Auf jeden Fall sollten Winschen fester Bestandteil der Wartungsliste sein und wenigstens alle zwei Jahre gründlich überholt werden, bei intensiver Nutzung auch öfter. Die traurige Tatsache aber ist, dass die meisten Winschen sich auch nur annähernd genügend Aufmerksamkeit erfreuen dürfen und nur dann überholt werden, wenn die Probleme unübersehbar geworden sind.

Die grundsätzliche Vorgehensweise für die Wartung aller Winden ist ähnlich. (1) Mit einem neueren Harken Selbst-Tailer beginnt man mit dem Entfernen der Schraube an der Unterseite der Kurbel-Buchse (links) um die Trommel von der Achse abziehen zu können (2). Dann entfernt man die Lager von der Achse und legt sie beiseite, mit den anderen Komponenten, die man schon zuvor abmontiert hat (rechts)



Doch häufige Wartung ist entscheidend für die Zuverlässigkeit und Freilauf der wichtigen Komponenten - aus diesem Grund lassen professionell gesegelte Rennyachten ihre Winschen alle sechs oder sieben Segeltage warten. Dies ist die einzige Möglichkeit, maximale Leistung bei minimaler Reibung zu garantieren.

Es geht aber auch um Sicherheit. Man stelle sich vor, ein Crewmitglied den Mast hochzukurbeln mit Hilfe einer defekten Winsch, die eine schwergängige oder gar gebrochene Sperrklinkenfeder hat. Die Winsch mag augenscheinlich ordnungsgemäß funktionieren, aber die Ratsche wird beeinträchtigt und die Folgen könnten verheerend sein, wenn die zweite Feder bricht.

(3) Mit Inbusschlüssel werden die Schrauben gelöst, die zentrale Achse am Basisgehäuse verankern bevor die Achse entfernt wird.



Die eigentliche Service-Prozedur
Die grundsätzliche Vorgehensweise ist für alle Modelle ähnlich und dauert nur wenige Minuten, obwohl größere und selbstholende Modelle etwas komplexer sind. In allen Fällen sollten die Service-Hinweise für die spezifischen Modelle auf Ihrem Boot befolgt werden. Wenn die Original-Dokumentation nicht verfügbar ist, keine Panik, denn die meisten Hersteller sind sehr hilfreich, selbst wenn es sich um ältere Modelle handeln sollte. Harkens Website bietet beispielsweise Handbücher und Bauteilskizzen für alle Winschen, die seit 1992 produziert wurden. Wenn die Winschen noch älter sein sollten, fordern Sie ein Diagramm an.

Beim Abbau und Zerlegen der Welle und des Getriebes, prüfen Sie, ob die Sperrklinkenfedern satt funktionieren und exakt in Position sind



Winschen sind so konzipiert, dass sie einfach und logisch zu warten sind. Die größten Probleme bereitet das korrekte Einsetzen der Kleinteile (wofür ein Diagramm äußerst nützlich ist.) und sicher zu stellen, dass nichts über Bord geht, wenn alles auseinander genommen ist. Es empfiehlt sich, ein altes Bettlaken über die Reling zu hängen oder einen Karton mit einem Loch überstülpt, durch das die Winsch exakt durchpasst und der dann eine Box bildet die verhindert, dass sich Kleinteile verselbständigen.

Normalerweise sind die einzigen Werkzeuge, die benötigt werden, Schraubendreher und Inbusschlüssel, sowie kleine Bürsten (z.B. alte Zahnbürsten) um Teile zu reinigen und sie neu einzufetten. Weiters braucht man wasserresistentes Winschfett, leichtes Schmieröl, Reinigungsmittel und Reservefedern. Alle Hersteller verkaufen eine Reihe von Ersatzteil-Kits, die spezifisch für verschiedene Modelle und Anforderungen geeignet sind. Damit ist gewährleistet, dass alles Nötige vorhanden ist.

Das erste Mal
Wenn sie ihre Winsch zum ersten Mal Auseinandernehmen, legen Sie am besten die Einzelteile separat in die Reinigungslösung, damit es leichter fällt, Schritt für Schritt vorzugehen. Dies bedeutet, man behält die Übersicht, was wo eingebaut werden muss. Wenn sie mehrere verschiedene Winschen gleichzeitig auseinander nehmen, müssen Sie sehr genau drauf achten, dass die -Teile nicht verwechselt werden. Da gibt es oft subtile, aber sehr wichtige Unterschiede.

Mit einer älteren Lewmar Winsch ohne Selbstholer beginnt man mit dem Entfernen des Sicherungsrings (1), der die Trommel in Position hält und dem Abheben der Trommel von der Welle.



Petroleum, Reinigungsbenzin oder Fahrradkettenreiniger und sogar Zitrusreiniger eignen sich für das Säubern der Komponenten, wenn nötig mit einer kleinen Bürste, mit der das alte Fett aus den Lagern entfernt wird. Nach der Reinigung kann man den Sperrklinken und den Federn einen Tropfen Motoröl verabreichen, während andere Komponenten - Zahnräder, Lager und andere Teile, zwischen denen Metall-Kontakt herrscht, eine dünne Schicht aus einem wasserbeständigem Fett brauchen.

Regelmäßiges Waschen mit frischem Wasser und Trocknen mit einem Tuch genügt, um die Trommel außen sauber zu halten. Ein flüssiger schonender Reiniger kann gelegentlich auf Chrom- und Edelstahl-Trommeln verwendet werden, nicht aber für Aluminium-Winschen.

(2) Nehmen Sie die Sperrklinken und Federn aus der Trommel oben



Das Zusammensetzen geht in exakt umgekehrter Reihenfolge vor sich. Dabei sollte immer überprüft werden, ob der gerade eingesetzte Teil auch wirklich richtig funktioniert. Beginnen Sie mit den Teilen in der Basis, gefolgt von der Hauptwelle. Drehen Sie Welle und Getriebe gelegentlich, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist, bevor Sie zum nächsten Schritt übergehen. Wenn etwas nicht leicht passt, ist das ein untrügliches Zeichen, dass es nicht richtig eingebaut wurde. Zum Schluss die Trommel von Hand drehen, wobei die Klauen das unverwechselbare Ratschengeräusch erzeugen sollten.

(Links) Ziehen Sie die Rollenlager von der Welle und entfernen die weiße Hülse, die die Mitte der Welle hält, und entfernen die Welle (rechts). Drehen Sie die Oberseite der Getriebewelle, damit sie von den beiden Zahnrädern frei ist, die danach herausgenommen werden (4)



Unscheinbar, aber wichtig ...
Die Ratsche fiert nur, wenn die Klinken auch richtig arbeiten und die sind sehr klein, deshalb Vorsicht beim Zerlegen und Zusammenbau. Sie müssen sofort in Position springen, wenn die Trommel sich dreht, andernfalls besteht durch Rücklauf unter Last akute Verletzungsgefahr. Ein häufiger Fehler ist es, Fett auf Klinken und Federn zu schmieren, was zu ernsten Problemen führen kann. Sie sollten statt dessen mit leichtem Öl geschmiert werden.

(5) Trennen Sie die beiden Zahnräder und entfernen Sie die Sperrklinken und Federn. Merken Sie sich die Position der Klinken, am besten indem Sie ein Foto machen.



Überprüfen Sie den Zustand der Sperrklinkenfedern während des Gebrauchs und installieren Sie im Zweifelsfall neue. Gehen Sie sicher, dass die Klinken in der richtigen Ausrichtung eingesetzt werden. Die Enden sollten am Gehäuse flach anliegen. Ist dies nicht der Fall, wurden sie falsch rum eingesetzt.

Wartung von elektrischen Winschen
Genau die gleichen Prinzipien gelten für elektrisch betriebene Winschen, aber es ist auch wichtig, die elektrischen Verbindungen auf Korrosion oder Anzeichen von Wassereintritt zu überprüfen. Die häufigsten Probleme sind in der Schaltung an Deck zu finden, die regelmäßig überprüft werden soll, ganz besonders auf Wasserdichtheit und Korrosion.

Autor  Rupert Holmes hat mehr als 60.000 Seemeilen im Kielwasser und segelte zwischen 60 Grad Nord und 56 Grad südlicher Breite. Er ist Segel- und Reiseautor und besitzt zwei Schiffe, eines mit Liegeplatz Ägäis, das andere am Solent.

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