Insgesamt sechzehn Modelle bietet dieser Hersteller aus dem hohen Norden derzeit an, entweder mit Konsole oder auch mit Kajüte, aber in jedem Fall mit Aluminiumrümpfen zwischen 4,85 und 7,30 Metern Länge. Das Besondere: Eine Oberschale aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Durch die Kombination beider Materialien entstehen sehr leichte, stabile und verwindungssteife Boote, die kaum Pflege benötigen, denn Alu bleibt ja von der bei Polyester-Laminaten gefürchteten Osmose verschont.

Leicht, flott, robust: Die finnische Silver Hawk BR 540

Leicht, flott, robust: Die finnische Silver Hawk BR 540



Bei der Silver Hawk BR 540 handelt es sich eigentlich um eine alte Bekannte, mit frischem Innenleben. Das Boot, das sowohl mit Doppel- als auch Mittelkonsole angeboten wird, hat ein Leergewicht von nur 570 Kilogramm zuzüglich Außenborder. Damit ist die Silver Hawk BR 540 extrem leicht und kann damit auch mit Fahrzeugen getrailert werden, die nur für niedrige Anhängelasten zugelassen sind. Die Zulassung in der CE-Kategorie C für bis zu sieben Personen, ermöglicht das Fahren in küstennahen Gewässern, was - zumindest in der Theorie - bei Wellenhöhen bis zwei Meter und Windstärken bis sechs Beaufort möglich sein soll. Das universelle Layout eignet sich bestens für Ausfahrten mit der Familie oder einer Angeltour mit Freunden. Auch zum Ziehen von Wasserskiläufern oder Wakeboardern taugt die Silver Hawk BR 540. Dank der robusten Konstruktion und den vergleichsweise geringen Pflegeaufwand, wird das Boot auch gerne von Behörden als Dienstfahrzeug eingesetzt.

Platz für den Sozius: Beifahrersitz hinter der backbordseitigen Windschutzscheibe.

Platz für den Sozius: Beifahrersitz hinter der backbordseitigen Windschutzscheibe.



Coole Optik und Neuerungen an Deck Gleich auf den ersten Blick fiel am Testboot die edle Carbon-Optik im seitlichen Decksbereich auf, ein Merkmal der „Black Edition“, bei der für den stattlichen Aufpreis von 1500 Euro eine Dekorfolie im Kohlefaser-Look aufgebracht wurde. Die wirklichen Innovationen beginnen dann bei den neu gestalteten Windschutzscheiben und der überarbeiteten Reling. Außerdem schließt eine zweiteilige Tür nun die Lücke zwischen den beiden Konsolen, für mehr Komfort durch besseren Schutz vor dem Fahrtwind. Die Steuerkonsole wurde ergonomisch verbessert und bietet nun Platz für einen Kartenplotter.

Coole Optik, stolzer Preis. Dekor-Folie im Carbon-Look am Seitendeck

Coole Optik, stolzer Preis. Dekor-Folie im Carbon-Look am Seitendeck



Ebenfalls neu ist das hellgraue Gelcoat, das gemeinsam mit den anthrazitfarbenen Polstern und dem Kohlefaser-Dekor einen gediegen-modernen Eindruck vermittelt. Im Bugbereich gibt es einen praktischen Einstieg mit hochgezogener Reling. Der erste Schritt an Bord landet am Deckel der Ankerbox, in der es genügend Platz für das Grundeisen und Ankertrosse gibt. Dahinter schließt eine u-förmige Sitzgruppe an, die in der Serienversion allerdings nicht über Poster verfügt. Die sind Zubehör und kosten 330 Euro, die Sonnenpolster, die eine Liegefläche entstehen lassen, sind für 489 Euro wohlfeil.

Update: Die überarbeitete Reling zieht sich hinter der Sitzgruppe vorbei bis zum Bug.

Update: Die überarbeitete Reling zieht sich hinter der Sitzgruppe vorbei bis zum Bug.



Der Weg zum Steuerstand führt zwischen den beiden Konsolen hindurch, und kann nun durch das Klappsegment der Windschutzscheibe und die neue Tür komplett geschlossen werden. Dadurch werden Steuermann und Beifahrer etwas vom Fahrtwind geschützt wenn sie unterwegs in den bequemen und drehbaren Schalensitzen sitzen oder auch angelehnt stehen. Die Instrumentierung gibt es mit dem Motor, Navigationselektronik ist serienmäßig nicht an Bord, Positionslichter hingegen schon.

Durch die Mitte: Der praktische „Durchstich" ist sicher und voll verschließbar.

Durch die Mitte: Der praktische „Durchstich" ist sicher und voll verschließbar.



Die Rückbank, unter der auch ein Feuerlöscher gestaut werden kann und die serienmäßig mit Polstern belegt ist, bietet bis zu drei Personen Platz. Hinter den Rückenlehnen ist die Heck-Fahrpersenning verstaut, die grundsätzlich montiert und leicht aufzuklappen ist. Ein Pluspunkt ist die Badeleiter am Heck, die ebenfalls in der Grundausstattung enthalten ist. Weniger toll ist, dass man auf dem Weg dorthin über das Mobiliar klettern muss, wobei die Abdeckklappen des achterlichen Stauraums Trittflächen bilden. Ein Wort zur einfachen Pflege: Durch die einschalige Deckskonstruktion gibt es keine Nähte zwischen den Bauteilen und die Reinigung des Bootes beschränkt sich zumeist auf ein einfaches Ausspritzen des Cockpits mit dem Schlauch. Da die Plicht selbstlenzend ist, läuft alles von selbst ab. Wer Brettsport betreiben will, kann für 379 Euro einen Wasserskimast aus der Zubehörliste ordern, ein Targabügel ist für 450 Euro im Angebot.

Minimal und ausreichend:  60 PS am Heck genügen für ansprechende Fahrleistungen, doch wer oft mit Zuladung unterwegs ist, sollte eine stärkere Maschine wählen.

Minimal und ausreichend: 60 PS am Heck genügen für ansprechende Fahrleistungen, doch wer oft mit Zuladung unterwegs ist, sollte eine stärkere Maschine wählen.



Mehr Power für mehr Vergnügen Die Werft empfiehlt Langschaft-Außenborder ab 44,1 kW (60 PS), wobei die Höchstmotorisierung bei 73,5 kW (100 PS) liegt. Das Testboot war mit dem Mercury F 60 EFI ELPT die Einstiegsmotorisierung ausgestattet. Da der serienmäßigen Drehzahlmesser noch nicht eingebaut war, blieben die Messungen auf Basiswerte beschränkt. Aus dem Stand war mit zwei Personen an Bord nach sieben Sekunden bei 12 Knoten die Gleitfahrt erreicht. Nach insgesamt 22 Sekunden lag die Spitzengeschwindigkeit von 28,5 Knoten an. Wer mit einer durchaus passablen Reisegeschwindigkeit von 20 Knoten rechnet, hat noch Reserven nach oben. Laut Hersteller liegt die Spitzengeschwindigkeit mit zwei Personen und einem 90-PS-Motor bei etwa 37 Knoten, ein realistsch erscheinender Wert. Bei voller Besetzung soll die Silver Hawk noch 30 Knoten schaffen, womit aber deutlich wird, wie sehr sich Zuladung auf das Fahrverhalten dieses leichtgewichtigen Bootes auswirkt. Fazit: Viel Gewicht braucht viele PS. Da eine stärkere Motorisierung oft auch mit weniger Sprit auskommt, weil nicht dauernd mit Vollgas gebrettert werden muss, wäre dies eine überlegenswerter Alternative für die Silver Hawk. Der eingebaute 105-Liter-Tank sollte aber in jedem Fall ausreichen, um einen entspannten Tag auf dem Wasser auch ohne Nachtanken genießen zu können, ausgehend von einem Durchschnittsverbrauch von 12 bis 18 Litern pro Stunde. Mit 15 Prozent Reserve entspräche dies einer Fahrzeit von etwa fünf bis sieben Stunden und einer Reichweite von 100 bis 150 Seemeilen.

Gut im Wasser: Die Silver Hawk offenbarte beim Test keine Mängel im Fahrverhalten

Gut im Wasser: Die Silver Hawk offenbarte beim Test keine Mängel im Fahrverhalten



Die Laufeigenschaften des Aluminium-Rumpfes waren tadellos. Bei Vollkreisen ging die Drehzahl des Testmotors spürbar in die Knie. Das Eintauchen in die leichten Wellen war dank der Aufkimmung des Rumpfes von 18,5 Grad kaum zu spüren. Die serienmäßig eingebaute Hydraulik-Lenkung machte das Einleiten der Fahrmanöver zu einer leichten Übung und bei einem Freibord von 64 Zentimetern fühlte sich die Besatzung auch in engeren Kurven immer sicher. Solide, vielseitig und gar nicht träge Zusammenfassend kann die Silver Hawk BR 540 als ein robustes und vielseitiges Sportboot bezeichnet werden, das sich für eine Reihe von verschiedenen Aktivitäten eignet: zum Angeln, Wasserskilaufen oder für Spritztouren mit Famile und Freunden. Wer das flotte Fahrzeug für den Brettsport nutzen möchte, sollte einen Motor im oberen Leistungsbereich wählen. Die hochwertige Verarbeitung und die zu erwartende hohe Lebenserwartung lassen den Grundpreis von 18 950 Euro als ein faires Angebot erscheinen. Allerdings fehlen hier noch die Frachtkosten, das Pre-Rigg für den Motor und der Antrieb selbst – von weiterem Zubehör mal abgesehen. Für das Boot in der Testkonfiguration kommt so schon eine Summe von gut 30 000 Euro zusammen. Für einen Antrieb mit der maximal zulässigen Leistung müssen nochmals rund 4000 Euro dazugerechnet werden. Dafür bekommt man aber eine überaus spritzige Kombination, die auch bei hoher Zuladung den Fahrspaß nicht zu kurz kommen lässt. Technische Daten Silver Hawk BR 540 Länge: 5,40 m Breite: 2,17 m Tiefgang: keine Angabe Leergewicht: 540 kg (ohne Motor) Baumaterial: Aluminium / GFK CE-Kategorie: C Zulässige Personenzahl: 7 Kojenplätze: keine Brennstofftank: 105 l Motorisierung: Außenborder mit Langschaft und einer Leistung ab 44,1 kW 60 PS bis 73,5 kW (100 PS) Grundpreis: 18 950 Euro ohne Motor, Fracht und Pre-Rigg für den Motor Frachtkosten für die Lieferung nach Deutschland liegen je nach Lieferort zwischen 1 190 und 1 390 Euro. Ein Honda Pre-Rigg ist mit 690 € gelistet. Grundpreis mit Testmotorisierung Mercury F 60 EFI ELPT: 27 569 Euro ohne Fracht und Pre-Rigg Bildschirmfoto 2015-06-23 um 9.24.24 PM Messung mit Mercury F 60 EFI ELPT, Leistung 44,1 kW (60 PS) Revier: Havel, Berlin, Deutschland, Crew 2, Messung: GPS, Wasser 22° C, Luft; 23° C, Wind: 1 Bft, See 0-1, Benzin: 52 l (50%) Hersteller Terhitec Oy/Silver Sorvitie 4 63700 Ähtäri Importeur  Boat Solutions GmbH Seestraße 8 86919 Utting/ Ammersee Händler Bootscenter Keser GmbH Heerstr. 199 13595 Berlin

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