Im Laufe der Jahrzehnte sind Motorboote um einiges verlässlicher geworden. Zum Glück. Aber wenn sie dennoch mal Mucken machen, ist es ja nicht so, dass man, wie beim Auto, aussteigt und einfach loslaufen könnte. Natürlich kann auch anderes als der Motor kaputt gehen, und manchmal sind es tatsächlich die kleinen, unscheinbaren Dinge an Bord, die den Tag am Wasser retten können, oder zumindest sicher stellen, dass man unter eigenem Antrieb zurück in den sicheren Hafen kommt.




Schnelle Reparaturen mit einfachsten Mitteln: Diese 10 unscheinbaren Gegenstände könnten ihr Gewicht in Gold wert sein.

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5-Minuten-Epoxy
Wenn irgend etwas bricht und schnell geklebt werden muss, ist ein bisschen Epoxy mit Verarbeitungs-Zubehör oft die Rettung. Je nach Anspruch (und Können) gibt es da ganze Ausstattungen im Köfferchen oder für eben mal schnell das  Fünf-Minuten-Epoxy, um eine defekte Sache zumindest notdürftig zusammen zu kleistern. Ebenfalls interessant sind Epoxy-Sticks oder Kwik-Weld, ein 2-Komponenten Kleber, der verschiedenen Materialien schnell und leidlich fest miteinander verbindet und auch flott aushärtet. Wer unter Wasser reparieren können möchte, dem sei das G-Flex empfohlen, das man über den Bootszubehörhandel bezieht.


Strumpfhose
Da schlägt’s jetzt aber 13, besonders bei den Damen an Bord. Doch keine Angst: Ein guter Skipper hat seine Damenstrumpfhose im Werkzeugkasten. Damit kann er zur Not Sprit filtern und bei Bedarf daraus sogar eine kurzes Stück Seil machen, womit ja einiges anzustellen ist. Oder, wenn es mit dem Ködersack nicht weit her ist, den man zum Anlocken der Fische außenbords hängt, könnte eine Strumpfhose ja ebenfalls gute Dienste leisten.


Weißweinessig
Zugegeben: Essig hat noch keinen vor dem Sinken gerettet oder eine marode Maschine wieder belebt. Gehört ja auch eher auf den Salat. Aber im Ernst: Hilft grandios gegen das Jucken der Mückenstiche und gegen die Verbrennungen von Nesselquallen. Oder als Abflussreiniger, bzw. gegen Verstopfungen des Bord-WCs, die ja vorkommen sollen und zumal auf einem Boot, zu jenen peinlich-unappetitlichen Vorfällen gehören, die nur ganz lange hinterher eine humorvolle Betrachtung verdienen. Und wer bei kaltem Wetter unterwegs ist oder sein muss und das Frostschutzmittel für die Scheibenwaschanlage vergessen hat: Essig auf der Windschutzscheibe verhindert ein schnelles Vereisen.


Kartoffeln
Nun, die könnte man auch kochen und zum Beispiel mit Butter und Salz… aber die Nachtschattengewächse sind auch roh gut brauchbar als Notstopfen, wenn ein Rumpfdurchlass undicht ist oder ein Schlauch lose kommt. In dem Fall rammen Sie eine Kartoffel einfach schamlos in die Öffnung und mit einer Vierteldrehung ist der Wassereinbruch zumindest soweit abgedichtet, dass man Zeit für eine richtige Reparatur gewinnt, oder sogar in den Hafen zurück tuckern kann. Man könnte sie natürlich auch für verschiedene Zwecke auf passende Größen zuschneiden. Wenn die Bordgäste dazu unangenehme Fragen stellen, sagen Sie einfach, es sei eine kreative Beschäftigung für die Kinder.


Duct Tape
Sie kennen ja den Spruch: Wenn es sich bewegt und es sollte stillhalten: Duct Tape. Es ist die Kraft, die das gesamte Universum zusammen hält. Darf in keiner Bordapotheke oder Werkstatt fehlen.


Übergroße Müllsäcke
Die sind sehr kompakt zu stauen und immens praktisch, z.B. auf kleinen Booten zum Trockenhalten diverser empfindlicher Ausrüstungsgegenstände oder Kleidungsstücke. Oder aber auch als billiger, modisch zweifelhafter aber besser-als-nichts Regenschutz. Einfach Löcher für Extremitäten und Kopf ausschneiden und überziehen. Zumindest das Selfie erhält so eine besondere Note. Andere Zwecke, die für Müllsäcke wie geschaffen scheinen: das Abdichten eines Lecks oder das Flicken eines Verdecks. Sie können Regenwasser nicht nur abweisen, sondern es im Bedarfsfall auch sammeln und - fast überraschend: Sie eignen sich in Notfällen auch zur Aufbewahrung von Mist.


Wachskerzen
Vergessen sie die romantische Beleuchtung. Kerzen braucht man in Wahrheit zum Schmieren. Reissverschlüsse, Verdecks-oder Persenningsverschlüsse, schwergängige Kabel oder Spurstangenhebel lassen sich durch Einreiben mit Wachs zumindest fürs erste wieder leichtgängig machen.


Ersatzleinen
Klar, braucht jeder Schiffer zum Festbinden von losem Zeug oder zum Zusammenbinden gebrochener Teile und eine Million anderer Jobs an Bord. Wer zu faul ist um Ersatzleinen an Bord zu nehmen oder keinen Platz hat, sie sinnvoll zu verstauen, kann ja ein Armband wie z. B. das von Survival Straps tragen, das aus 5 Meter langem, relativ dünnem aber sehr belastungsfähigen Fallschirmspringerseil besteht, aus dem man sich jederzeit ein Stück schneiden kann.


Wasserflaschen aus Plastik
Ist der Inhalt mal getrunken, wird der Behälter Müll, den man als Verpackungsmaterial entsprechend entsorgen muss. Aber: Wasserflaschen können auch lebensrettend sein: Man könnte z.B. das untere Ende absägen, um es als Ößfass zu verwenden. Oder man kann eine Sektion rausschneiden, um sie als Dichtungsschelle für einen defekten Schlauch zu nutzen.


Werkzeugkasten
Verdammt logisch, oder? Doch Sie werden überrascht sein, wie wenige Bootsfreunde einen eigenen Werkzeugkasten mit dem Nötigsten an Bord haben. Es muss ja nicht viel sein, aber zumindest eine Zange, ein Rollgabelschlüssel, Schraubenzieher verschiedener Arten und Größen und ein gutes, scharfes Messer gehören da rein. Gut ölen gegen Rost und in wasserdichten Plastiksäcken aufbewahren. Spannungsprüfer, Isolierband und ein paar Reservesicherungen sollten dann dabei sein, wenn es darum geht, einen elektrischen Defekt zu beheben.

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