Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob sie den Verkauf Ihres Bootes selbst in die Hand nehmen wollen oder diese Aufgabe an Makler oder Händler übertragen. Wichtige Kriterien sind hier Ihre verfügbare Zeit, Ihr Fachwissen und Ihre verkäuferischen Fähigkeiten. Alternativen sind Makler oder Händler. Beide nehmen Ihnen die Arbeit ab und verfügen über ein professionelles Netz zur Vermarktung, verlangen dafür aber eine Provision. Ein Händler stellt eventuell einen Stellplatz auf seinem Gelände, Flächen im Schauraum oder einen Liegeplatz im Hafen zur Verfügung. Außerdem wirbt er für Ihr Boot in seinen Verkaufsplattformen und hofft, dass Sie bei ihm ein neues Boot kaufen.

Bootsverkauf

Ein zugeplantes Boot am Stellplatz lässt sich schwer inspizieren, deshalb muss der Eigner sein Inserat umso attraktiver gestalten. Foto: Dieter Loibner/boats.com

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Wenn Sie selbst tätig werden
Das Internet ist heute das wichtigste Informations- und Verkaufsmedium, über das der Kontakt von Käufern und Verkäufern zustande kommt. Bereiten Sie Ihr Boot, die Dokumente (Bootsschein, Versicherungspolizze, CE-Certifikat etc.)und das Inserat deshalb sorgfältig vor. Wichtig bei einer Anzeige sind präzise Beschreibungen und attraktive Fotos. Räumen Sie Ihr Boot auf und reinigen Sie es sorgfältig, bevor Sie Fotos machen, insbesondere das Aufmacherfoto sollte ins Auge fallen und möglichst eine angenehme Atmosphäre vermitteln. Vielleicht haben Sie ja gute Bilder vom letzten Urlaub. Beschreiben Sie die Ausstattung und den tatsächlichen Zustand. Nur wenn sich ein potenzieller Käufer ein genaues Bild (auch im übertragenen Sinn) machen kann, kommt es zum Kontakt.

Preis festlegen
Bei Autos geht die Preisrecherche schnell und einfach (z. B. mit der Schwacke-Liste), bei Booten weniger. Schwacke bewertet Boote telefonisch oder man kann Schwacke-Liste Marine in Druckform bestellen, die für 269 Euro (Abo: 259 Euro) wohlfeil ist. Eine einfachere und billigere Variante wäre das vergriffene Buch Schiffe aus zweiter Hand von Hans Donat, das es im Antiquariat gibt.

Dennoch bleibt eine Wahrheit bestehen: Es gibt viele Faktoren, die den Verkaufspreis eines gebrauchten Bootes beeinflussen, nicht nur die übertriebenen Hoffnungen der Verkäufer. Der Wert hängt stark vom Zustand ab, der wiederum auf Pflege und Wartung schließen lässt, sowie von den vorgenommenen Verbesserungen und dem mitgelieferten Zubehör. Aber auch das Revier spielt eine große Rolle. Vergleichen Sie Ihre Vorstellungen mit ähnlichen Angeboten auf de.boats.com und notieren Sie die Bandbreite der Preise, die für ein Schiff des gleichen Typs und des selben Baujahrs verlangt werden. In jedem Fall sollten Sie aber Realist bleiben und sich Spielraum für Verhandlungen lassen.

Inserieren Sie Ihr Boot
Vielleicht ist es ja eine gute Idee Ihr Boot dort zu inserieren, wo Sie es mal gefunden haben, am schwarzen Brett im Yachthafen, in den Kleinanzeigen einer Zeitung oder Zeitschrift oder in einem Newsletter. Aber die Zeiten und Gewohnheiten ändern sich. Heute sind Internet-Plattformen die führenden Verkaufsmedien mit der höchsten Frequenz und der größten Reichweite. Boats.com ist das weltweit größte Verkaufsportal mit Hunderttausenden Booten in der Datenbank und Inseraten die jederzeit leicht aktualisiert und verlängert werden können. Und um den Inserenten noch mehr Reichweite zu bieten, kooperieren wir auch mit führenden regionalen Anbietern.

Auch am Schwarzen Brett  im Yachthafen finden sich interessante Inserate. Foto: Dieter Loibner/boats.com

Auch am Schwarzen Brett im Yachthafen finden sich interessante Inserate. Foto: Dieter Loibner/boats.com


Die Probefahrt
Wenn es zur Probefahrt kommt, stellen Sie sicher, dass alles gründlich gereinigt ist – auch das Unterwasserschiff – denn nur ein sauberes, aufgeräumtes Boot hinterlässt einen guten ersten Eindruck. Versuchen Sie möglichst einen Termin zu vereinbaren, an dem, soweit absehbar, auch schönes Wetter herrscht. Auch ein möglichst geschütztes Gewässer ist für die Probefahrt vorteilhaft, denn es geht ja schließlich darum Ihr Boot in bester Verfassung zu präsentieren und dazu gehören nun mal auch die Wetterbedingungen. Vertrauen ist gut, doch Kontrolle ist besser. Geben Sie Ihr Boot für eine Probefahrt nicht einfach aus der Hand, sondern bleiben Sie an Bord damit Sie alle wichtigen Details erklären und auftauchende Fragen beantworten können.


Kommen Sie zum Abschluss
Ernsthafte Käufer legen oft ein Angebot, das deutlich unter Ihrer Preisvorstellung liegt. Fassen Sie das nicht als Beleidigung auf, diese Taktik gehört zum Verhandeln. Machen Sie stattdessen ein höfliches Gegenangebot, das näher an Ihren Vorstellungen liegt und behalten Sie dabei immer den für sie noch akzeptablen Minimalpreis im Hinterkopf.
Sobald der Preis feststeht, müssen Sie die nötigen Dokumente austauschen, um die Transaktion abzuschließen. Dazu gehören beispielsweise der Kaufvertrag, der Internationale Bootsschein und für Boote bis Baujahr 1985 gegebenenfalls der Nachweis über die ursprüngliche Bezahlung der Umsatzsteuer oder ein Nachweis über die CE-Zertifikation für Boote, die nach dem 15. Juni 1998 hergestellt wurden. Die genaue Dokumenten-Liste hängt auch vom Land ab, aber auf jeden Fall müssen Sie Ihre Versicherung kündigen, sobald das Boot den Besitzer wechselt.
Seien Sie vorsichtig: Auch beim Online-Handel gibt es viele Betrugsdelikte. Interessenten, die ohne Verhandlungen ein Online-Angebot akzeptieren, ohne das Boot gesehen zu haben, könnten in Wirklichkeit auf einen Betrug aus sein. Grundsätzlich ist beim Verkauf Barzahlung die erste Wahl. Geben Sie das Boot niemals gegen eine Anzahlung oder eine Ankündigung einer Überweisung aus der Hand, sondern erst, wenn der Gesamtbetrag ausbezahlt oder ihrem Konto gutgeschrieben ist. Nehmen Sie bei Bargeschäften eine zweite Person mit und wählen Sie keine abgelegenen und einsamen Orte für die Übergabe. Die gut besuchte Marina ist hier sicherer, als der abgelegene Autobahn-Parkplatz.

Ihr Boot ist verkauft!
GFK hat eine sehr lange Lebensdauer, deshalb gibt es viele Gebrauchtboote auf dem Markt. Unser ausführlicher Verkaufsratgeber hilft Ihnen, ein zufriedener Verkäufer zu werden und dabei vielleicht auch etwas dazu zu lernen, was Ihnen hilft, beim nächsten Bootskauf auch ein strahlender Käufer zu werden. Umfangreiche Informationen, mit Tipps worauf Käufer achten werden, gibt es auch in einem Merkblatt des ADAC, dem auch eine Inventarliste und das Muster eines Kaufvertrags beiliegen.

Zusammenfassend:

  • Bereiten Sie Boot und Dokumente vor

  • Recherchieren Sie einen Preisbereich

  • Inserieren Sie Ihr Boot

  • Sichten Sie die Anfragen und vereinbaren Sie eine Probefahrt

  • Verhandeln Sie mit dem potenziellen Käufer

  • Sobald sie einig sind, setzen Sie einen Kaufvertrag auf

  • Erst wenn der unterschrieben ist, beginnt die Transaktion

  • Händigen Sie die Papiere erst aus wenn der vereinbarte Betrag bei Ihnen am Konto eingegangen ist


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