Schwertkämpfer: Als einer der wenigen Fahrtenkats mit echten Schwertern, macht die Outremer auf der Kreuz gute Figur.



Die Outremer 51 hat ein schnittigeres Profil, das von der 5X herrührt, dem nächst größeren Modell in der Serie. Das Kajütdach hat ein wenig Überhang bekommen, die Kanten sind etwas härter und die ehemals schrägen Fenster sind nun vertikal, was die Wärmeentwicklung durch Sonnenbestrahlung im Innenraum merklich reduziert. In Summe ist die Optik damit etwas aggressiver geworden, aber auch moderner.

Das Cockpit wird von einer großen U-förmigen Sitzbank dominiert, die sich um einen Tisch biegt, der für größere Gesellschaften ausgeklappt werden kann. Mit ein paar Faltsesseln könnten hier gut und gerne 10 Personen zum Abendessen Platz nehmen. Oben am fixen Bimini, der fast das gesamte Cockpit abdeckt, gibt’s genügend Platz für die Installation von Solarpaneelen. Wem das nicht reicht, kann noch zusätzliche Solarzellen oben an den Davits montieren.

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Küche mit Blick: Der Salon der Outremer 51 ist geräumig und traditionell angeordnet, mit Kombüse achtern und Navi an Steuerbord, neben dem Sofa.



Der Zugang zum großen Decksalon mit einer weiteren, nach achtern ausgerichteten Sitzgruppe samt Salontisch und zwei zusätzlichen Hockern erfolgt durch eine gläserne Schiebetür. An Steuerbord befindet sich eine große und nach vorne ausgerichtete Navi, in der es sich nicht nur trefflich navigieren lässt, sondern von der aus das Boot mittels Autopilot ganz bequem und voll klimatisiert gesteuert werden kann. Achtern davon befindet sich die kompakte Kombüse, die sowohl Gäste im Cockpit als auch im Salon versorgt, sodass der Küchenchef stets mitten drin ist im Geschehen. Gekühltes kommt aus zwei Laden über den Stufen, die hinunter in die Eignersuite führen.

Genug Tuch: Mit mehr als xx Quadratmetern Segelfläche verfügt dieser Kat über ausreichend Segel-PS

Genug Tuch: Mit einer maximalen Segelfläche von bis zu 242 Quadratmetern verfügt dieser Kat über ausreichend Vortrieb. Schön zu sehen sind die angestellten Schwerter.



Diese erstreckt sich über die gesamte Länge des Backbordrumpfes und ist mehr als großzügig ausgelegt mit großer Doppelkoje im Schlafgemach achtern und einem riesigen Bad, das fast den ganzen Bugbereich einnimmt. Dabei kommt auch Stauraum nicht zu kurz, der wohndurchdacht und praktisch angeordnet ist. Etwas anders sieht es an Steuerbord aus, wo zwei Doppelkajüten untergebracht sind, die sich ein Bad teilen, das über eine von WC und Waschbecken getrennte Dusche verfügt. Im Vorschiff steht dem Kunden eine Doppelkoje zur Wahl oder aber auch ein Stockbett, abhängig von den Bedürfnissen der Familie. Andere Layoutvarianten enthalten eine Stockbett-Option für den Eignersuite oder aber die Charterkonfiguration mit vier Doppelkabinen.

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Schlafgemach: Doppelkoje an Steuerbord achtern, aus Raumersparnis quer andgeordnet.



Ein Eignerehepaar, das von einer Kielyacht auf die Outremer 51 umgestiegen war, zeigte sich jedenfalls zufrieden mit der Wahl. Sie haben keinerlei Bedenken wegen der Größe, genießen die guten Etmale und die Privatsphäre an Bord, die sich zum Beispiel bei der Mitnahme von Enkelkindern als sehr praktisch erweist. Dies sind auch zwei gute Gründe, ein Loblied auf Performance-Fahrtenkats wie die Outremer 51 zu singen..

In der Zwischenzeit kümmerten sich die Franzosen auch um die Produktpflege an beiden Enden des Produktionsspektrums und haben mit der 4X eine Performance-Version der kleinen Outremer 45 vorgestellt. Als nächstes kommt ein neues Flaggschiff, die Outremer 7X, deren Pläne erstmals auf der Multihull-Messe im April in La Grande Motte gezeigt wurden.

Spezifikationen Outremer 51
Lüa: 15,27 m
Breite: 7,45 m
Tiefg: 0,90 / 2,35 m
Verdr.: 9,9 T
Durchfahrtshöhe: 23,08 m
Großsegel: 92.50 m2
Solent: 40 m2
Gennaker: 110 m2
Spinnaker: 150 m2
CE-Kategorie A: 6/8 Personen
Motorisierung: 2 x 39 PS
Design: Barreau-Neuman
Styling: Franck Darnet Design
Preis inkl. MwSt.: Ab 650,200 Euro

Werft
Outremer Yachting
726 Avenue Robert Fages
34280 La Grande-Motte
FRANCE
Tel : +33.467 560 263

Importeur Deutschland
Cat Sale GmbH &Co. KG
Grohner Bergstr. 3
D-28759 Bremen
Tel: +49 421 620 83 32

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