Rendering des neuen Gennaker-Jolle von Seascape. Nicht zu sehen: der zweite Schwertkasten.

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Schick sieht sie aus, die Neue! Ein flacher Rumpf mit flachem Freibord, stark akzentuierten Kimmkanten, leicht negativem Steven und einer Decksform, die der Spitze eines Pfeils nachempfunden ist – mit diesen optischen und konstruktiven Merkmalen erweitert Seascape von Januar an seine Modellreihe nach unten.Dass eine Jolle in Arbeit ist, drang schon im Sommer nach außen. Anfang September berichteten wir erstmals über das Projekt; zu der Zeit mochte Werftchef Andraz Mihelin die Pläne noch nicht kommentieren. Nun aber ist es offiziell. Die Seascape 14, deren Bau-Nummer 1 derzeit in die Endmontage geht, wird ihre Weltpremiere in Düsseldorf feiern, wie schon die Seascape 24 vor drei Jahren.

Wie bei alle vorherigen Modellen der Marke hat Haus-Konstrukteur Sam Manuard, einer der erfolgreichsten Designer von Mini-6.50- und Class-40-Rennern, die Linien gezeichnet. Sie sind äußerst modern, ähneln in vielem einem Skiff, bieten aber mehr Stabilität in der Längs- und Querachse als ein kippeliges Hochgeschwindigkeits-Dingi.

Rumpf und Deck der Baunummer 1, noch vor dem Verkleben. Sie entstehen im Vakuum-Infusionsverfahren und werden mit Vinylester laminiert



Am äußerst gelungenen Erscheinungsbild und der Ergonomie haben auch die Stylisten von Gigodesign mitgearbeitet – sie waren zuvor bereits an der Entwicklung der Seascape 27 und 24 beteiligt. Eine der Besonderheiten, die spätestens auf den zweiten Blick auffallen, sind die beiden kurz hintereinander liegenden Rumpfdurchbrüche für das Steckschwert. Sie sind ein Indiz für die unterschiedlichen Riggkonfigurationen, mit denen die Seascape 14 sowohl Einhandsegler als auch Zweiercrews anspricht, Einsteiger und erfahrene Jollensegler.

In der Standardkonfiguration (Schwert achtern) verfügt das Boot nur über ein Großsegel, das je nach Ausführung auch einfach gerefft werden kann – etwa bei Starkwind oder wenn Kinder und Jugendliche bei Mittelwind üben wollen. Mit 8,5 Quadratmeter Segelfläche entspricht die Seascape 14 annähernd der Melges 14 (9,1 qm) oder der RS Aero (9 qm), sie verfügt aber über deutlich mehr Formstabilität aus ihrem 1,70 Meter breiten Rumpf (Melges: 1,58 m, Aero 1,40 m).

Daneben kann sie gegen Aufpreis aber auch mit Fock, ausfahrbarem Kohlefaser-Bugspriet und Gennaker geriggt werden (Schwertposition vorn), was sie für leichtwindige Binnenreviere und bei frischer Brise für echte Könner interessant macht. Dann trägt sie raumschots 21,5 Quadratmeter Segelfläche – nur 2,5 Quadratmeter weniger als ein 29er, der mit Doppeltrapez gefahren wird, und 3 Quadratmeter mehr als etwa die RS 200.

Wer sich über die beiden Rumpfdurchbrüche für die Steckschwerter gewundert hat – hier die Erklärung: achtern fürs Solo-Rigg, vorn fürs Performance-Setup



Leistung und Geschwindigkeit sind aber nur ein Teil der Seascape-DNA. Genauso prägend für die Marke ist die Unkompliziertheit und vielfältige Einsetzbarkeit ihrer Modelle. Deshalb wird es für die 14 außer wasserdichtem Stauraum unter den Inspektionsdeckeln zusätzliche Taschen geben und einen Satz ansteckbarer Räder, mit der das Slippen auch auf Sand kinderleicht sein soll.

Andraz Mihelin charakterisierte das Boot gegenüber YACHT online als "Crossover zwischen Skiff und moderner Wanderjolle". So soll die Kleinste im Programm künftig auch in die zahlreichen Seascape-Events integriert werden – gemeinsame Klassenregatten und Flottillenfahrten der Marke in ganz Europa.

Da trifft es sich gut, dass sie Autodach-transportfähig sein wird. Mit 4,30 Meter Länge und unter 75 Kilogramm Gewicht passt sie auf VW Golf, Ford Focus und viele andere Mittelklasse-Modelle – dem extrem leichten, teilbaren Carbonrigg sei Dank. Für SUV und die meisten Oberklasse-Kombis mit zumeist 100 Kilogramm Dachlast ist das Boot ohnehin kein schwerer Brocken.

Der Einführungspreis ist selbstbewusst, angesichts des hochwertigen Bauverfahrens aber angemessen (3D-Infusion in Vinylester, Baum und Mast in Kohlefaser). Die Seascape 14 soll in der Standard-Konfiguration mit Großsegel 9760 Euro kosten; mit Bugspriet, Fock und Gennaker sind es 12.790 Euro (jeweils inkl. MwSt.).

Spezifikationen Seascape 14


Länge ü. a. 4,30 m
Breite 1,70 m
Rumpfgewicht 67 kg
Großsegel 8,5 qm
Fock 3,5 qm
Gennaker 13,0 qm
Basispreis ab Werft 9760 €

Dieser Artikel erscheint mit freundlicher Genehmigung der YACHT, Europas größtem Segelmagazin

 

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